Arbeiten in internationalen Organisationen
Guislain Defurne, Leiter der Israel-Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz mit Bauern in Gaza. Die Arbeit bei internationalen Organisationen ist oft nicht bloß ein Job, sondern soll Sinn stiften.
Arbeiten in internationalen Organisationen

"Man muss Unsicherheit aushalten können"

Die Berufschancen in internationalen staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen werden besser. Aber die Arbeitsverhältnisse von Nachwuchskräften sind dort oft über Jahre prekär. 

Promoviert, 32 Jahre oder jünger und mit mehrmonatiger Auslandserfahrung, flüssig in mindestens drei Sprachen, zwei bis vier Jahre Berufserfahrung. Wer damit aufwarten kann, darf sich Chancen ausrechnen in den Bewerbungsverfahren der EU, der Vereinten Nationen (UN) und anderer renommierter internationaler Organisationen. Oftmals liegen die deutschen Nachwuchskräfte aber über der Altersgrenze, sobald sie diese Kriterien erfüllen, meint Silke Stöber, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Ländliche Entwicklung (SLE) der Humboldt-Universität zu Berlin.

Das SLE bildet in einem Postgraduiertenstudium Fach- und Führungskräfte für die internationale Zusammenarbeit aus und führt Forschungsprojekte mit entwicklungspolitischen Organisationen durch. Zum einen sei hierzulande das Ausbildungssystem so strukturiert, dass die Absolventen oft zu alt sind, bis sie die erforderlichen Zugangsvoraussetzungen erreicht haben. Zum anderen werde beispielsweise an niederländischen Universitäten auf Englisch gelehrt, Praktika und Auslandsaufenthalte gehörten dort selbstverständlich zum Studium, und internationaler Austausch spiele eine größere Rolle. Damit qualifizieren sich die Studierenden früher für eine internationale Laufbahn, und sie werden auch offener und selbstbewusster im persönlichen Auftreten. Es sei kein Zufall, dass die Niederlande und Skandinavien, aber auch Österreich in den meisten internationalen Organisationen überrepräsentiert seien. 

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erschienen in Ausgabe 10 / 2020: Idealismus und Karriere

Kommentare

Hallo

Interessante Nummer mit interessanten Beiträgen und doch auch mindestens 'einer Fake News': Achim Steiner ist Brasilianer mit deutschen Wurzeln und keine 'Deutscher'.

Freundlich grüsst
Esther Gisler Fischer.

Hallo Frau Gisler-Fischer,

Sie irren sich: Achim Steiner hat die deutsche und die brasilianische Staatsbürgerschaft.

Viele Grüße, Tillmann Elliesen, welt-sichten

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