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SDG Finanzierung: Hoffen auf Impact Investment

Die Vereinten Nationen schätzen den Investitionsbedarf zur Finanzierung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG) auf bis zu fünf Billionen US-Dollar jährlich. Privatinvestitionen sollen dazu beitragen, und zwar möglichst solche, die auf Entwicklungswirkung zielen, sogenannte Impact Investments.

Bevor sie ihr Geld anlegen, wägen Investoren die Rendite, das Risiko und die Volatilität der Länder und des Marktbereichs ab. Mit Impact Investments in Unternehmen oder Fonds soll aber nicht nur eine Rendite erzielt werden, sie sollen darüber hinaus eine günstige messbare Wirkung auf Umwelt oder Gesellschaft haben. Gemessen wird diese Wirkung anhand der sogenannten ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance). Gemäß dem Global Impact Investing Netzwerk GIIN lag das weltweit in Impact Investments angelegte Vermögen im Jahr 2018 bei 239 Milliarden Dollar, etwa die Hälfte davon in Entwicklungs- und Schwellenländern.

„Es gibt enorme Bedürfnisse in Entwicklungs- und Schwellenländern, die mit diesen Finanzflüssen gedeckt werden können“, gerade im Bereich Energieversorgung oder Klimaschutz, sagt Liliana de Sá Kirchknopf auf einer Konferenz zum Thema Entwicklungsfinanzierung im Oktober in Genf. Sie ist Ressortleiterin Privatsektorförderung beim Staatssekretariat für Wirtschaft. „Alleine können die Länder das nicht stemmen.“

Die Schweiz sei gut positioniert, eine globale Drehscheibe für Impact Investments zu werden, sagt Frédéric Berney, der ebenfalls in Genf spricht Er leitet die Arbeitsgruppe Entwicklungsinvestitionen bei Swiss Sustainable Finance, einem Verband von 135 Finanzdienstleistern, Investoren, Hochschulen und öffentlichen Einrichtungen. Die Schweizer Unternehmen BlueOrchard, responsAbility und Symbiotics gehören zu den zehn wichtigsten auf entwicklungsorientierte und nachhaltige Investitionen spezialisierte Vermögensverwaltern. In acht Jahren haben sich die Impact-Investitionen des Schweizer Privatsektors auf mehr als neun Milliarden US-Dollar vervierfacht.

Anfang Oktober haben rund 50 Unternehmen, Investoren und Organisationen die Schweizer Finanzbehörden aufgerufen, sie besser zu unterstützen. Hürden wie Vorgaben für eine Mindestrendite, die etwa Pensionskassen davon abhalten, nachhaltige Investitionen zu tätigen, sollten entfernt werden. Andere Länder haben schon die Regeln für die Investitionen von Pensionskassen gelockert oder Impact Investments von Steuern befreit.

Zivilgesellschaftliche Organisationen sehen die öffentlich-private Zusammenarbeit in der Entwicklungsfinanzierung kritisch, weiß auch de Sá Kirchknopf. Um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, brauche es zwar möglichst alle Kräfte. In der Zusammenarbeit müssten jedoch gewisse Prinzipien beachtet werden und ein Mehrwert entstehen. Beispielsweise solle der Privatsektor mit befristeter staatlicher Unterstützung auch in „schwierigere Märkte“ investieren, in die er sonst nicht gehen würde, erklärt de Sá Kirchknopf.

erschienen in Ausgabe 11 / 2019: Aufbruch am Horn von Afrika

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