Keine Spendenmüdigkeit zu beklagen

Zum letzten Mal vor ihrer Fusion haben „Brot für die Welt“ und der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) ihre Jahresbilanzen getrennt präsentiert. Während „Brot für die Welt“ mit 56,3 Millionen Euro auf das zweitbeste Spendenergebnis in den vergangenen zehn Jahren verweisen kann, ist 2011 für den EED das Jahr mit dem größten Haushaltsvolumen – 181,2 Millionen Euro – in seiner Geschichte gewesen.

„Brot für die Welt“ hat 2011 knapp sechs Millionen Euro weniger Spenden bekommen als 2010. Trotzdem sei es das zweitbeste Spendenergebnis der vergangenen zehn Jahre, sagte die Direktorin des Werks, Cornelia Füllkrug-Weitzel. 2010 hätten vor allem zwei Katastrophen – das Erdbeben in Haiti und die Jahrhundertflut in Pakistan – für noch mehr Spenden gesorgt. Trotz des Rückgangs hätten besonders Stammspender wie Kirchengemeinden 2011 mehr gespendet. „Von Spendenmüdigkeit kann keine Rede sein“, sagte Füllkrug-Weitzel. Von den Spenden flossen 46,3 Millionen Euro in 968 Projekte weltweit. Der größte Teil ging nach Afrika, wo vor allem nachhaltige kleinbäuerliche Landwirtschaft gefördert wurde. Vier Millionen Euro waren für die Hilfe in Katastrophen wie der Dürre in Ostafrika bestimmt.

Autorin

Katja Dorothea Buck

ist Religionswissen- schaftlerin und Journalistin in Tübingen.

Füllkrug-Weitzel warb angesichts des Klimawandels für neue globale Allianzen. Die Bundesregierung müsse verstärkt die Zusammenarbeit mit klimapolitisch ambitionierten Regionen und Staaten wie der Europäischen Union, Südkorea und Mexiko sowie vom Klimawandel besonders betroffenen Ländern wie Bangladesch suchen. „Die Klimapolitik ist kein Nord-Süd-Konflikt. Die Konfliktlinien verlaufen innerhalb der Blöcke“, betonte sie. Nur eine Allianz der Willigen könne gegenüber „zögerlichen“ Schwellenländern wie Südafrika, China, Indien und Brasilien den nötigen Druck aufbauen, nicht ihrerseits die Fehler der alten Industrieländer zu wiederholen: „Veränderung braucht Treiber und Pioniere.“

Der EED blickt nach den Worten seines Vorstandsmitglieds Tilman Henke auf ein finanziell erfolgreiches Jahr zurück. 2011 habe das Hilfswerk mit 181,2 Millionen Euro das größte Haushaltsvolumen seiner Geschichte verzeichnet, eine Steigerung von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sie sei vor allem auf höhere Zuweisungen aus dem Entwicklungsministerium zurückzuführen. Staatliche Mittel machen 70 Prozent der Einnahmen des EED aus, 46 Millionen Euro kamen 2011 von den Kirchen. 134 Millionen Euro hat der EED für Projekte in 77 Ländern aufgewendet, 23 Millionen für die Vermittlung von Fachpersonal nach Übersee.

erschienen in Ausgabe 7 / 2012: Konzerne: Profit ohne Grenzen

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