Sahel-Politik
Sahel-Politik

Neue Ansätze sind nötig

Die Bundesregierung soll ihren Einsatz für die Stabilisierung der Sahel-Staaten vom Kopf auf die Füße stellen, fordern Fachleute für die Region mit Verweis auf Parallelen zum Scheitern in Afghanistan.

Trotz des europäischen Engagements in den Sahel-Staaten hat sich die Lage dort dramatisch verschlechtert, heißt es in einem neuen Papier des Ausschusses „Sahel“ der Vereinigung für Afrikawissenschaften in Deutschland (VAD). Die Bundeswehr beteiligt sich dort an einer Stabilisierungsmission der UN in Mali und an einer Ausbildungsmissionen der EU, zudem leistet Deutschland Entwicklungshilfe. 

Laut dem VAD-Ausschuss ist es an der Zeit, die Position der Bundesregierung in der Sahelpolitik selbstständig, auch gegenüber Frankreich und den USA, neu zu definieren. Sie solle nicht weiter die Armeen der G5-Sahel unterstützen und einen doppelten Paradigmenwechsel vornehmen: weg von der Zusammenarbeit mit zentralstaatlichen und hin zu lokalen Akteuren sowie weg von militärischen und hin zu zivilen Ansätzen. Die Zentralregierungen seien wenig legitimiert, korrupt und schwach. 

Der Ausschuss fordert nicht, die Bundeswehr sofort abzuziehen oder jede Zusammenarbeit mit den Regierungen zu beenden – das könne zu deren Zusammenbruch führen. Doch man müsse sich endlich darauf einstellen, dass lokale Gemeinschaften und nichtstaatliche Initiativen wichtige Ordnungsfunktionen ausübten, und direkt mit ihnen zusammenarbeiten. Zudem solle der Einsatz in Afghanistan gründlich und öffentlich aufgearbeitet werden, damit vermieden werden kann, in Mali dieselben Fehler zu wiederholen.

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