Friedensforscher: Mit Taliban reden zur Stärkung moderater Kräfte

Frankfurt a.M. - Die Taliban herrschen seit einem Jahr erneut über Afghanistan. Der Westen hat sich seitdem weitgehend aus dem Land zurückgezogen bis auf die humanitäre Hilfe. Der Friedensforscher und Direktor des Bonn International Centre for Conflict Studies (BICC), Conrad Schetter, hält das für einen Fehler. Das erläutert er auch in seinem neuen Buch über die islamistische Bewegung. Der Evangelische Pressedienst (epd) sprach mit ihm darüber.

epd: Herr Schetter, wie beurteilen Sie das Verhältnis des Westens zu Afghanistan?

Medienbericht: Soldaten aus Elfenbeinküste in Mali angeklagt

Frankfurt a.M./Bamako - Rund einen Monat nach ihrer Festnahme in Mali sind 49 Soldaten aus der Elfenbeinküste, die den UN-Mission Minusma in dem westafrikanischen Land unterstützen sollten, angeklagt worden. Sie werden nach Berichten des Senders RFI vom Montag der „Gefährdung der Staatssicherheit“ bezichtigt. Die Militärangehörigen, darunter mindestens zwei Frauen, seien in Gruppen von der Staatsanwaltschaft über die Vorwürfe unterrichtet worden.

Deutschland setzt Einsatz in Mali vorübergehend aus

Berlin - Deutschland hat seinen Einsatz in Mali im Rahmen der UN-Friedensmission Minusma vorübergehend ausgesetzt. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte am Freitag in Berlin, Grund sei die erneute Verweigerung von Überflugrechten durch die malischen Machthaber. Ein Personalwechsel habe nicht abgewickelt werden können. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte zuvor auf Twitter erklärt: „Daher müssen wir Maßnahmen ergreifen und stellen die Operationen unserer Aufklärungskräfte und die Transportflüge mit CH-53 bis auf Weiteres ein.“

AWO: Ortskräfte aus Afghanistan warten weiterhin auf Rettung

Berlin - Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) fordert stärkere Anstrengungen zur Aufnahme von Menschen aus Afghanistan. Racheakte durch die Taliban, eklatante Menschenrechtsverletzungen, Verfolgung, Folter und Gewalt prägten die Realität von Männern und Frauen, die sich für ein freies und demokratisches Afghanistan eingesetzt haben, mahnte der AWO-Bundesverband am Freitag in Berlin. Die Taliban hatten vor einem Jahr - am 15. August 2021 - die Macht in Afghanistan wieder an sich gerissen.

Eine Million Menschen wegen Dürre in Somalia vertrieben

Genf - Wegen der anhaltenden Dürre sind eine Million Menschen innerhalb Somalias vertrieben worden. Allein seit Beginn dieses Jahres mussten 755.000 Menschen aufgrund des ausbleibenden Regens ihre Heimat verlassen, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und der Norwegische Flüchtlingsrat (NRC) am Donnerstag in Genf mitteilten. Damit sei die Gesamtzahl der Menschen, die auf der Suche nach Wasser oder Essen seit Beginn der Dürre im Januar 2021 fliehen mussten, auf eine Million gestiegen.

Hilfsorganisation prangert Leid der Kinder in Afghanistan an

Berlin/Kabul - Ein Jahr nach der Machtübernahme der Taliban leiden viele afghanische Kinder laut einer Untersuchung unter Hunger, Depressionen und Angstzuständen. Vor allem Mädchen gehe es in dem Land am Hindukusch, das auch unter einer schweren Wirtschaftskrise leidet, schlecht, teilte „Save the Children“ am Mittwoch in Berlin mit. Der Afghanistan-Direktor der Hilfsorganisation, Chris Nyamandi, sprach von einer „Kinderrechtskatastrophe“ und forderte mehr humanitäre Hilfe für das Land.

Brasilien: Rechte der Urbevölkerung laut Bericht massiv bedroht

Berlin/São Paulo - Die Rechte der Urbevölkerung in Brasilien werden laut Human Rights Watch immer weiter ausgehöhlt. Allein der Umgang mit der Schutzbehörde für die indigenen Völker Funai durch die Regierung des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro zeige dies, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag in São Paulo bei der Veröffentlichung eines Berichts zum Thema. So sei die Zahl der Mitarbeitenden drastisch reduziert worden. Statt Experten würden Gefolgsleute der Regierung und ehemalige Militärs eingestellt.

Kenia wählt neuen Präsidenten

Nairobi - In Kenia wird heute (Dienstag) ein neuer Präsident gewählt. Umfragen zufolge wird das Rennen zwischen den beiden aussichtsreichsten Kandidaten Raila Odinga und dem derzeitigen Vizepräsidenten William Ruto ausgesprochen knapp. Etwa 22 Millionen der 54 Millionen Kenianerinnen und Kenianer haben sich für die Wahlen registrieren lassen. Abgestimmt wird auch über Senat und Parlament, Lokalparlamente sowie neue Gouverneurinnen und Gouverneure. Der scheidende Präsident Uhuru Kenyatta darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Tschad: Regierung und Rebellen unterzeichnen Friedensabkommen

Frankfurt a.M./Doha - Die Regierung des Tschad und Dutzende Rebellengruppen haben sich auf ein Friedensabkommen geeinigt. Nach monatelangen Verhandlungen wurde das Abkommen zwischen der militärischen Übergangsregierung und mehr als 40 Gruppen am Montag in Doha unterzeichnet, wie der britische Sender BBC berichtete. Demnach soll noch im Laufe des Augusts ein Dialog zu Versöhnung beginnen.

Linkspolitiker Gustavo Petro als kolumbianischer Präsident vereidigt

Berlin/Bogotá - Der Ex-Guerillero Gustavo Petro hat sein Amt als kolumbianischer Präsident angetreten. „Dies ist eine Regierung des Lebens, des Friedens, und als solche wird sie in Erinnerung bleiben“, sagte der 62-jährige Petro bei seiner Vereidigung. Die Zeremonie zum Amtsantritt des ersten linksgerichteten Politikers an der Spitze des südamerikanischen Landes verfolgten am Sonntag (Ortszeit) Tausende Menschen, darunter acht Staatschefs aus Lateinamerika. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schickte eine Gratulation.

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