Brasilien: Lula offiziell Kandidat für die Präsidentenwahl

Berlin/São Paulo - Rund zweieinhalb Monate vor der Präsidentenwahl in Brasilien ist der ehemalige Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva von seiner Partei offiziell zum Kandidaten nominiert worden. Lula wurde einstimmig gewählt, wie die linksgerichtete Arbeiterpartei PT am Donnerstag (Ortszeit) nach einem Treffen mitteilte. Als Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten tritt der ehemalige Gouverneur des Bundesstaates São Paulo und frühere Lula-Rivale Geraldo Alckmin an. Er soll vor allem die bürgerlichen Wählerinnen und Wähler sowie Wirtschaftsvertreter überzeugen.

Amnesty verlangt Aufklärung von Massaker in Äthiopien

London - Amnesty International dringt auf eine unabhängige Untersuchung eines Massakers an der Amhara-Volksgruppe in Äthiopien. Bei dem Angriff auf mehrere Dörfer in der Oromia-Region am 18. Juni seien mehr als 400 Amhara getötet worden, teilte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag in London mit. Überlebende hätten Kämpfer der Oroma-Befreiungsarmee (OLA) dafür verantwortlich gemacht. Infolge des Konfliktes in der Krisenregion Tigray hat die ethnische Gewalt im Vielvölkerstaat Äthiopien zuletzt zugenommen.

"Kirche in Not" kritisiert Gewalt gegen Christen in Nigeria

München - Das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ hat die Gewalt gegen Christinnen und Christen in Zentralnigeria verurteilt. In den vergangenen zwei Monaten seien bei Terrorangriffen mindestens 68 Menschen christlichen Glaubens getötet worden, teilte das Hilfswerk am Mittwoch in München mit. Darüber hinaus seien viele Menschen entführt oder vertrieben worden, hieß es unter Berufung auf den Bischof des Bistums Makurdi, Wilfred Chikpa Anagbe.

Sahel-Experte: Für die UN-Friedensmission in Mali wird es schwieriger

Frankfurt a.M./Bamako - Die UN-Mission Minusma in Mali, an der auch die Bundeswehr beteiligt ist, steht nach Einschätzung des Sahel-Experten Ulf Laessing vor zunehmenden Schwierigkeiten. Nach der Verhängung eines Rotationsverbotes für Minusma-Kontingente durch die Militärregierung stehe der Einsatz zwar nicht vor dem Aus, sagte der Leiter des Regionalprogramms Sahel der Konrad-Adenauer-Stiftung dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Aber es wird für die Mission schwieriger zu agieren.“ Auch das drohende Ende der Beteiligung Ägyptens an dem Einsatz sorge für zusätzliche Herausforderungen.

Nicaragua: Zivilgesellschaft von Regierung außer Gefecht gesetzt

Frankfurt a.M., Washington - Nicaraguas Regierung hat mit ihrem Vorgehen gegen nichtstaatliche Organisationen laut Menschenrechtlern die Zivilgesellschaft außer Gefecht gesetzt. Die Behörden hätten Hunderte Initiativen geschlossen und damit das Recht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit stark eingeschränkt, kritisierte Human Rights Watch am Dienstag in Washington. Doch die Zivilgesellschaft spiele eine zentrale Rolle in dem mittelamerikanischen Land, das keine unabhängigen staatlichen Institutionen mehr habe.

Hilfswerk: Staatengemeinschaft versagt bei Hunger in Ostafrika

Berlin - Die internationale Gemeinschaft versagt laut der Organisation International Rescue Committee (IRC) bei der Hilfe für Ostafrika. Die Region steuere auf eine katastrophale, vermeidbare und vorhersehbare Hungersnot zu, erklärte das Hilfswerk am Dienstag in Berlin. Angesichts der Auswirkungen von Ukraine-Krieg, Klimawandel, Konflikten und den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie auf die Region sei die Krise abzusehen gewesen und werde dennoch vernachlässigt. Ohne sofortige Hilfe könnten in Somalia, Äthiopien und Kenia über drei Millionen Menschen verhungern.

Sudan: Proteste gegen Militärregierung und ethnische Gewalt

Frankfurt a.M./Khartum - Im Sudan haben wieder Menschen gegen die Militärregierung protestiert. In der Hauptstadt Khartum gingen Sicherheitskräfte am Sonntag mit Tränengasgranaten gegen die Protestierenden vor, wie der französische Auslandssender RFI am Montag berichtete. Demnach prangerten die Demonstrantinnen und Demonstranten auch die jüngste ethnische Gewalt im Südosten des Landes an. Zuvor waren bei Konflikten zwischen Angehörigen der Hausa- und der Berta-Volksgruppe laut Berichten Dutzende Menschen getötet und verletzt worden.

Baerbock: Reiche Länder müssen Verantwortung für Klimaschäden tragen

Berlin - Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat die reichen Staaten dazu aufgefordert, ihren finanziellen Zusagen für den Ausgleich von Klimaschäden in armen Ländern nachzukommen. „Wir als Industrieländer müssen unserer Verantwortung gerecht werden“, sagte Baerbock am Montag beim Petersberger Klimadialog in Berlin. Ein Schwerpunktthema des internationalen Treffens ist die finanzielle Unterstützung von Ländern, die besonders von Schäden und Verlusten durch den Klimawandel betroffen sind.

Studie: Urbanisierung im Globalen Süden gefährdet Bienenvölker

Göttingen, Stuttgart (epd). Die Ausbreitung städtischer Lebensformen im Globalen Süden gefährdet einer Studie zufolge Bienenarten, die für die Landwirtschaft besonders wichtig sind. Laut der Untersuchung, die die Universitäten Göttingen und Hohenheim am Freitag vorstellten, leiden vor allem sogenannte soziale Bienen unter der Urbanisierung. Zu ihnen gehören etwa wilde Honigbienen und stachellose Bienen, die in den Tropen große Völker bilden und unerlässlich sind, um Nutzpflanzen zu bestäuben.

Bundesregierung spricht von "Verwirrung" bei Mali-Einsatz

Berlin - Die Bundesregierung hat irritiert auf die Ankündigung der Übergangsregierung in Mali reagiert, den Personalwechsel bei der UN-Mission Minusma einzuschränken. Es gebe „relativ viele Entwicklungen und Ereignisse, die Anlass zu Verwirrung geben“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin. Sie und ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigten, dass die malische Regierung der Mission angezeigt hat, dass sie vorhabe, die bei den Militäreinsätzen üblichen Rotationen einzuschränken oder sogar zu verhindern.

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