Helfer werden zunehmend bedroht

Flucht und Migration
In den meisten Staaten dieser Welt wird zivilgesellschaftliche Arbeit behindert oder sogar unterdrückt. Das kriegen zunehmend auch Personen und Organisationen zu spüren, die sich für Flüchtlinge und Migranten einsetzen, stellt der diesjährige Atlas der Zivilgesellschaft fest.

Mehr als acht von zehn Menschen weltweit leben in Staaten, in denen sie ihre Meinung nicht frei äußern oder sich frei versammeln und zu Organisationen zusammenschließen können. Das sind insgesamt 6,7 Milliarden Menschen. Nur eine kleine Minderheit der Weltbevölkerung – drei Prozent oder gut 250 Millionen Menschen – leben in Staaten, in denen zivilgesellschaftliche Arbeit weitgehend ungehindert möglich ist. Das geht aus dem neuen Atlas der Zivilgesellschaft hervor, den das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt Anfang Mai vorgestellt hat. Der Atlas stützt sich auf Daten des internationalen Netzwerks CIVICUS. Laut dem Bericht haben sich Bedingungen für zivilgesellschaftliche Arbeit im vergangenen Jahr in zehn Ländern verbessert, darunter Burundi, Tschechien, Chile und die USA. In 15 Ländern haben sie sich verschlechtert, etwa in Russland, Myanmar und Afghanistan. Diese sind nun in die tiefste der fünf Kategorien von „offen“ bis  „geschlossen“ gerutscht.

Der diesjährige Atlas widmet sich der Arbeit von Personen und Organisationen, die sich für die Rechte von Geflüchteten und Migranten einsetzen. Der Bericht stellt fest, dass nicht nur Flucht und Migration in etlichen Weltregionen zunehmend gefährlich würden, sondern auch das Engagement für Geflüchtete und Migranten. Die im Bericht so genannten „migrant defenders“ würden in ihrer Arbeit zunehmend behindert und oft sogar bedroht – selbst wenn es nur um die Versorgung von Geflüchteten gehe. So müssten Flüchtlingshelfer in Griechenland inzwischen ein aufwendiges Registrierungsverfahren durchlaufen, um Zugang zu Flüchtlingslagern zu erhalten. 

Menschen, die sich für Geflüchtete einsetzen, seien weltweit das Ziel politischer Angriffe und Diffamierungen. Zu beobachten sei das nicht nur in autokratischen, sondern auch demokratischen Staaten. Auch diese wollten keine Zeugen, wenn sie Flüchtlinge entrechteten, heißt es im Bericht, der einen genaueren Blick auf die zivilgesellschaftliche Flüchtlingshilfe in Mexiko, Niger und Pakistan wirft.

Wie schon frühere Ausgaben besticht auch der Atlas der Zivilgesellschaft 2023 mit einer Fülle wertvoller Informationen und interessanter und gut gemachter Grafiken.

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