Historischer Machtwechsel in Brasilien: Lula gewinnt Präsidentenwahl

Berlin/São Paulo - Wahlkrimi in Brasilien: Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen hat der Linkspolitiker Luiz Inácio Lula da Silva die Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien knapp gewonnen. Lula, der Brasilien bereits von 2003 bis 2011 regierte, erhielt 50,9 Prozent der Stimmen, wie die Wahlbehörde am Sonntagabend (Ortszeit) mitteilte. Auf den rechtsextremen Amtsinhaber Jair Bolsonaro entfielen 49,1 Prozent der Stimmen. Es ist das knappste Ergebnis zwischen zwei Finalisten einer Präsidentschaftswahl in Brasilien nach der Militärdiktatur (1964-1985).

Zwischen Umweltkatastrophen und Erdgas-Boom

Maputo - Fischer Joaquím Tinga deutet auf eine Wasserfläche, aus der frisch-grüne Mangrovenbüsche herausragen. „Vor vier Jahren gab es die noch nicht“, sagt der 52-Jährige, der in einem Küstendorf im Südosten Mosambiks lebt. Doch nun wüssten die Menschen, wie wichtig diese Pflanzen für ihren Schutz seien und beteiligten sich an Aufforstungskampagnen. Die Erinnerung an den verheerenden Zyklon „Dineo“ im Jahr 2017 ist noch frisch, als das Wasser das Dorf Chizevane in der Provinz Inhambane geflutet hatte und mehr als 20.000 Menschen ihre Heimat verloren.

Menschenrechtler: Islamisten töten gezielt Zivilisten in Mali

Frankfurt a.M. / Nairobi - Islamistische Gruppen haben in Mali seit März 2022 offenbar gezielt Hunderte Menschen getötet. Auch seien bei diesen systematischen Angriffen Zehntausende zur Flucht aus ihren Dörfern gezwungen worden, erklärte Human Rights Watch am Donnerstag. Die Menschenrechtsorganisation forderte deshalb die malische Regierung und die Friedensmission der Vereinten Nationen (Minusma) auf, ihre Präsenz in den betroffenen Regionen zu verstärken. Auch müssten die Behörden dabei unterstützt werden, den Opfern und ihren Angehörigen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

Ghanas queere Community kämpft gegen Diskriminierung

Accra - Ghana ist ein offenes Land, sucht den Fortschritt und wirtschaftliche Entwicklung. 2019 rief es das „Jahr der Rückkehr“ aus, um Afroamerikaner zur Suche nach ihren Wurzeln nach Ghana zu locken. „Ghana ist euer Zuhause, Afrika ist euer Zuhause. Unsere Arme sind weit geöffnet, um euch willkommen zu heißen“, hieß es. Und doch gibt es manche, die sich in Ghana jeden Tag unwillkommen fühlen. Dazu gehört Alex Kofi Donkor. Er leitet die Organisation „LGBT+ Rights Ghana“ in der Hauptstadt Accra.

Missio zeigt Katar rote Karte

Aachen - Vier Wochen vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft zeigt das katholische Hilfswerk missio dem Austragungsland Katar symbolisch die rote Karte. „Über 6.500 Arbeitsmigranten haben auf den Baustellen ihr Leben lassen müssen“, sagt Dirk Bingener, Präsident des internationalen katholischen Hilfswerks. Der Pfarrer stellte am Montag in Aachen eine Kampagne für die Rechte von Arbeitsmigrantinnen insbesondere in Katar vor und machte dabei darauf aufmerksam, dass die Eröffnung der WM am 20. November in Deutschland auf den Totensonntag fällt.

EU verurteilt tödliche Gewalt gegen Proteste im Tschad

Nairobi/N'Djamena - Die EU hat die tödliche Gewalt gegen Demonstrierende im Tschad verurteilt. Die Übergangsbehörden müssten die Urheber der Gewalt rasch ermitteln und vor Gericht stellen, erklärte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Donnerstagabend in Brüssel. Zuvor waren in dem westafrikanischen Land Tausende Menschen für demokratische Reformen auf die Straße gegangen. Sicherheitskräfte hatten die Proteste brutal niedergeschossen. Laut offiziellen Angaben kamen mindestens 50 Menschen ums Leben, darunter ein Journalist und mehrere Sicherheitskräfte.

Erst Held, jetzt Autokrat: Ruandas Präsident Paul Kagame wird 65

Nairobi/Kigali - Im Jahr 1994 sah die Welt tatenlos zu, als in Ruanda jeden Tag Tausende Menschen ermordet wurden. Dass das Morden endete, lag auch an Paul Kagame. Der damals 37-Jährige hatte im Exil in Uganda eine Truppe aufgebaut, die Patriotische Front Ruandas (FPR), mit der er die im Land wütenden Hutu-Milizen unter Kontrolle brachte. Innerhalb von drei Monaten hatten sie eine Million Menschen getötet. Die meisten von ihnen zählten zur Gruppe der Tutsi, wie auch Kagame selbst. Am Sonntag wird Kagame, der seit 2000 an der Spitze des ostafrikanischen Staates steht, 65 Jahre alt.

Äthiopien: Afrikanische Union lädt zu neuen Friedensverhandlungen ein

Nairobi/Addis Abeba - Die Afrikanische Union hat die Kriegsparteien in Äthiopien abermals zu Friedensverhandlungen eingeladen. Wie der Sicherheitsberater des äthiopischen Premierministers Abiy Ahmed, Redwan Hussein, am Donnerstag auf Twitter mitteilte, sind die Gespräche für Montag (24. Oktober) angesetzt. Die Regierung sei gewillt, an dem Treffen in Südafrika teilzunehmen und mit den Kämpfern der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) zu verhandeln. Es ist der zweite Versuch der Afrikanischen Union in diesen Monat, die Parteien an einen Tisch zu bringen.

Oxfam: Geberländer rechnen Klima-Hilfen schön

Berlin - Die Klima-Hilfen für arme Länder fallen nach Recherchen von Oxfam deutlich niedriger aus als auf dem Papier gemeldet. Bei den offiziellen Zahlen der Geberländer würden auch weniger treffende Programme angerechnet und Kredite zu hoch gewertet, kritisiert die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse zur Klimafinanzierung. Demnach könnte die tatsächliche Unterstützungsleistung etwa zwei Drittel unter den offiziell berichteten Zahlen der Geberländer liegen.

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