El Salvador: Bukele strebt trotz Verfassungsverbots Wiederwahl an

Frankfurt a.M., San Salvador - Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, will trotz des ausdrücklichen Verbots in der Verfassung für eine zweite Amtszeit kandidieren. Er habe gezeigt, dass die Regierung nun funktioniere, begründete er seine Entscheidung in einer Rede an die Nation laut einem Bericht der Zeitung „La Prensa Gráfica“ vom Freitag. Deshalb werde er ungeachtet aller Proteste aus dem Ausland an seiner Politik festhalten und sich im Jahr 2024 zur Wiederwahl stellen. Bukele steht international in der Kritik wegen seines autoritären Führungsstils.

Studie: 2030 könnte ein Viertel des Amazonas-Waldes abgeholzt sein

Berlin/São Paulo - Brasilien wird einer Studie zufolge bis 2030 seinen Treibhausgasausstoß mehr als verdoppeln, wenn es keine Kehrtwende in der bisherigen Umweltpolitik gibt. Nach einer am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Untersuchung von Wissenschaftlern der Föderalen Universität Rio de Janeiro (UFRJ), könnte 2030 etwa ein Viertel der Fläche des Amazonas-Gebiets abgeholzt sein, wie die Zeitung „Folha de São Paulo“ berichtete. Dann würde der CO2-Ausstoß um 137 Prozent ansteigen.

Afghanistan: Grüne versprechen transparente Aufarbeitung

Berlin - Vor der konstituierenden Sitzung der Enquete-Kommission zu den Lehren des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr haben die Grünen eine transparente Aufarbeitung versprochen. Nur dadurch werde man dem Thema gerecht, sagte die von der Grünen-Fraktion in die Kommission entsandte Parlamentarierin Schahina Gambir am Freitag in Berlin. Die Kommission kommt am Montag zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen.

Nigeria entschädigt Opfer von Polizeigewalt

Frankfurt a.M., Abuja - Nigeria entschädigt 74 Opfer von Polizeigewalt. Insgesamt umgerechnet rund 670.000 Euro würden vom Staat dafür zur Verfügung gestellt, berichtete die nigerianische Zeitung „The Guardian“ am Donnerstag. Die Zahlungen für verschiedene Verbrechen wie Folter, entwürdigende Behandlung, willkürliche Festnahmen und außergerichtliche Hinrichtungen seien rein symbolisch, erklärte die für die Entschädigung zuständige Nationale Menschenrechtskommission in der Hauptstadt Abuja. Sie könnten die Taten keinesfalls ausgleichen.

Kirchliche Friedensbewegungen kritisieren Lage an EU-Außengrenzen

Bonn - Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) sowie die katholische Friedensbewegung Pax Christi kritisieren ein „System der Abschottung Europas“ und eine „zunehmende Militarisierung“ an den EU-Außengrenzen. „Direkt vor unserer Haustür herrscht großes Elend“, sagte der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Friedrich Kramer, am Donnerstag in Bonn.

Inkota: Gefährliche Arbeit in Lederindustrie in Bangladesch

Berlin - Auch im neu entwickelten Industriegebiet Savar in Bangladesch ist die Arbeit in der Lederindustrie nach Recherchen des entwicklungspolitischen Inkota-Netzwerks ausbeuterisch und gefährlich. Sie sei geprägt von unsicheren Beschäftigungsverhältnissen, hohen Gesundheitsrisiken und minimaler Bezahlung, erklärte Inkota am Mittwoch in Berlin. Für ihren Bericht befragten Inkota und die bangladeschische Organisation BLF 120 Arbeiterinnen und Arbeiter aus 26 Gerbereien im Gerberei-Zentrum Savar in Dhaka.

Klimaforscher Schellnhuber: "Die 1,5 Grad sind eine Illusion"

Frankfurt a.M. - Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hält das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens für unrealistisch. „Die 1,5 Grad sind eine Illusion, auch wenn sie noch so wünschenswert wären“, sagte der frühere Präsident des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung der „Frankfurter Rundschau“ (Dienstag). Im Klimaabkommen von Paris hatte sich die Staatengemeinschaft im Jahr 2015 dazu verpflichtet, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf deutlich unter zwei Grad Celsius, möglichst sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Vom Straßenhändler zum Präsidenten

Nairobi - William Ruto erzählt manche Geschichten aus seiner Vergangenheit deutlich lieber als andere. Gerne beschreibt der 55-Jährige die bescheidenen Verhältnisse seiner Kindheit im bergigen Rift Valley in Zentralkenia: Wie er zu Fuß weite Wege in die Schule gehen musste, dass er erst mit 15 sein erstes Paar Schuhe bekommen habe, und wie er Hühner und Erdnüsse am Straßenrand verkauft habe, um zu überleben. Er schaffte es, sein Studium zu finanzieren, machte einen Abschluss in Botanik und Zoologie.

UN-Menschenrechtsrat beginnt Sitzung - zahlreiche Konflikte im Fokus

Genf - Zum Auftakt der 51. Sitzung des UN-Menschenrechtsrates hat die Interims-Hochkommissarin Nada Al-Nashif die Achtung der Menschenrechte als Grundlage für Konfliktlösungen angemahnt. Politisches Engagement, das auf internationalen Menschenrechtsstandards fuße, könne gerechtere und gleichberechtigtere Gesellschaften hervorbringen, erklärte Al-Nashif am Montag in Genf. Die Staaten müssten für Maßnahmen der Problemlösung auf das gesamte Spektrum der Menschenrechte zurückgreifen.

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