Syrienkrieg
Syrienkrieg

Rekordjahr der Gewalt

Im vergangenen Jahr hat sich die Lage für Menschen in Syrien deutlich verschlechtert. Russland, die USA, Frankreich und Großbritannien haben dazu beigetragen, erklären zahlreiche Hilfswerke.

Die Vetomächte im UN-Sicherheitsrat hätten ihre eigenen Resolutionen untergraben und zu wenig diplomatischen Druck ausgeübt, die Kämpfe zu beenden, kritisieren 30 Hilfsorganisationen in ihrem Bericht „Fuelling the Fire“. Stattdessen hätten sie Verbündete mit Waffen unterstützt oder sogar direkt militärisch eingegriffen.

Im vergangenen Jahr seien mindestens 50.000 Menschen in Syrien getötet und fast eine Million zur Flucht gezwungen worden, heißt es in dem Bericht zum fünften Jahrestag des Syrien-Konflikts weiter. Die Anzahl der Menschen in belagerten Gebieten habe sich auf fast 500.000 verdoppelt, während Angriffe auf Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen deutlich zugenommen hätten. Die russischen Luftangriffe hätten zum Anstieg der Gewalt erheblich beigetragen: Dabei seien alleine im November etwa 2300 Menschen gestorben.

Zu den Organisationen, die den Bericht herausgegeben haben, gehören Care, Oxfam und „Save the Children“.  Mitgearbeitet haben syrische Organisationen wie die Syrian-American Medical Society (SAMS), Big Heart und Syria Relief and Development. Die Hilfsorganisationen fordern die Staatengemeinschaft auf, einen umfassenden Friedensprozess einzuleiten. Die Kriegsparteien müssten den Einsatz von Belagerung als Kriegsstrategie sofort beenden und humanitäre Hilfe zulassen. Obwohl einige belagerte Orte wieder zugänglich seien, würden Hilfsorganisationen nach wie vor bei ihrer Arbeit behindert oder angegriffen.

„Russland, die Vereinigten Staaten, Frankreich und Großbritannien müssen endlich an einem Strang ziehen und stärkeren Druck auf die Konfliktparteien in Syrien ausüben, um die völkerrechtswidrige Blockade ganzer Städte und Gebiete zu beenden“, sagte Andy Baker von Oxfam, der die Nothilfe für Syrien leitet. Die vier UN- Sicherheitsratsmitglieder dürften zudem keine Waffen mehr an Konfliktparteien liefern. Das heize die Gewalt nur zusätzlich an.

Neuen Kommentar schreiben