Perus Ex-Präsident Fujimori wegen Zwangssterilisierungen angeklagt

Frankfurt a.M./Lima - In Peru ist Ex-Präsident Alberto Fujimori (82) wegen der Zwangssterilisierung Zehntausender Frauen angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft Fujimori und drei seiner ehemaligen Gesundheitsminister vor, die Sterilisation zumeist indigener Frauen gegen ihren Willen veranlasst zu haben. Mindestens fünf Frauen seien an den Folgen gestorben und mindestens 1.300 Frauen hätten lebenslange Gesundheitsschäden, heißt es in der von Staatsanwalt Pablo Espinoza Vásquez am Montag (Ortszeit) vor Gericht verlesenen Anklage, wie die Tageszeitung "El Comercio" berichtete.

"Ärzte ohne Grenzen" befürchtet hohe Corona-Dunkelziffern in Afrika 

Berlin - Trotz steigender Corona-Zahlen ist nach Angaben von "Ärzte ohne Grenzen" in den meisten Ländern Afrikas noch keine einzige Impfstoff-Dosis angekommen. "Südafrika hat eine sehr schwere erste und zweite Welle an Infektionen erlebt", sagte der Berliner Intensivmediziner Tankred Stöbe, der bis vor kurzem im benachbarten Malawi für die Hilfsorganisation im Einsatz war, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das habe auch in Simbabwe und Sambia dramatische Auswirkungen. 

Facebook sperrt sämtliche Konten von Myanmars Militärs

Frankfurt a.M./Menlo Park - In Reaktion auf den Militärputsch in Myanmar hat der US-Onlinekonzern Facebook sämtliche Konten der Armee des südostasiatischen Landes mit sofortiger Wirkung gesperrt. Das betreffe alle Organisationen, Körperschaften sowie Medien in Verbindung mit dem Militär auf Facebook und Instagram, teilte das im kalifornischen Menlo Park ansässige Unternehmen in der Nacht zu Donnerstag mit. Dasselbe gelte für Werbung von Firmen unter Kontrolle der Armee. Menschenrechtler begrüßten den Schritt, bezeichneten ihn aber als nicht weitgehend genug.   

Erstmals syrischer Geheimdienstler wegen Folter verurteilt

Koblenz - Erstmals hat ein Gericht einen syrischen Geheimdienst-Mitarbeiter wegen Staatsfolter verurteilt. Das Oberlandesgericht Koblenz verhängte am Mittwoch eine viereinhalbjährige Haftstrafe gegen Eyad A.. Die Richter befanden ihn für schuldig, Beihilfe zu Folter und Freiheitsberaubung geleistet zu haben (Az 1 StE 3/21). Die Bundesanwaltschaft hatte fünfeinhalb Jahre Haft gefordert. Die Verteidiger des Angeklagten hatten auf Freispruch plädiert. Sie hatten argumentiert, der 44-Jährige habe unter Befehlsnotstand gehandelt.

UN-Programm beliefert erstes Land mit Corona-Impfstoffen

Genf/Accra - Das Impfstoff-Programm der Vereinten Nationen (Covax) hat erstmals ein Land mit Vakzinen gegen Covid-19 beliefert. In dem westafrikanischen Ghana seien die ersten Impfdosen gegen die Krankheit eingetroffen, teilten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Kinderhilfswerk Unicef am Mittwoch in der Hauptstadt Accra mit.

Damit sei die größte Impfkampagne in der Geschichte angelaufen, die auf Dutzende weitere Länder ausgeweitet werden soll. Alle Menschen auf der Welt müssten einen Zugang zu den Impfungen gegen den Corona-Erreger erhalten.

G7-Staaten verurteilen Gewalt gegen Demonstranten in Myanmar

Frankfurt a.M./London - Die sieben führenden Industriestaaten (G7) haben die Gewalt des Militärregimes in Myanmar gegen die demonstrierende Bevölkerung "mit Nachdruck" verurteilt. "Das Militär und die Polizei müssen äußerste Zurückhaltung üben sowie die Menschenrechte und das Völkerrecht achten", heißt es in einer Erklärung vom Dienstag. "Der Einsatz scharfer Munition gegen unbewaffnete Menschen ist inakzeptabel. Wer auf friedliche Proteste mit Gewalt reagiert, muss zur Rechenschaft gezogen werden."

Steinmeier und WHO-Chef Tedros rufen zu globaler Impf-Solidarität auf

Berlin/Genf - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, fordern mehr Gerechtigkeit bei der globalen Covid-19-Impfstoffverteilung. Ob und wie überzeugend die weltweite Zusammenarbeit in dieser Frage gelinge, "ist auch ein Lackmustest der internationalen Solidarität", sagte Steinmeier am Montag in Berlin. Auch wenn Regierungen zuerst der eigenen Bevölkerung verpflichtet seien, dürfe die internationale Dimension der Corona-Pandemie nicht aus dem Blick gelassen werden. 

Größte Proteste seit dem Militärputsch in Myanmar

Brüssel/Rangun - Trotz angedrohter Gewalt sind in Myanmar laut Medienberichten Hunderttausende Menschen zu den größten Protesten seit dem Militärputsch von Anfang Februar auf die Straße gegangen. Massendemonstrationen wurden am Montag aus verschiedenen Teilen des Landes gemeldet. Unter dem Motto "2 Five" und "Volksaufstand 22.2.2021" hatten Aktivisten zudem zu einem Generalstreik aufgerufen, etliche Geschäfte blieben nach Berichten der Nachrichtenportale "Frontier Myanmar" und "Irrawaddy" geschlossen.

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