Der Dokumentarfilmregisseur Damon Gameau begleitet acht besorgte Heranwachsende aus vier Kontinenten, die durch Europa reisen und Spitzenvertreter großer Konzerne mit der Frage konfrontieren, in welchem Zustand sie die Welt hinterlassen wollen.
Der australische Schauspieler und Regisseur Damon Gameau ist ein unermüdlicher Aktivist, der mit optimistischen und humorvollen Filmen die Welt verbessern will. 2014 unternahm er in der Doku „Voll verzuckert – That Sugar Film“ einen gewagten Selbstversuch, um die schädlichen Folgen des Zuckerkonsums für seinen Körper zu demonstrieren. Fünf Jahre später warf er in „2040 – Wir retten die Welt“ die Frage auf, ob die Erde in 20 Jahren angesichts von Erderwärmung und Umweltzerstörungen noch bewohnbar ist. Nun erteilt er fünf Mädchen und drei Jungen das Wort, die sich mit großer Energie für Klima- und Naturschutz sowie Generationengerechtigkeit einsetzen.
Ausgewählt wurden sie aus 1000 Bewerbungen. Den Sprung in den Film schafften Kinder und Jugendliche aus Australien, der Norfolkinsel, Bali, Singapur, Schottland, Wales, den Niederlanden sowie eine dänische Teenagerin, die in Uganda lebt.
Nachdem die Protestzüge der Fridays-for-Future-Bewegung weitgehend erfolglos verpufft sind, wollen die jungen Menschen die Diskussion über den Klimaschutz von den Straßen in die Vorstandsetagen mächtiger Konzerne tragen, die für globale Umweltschäden mitverantwortlich sind. Mit einem von Biodiesel angetriebenen gelben Schulbus fahren sie durch Europa, um die Zentralen international tätiger Konzerne zu besuchen. Dort stellen sie Geschäftsführern und leitenden Managern kritische Fragen zu deren Verantwortung für die Bewahrung eines lebenswerten Planeten.
Der Future Council soll mit Unternehmen kooperieren
Mehr noch: Sie stellen Ideen vor, unterbreiten Verbesserungsvorschläge, pochen auf Lösungen. Beim Treffen mit einem Direktor der Firma Faith in Nature schlägt Aurvi aus Singapur vor, Kinder in den Vorstand aufzunehmen; Joaquin aus den Niederlanden hält einen Beratungsausschuss mit Kindern für besser. Daraus entsteht die Idee, einen Future Council zu bilden, der auf globaler Ebene mit Unternehmen kooperieren soll, um nachhaltige Produkte und Lösungen zu entwickeln.
Inzwischen ist dieser Zukunftsrat eine weltweit vernetzte Gruppe mit Mitgliedern zwischen 9 und 16 Jahren, die vor Ort eigene Räte gründen können. Die von ihnen – unter anderem durch Entwürfe von Federmappen und Rucksäcken für Schulkinder – generierten Gelder fließen selbstverwaltet in Renaturierungsprojekte.
„Ich habe große Angst, dass es keine Zukunft mehr gibt“
In dem Roadmovie, das anlässlich des Weltumwelttags (World Earth Day) ab 4. Juni 2026 in deutschen Kinos zu sehen ist, agiert Gameau auf Augenhöhe mit den Kindern und Jugendlichen. Er steuert zwar den Bus und nimmt Rücksicht auf kindliche Bedürfnisse vom Spielen bis zum Quatschmachen, behandelt sie aber ansonsten wie Erwachsene – etwa, wenn er mit ihnen in einem Kreis im Wald über ihre Sorgen und Ängste, Ideen und Vorschläge diskutiert. Dabei offenbart die Dänin Karla: „Ich habe große Angst, dass es keine Zukunft mehr gibt.“
Einmal versammelt sich die Truppe in einem Waldstück, beobachtet schweigend Vögel, Raupen und Libellen, hört Zwitschern und Blätterrauschen zu. Der Regisseur nutzt die Stille für eine charmante Idee: Die Kinder sollen Botschaften auf Papier schreiben, das Baumsamen enthält. Wenn sie die Papiere vergraben, werden daraus Bäume wachsen – zur Freude ihrer Nachfahren. „Die Kinder sollen ein Versprechen festhalten, mit dem sie eine bessere Welt erschaffen wollen“, sagt der Regisseur. „Wir schaffen einen Wald der Hoffnung.“
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