Mittelkürzungen verschlechtern Gesundheit von Frauen in Afghanistan

Frankfurt a.M./New York - In Afghanistan sind Frauen aufgrund rückläufiger Hilfen weniger gut medizinisch versorgt. Das geht aus einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Situation werde sich höchstwahrscheinlich noch verschlechtern, da weitere Kürzungen zu erwarten seien, wenn die internationalen Truppen im September das Land verlassen hätten. Internationale Geber befänden sich derzeit in Wartehaltung um zu sehen, ob die Taliban ihre Kontrolle im Land ausbauen, sagte Frauenrechtsexpertin Heather Barr.

25 Jahre Haft für ugandischen Rebellenführer Ongwen

Den Haag - Erstmals muss ein Anführer der berüchtigten zentralafrikanischen Rebellengruppe LRA wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ins Gefängnis. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag verhängte am Donnerstag eine 25-jährige Haftstrafe gegen den Ugander Dominic Ongwen, der unter anderem wegen Mordes, Vergewaltigung, Plünderungen und mehrerer Angriffe auf die Zivilbevölkerung in Uganda verurteilt ist. Die gut sechs Jahre, die Ongwen in Untersuchungshaft saß, werden von der Strafe abgezogen.

Menschenrechtsbündnis fordert Waffenembargo gegen Myanmar

Berlin - Mehr als 200 zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter Amnesty International und Human Rights Watch, fordern den UN-Sicherheitsrat dringend zu einem umfassenden Waffenembargo gegen Myanmar auf. Die Staatengemeinschaft müsse sich dafür einsetzen, dass die Gewalt der Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten in Myanmar ein Ende habe, heißt es in einem am Mittwoch vorgestellten Offenen Brief des Bündnisses.

Fairtrade sieht wachsendes Bewusstsein für fair gehandelte Produkte

Köln/Nairobi - Trotz eines leichten Umsatzrückgangs von fünf Prozent im Jahr 2020 sehen die Verantwortlichen von Fairtrade Deutschland ein wachsendes Bewusstsein für fair produzierte und gehandelte Produkte. Vorstandsvorsitzender Dieter Overath sagte am Mittwoch bei der jährlichen Bilanzpressekonferenz in Köln: „Wir werden 2021 wieder ein Plus hinbekommen.“

Kongo will Regionalregierung in Konfliktgebiet durch Militär ersetzen


Frankfurt a.M./Kinshasa - Die kongolesische Regierung will die lokale Verwaltung in den Krisenprovinzen Nordkivu und Ituri durch das Militär ersetzen. Präsident Félix Tshisekedi kündigte an, Gouverneure und Vizegouverneure durch Machthaber des Militärs und der Polizei zu ersetzen, wie der Sender Radio Okapi am Dienstag berichtete. Zudem soll die Ziviljustiz Militärgerichten untergeordnet werden. Hintergrund ist die anhaltende Gewalt in der Region, durch die in den vergangenen Monaten Hunderte Menschen getötet wurden.

Amnesty prangert Gräueltaten in Tigray an

London - Seit Beginn der Kämpfe in der äthiopischen Unruheregion Tigray vor einem halben Jahr sind laut Amnesty International Tausende Menschen getötet und Hunderttausende vertrieben worden. Es gebe ausreichend glaubwürdige Beweise von gravierenden Menschenrechtsverletzungen, aber nur eine viel zu schwache Reaktion der internationalen Gemeinschaft, erklärte Amnesty am Dienstag. Sowohl die politischen Führungen in Afrika als auch die Vereinten Nationen müssten endlich etwas unternehmen, um den Konflikt zu befrieden.

"Sea-Watch 4" bringt 455 Flüchtlinge nach Sizilien

Rom - Das private Rettungsschiff „Sea-Watch 4“ bringt Hunderte Flüchtlinge in Sizilien an Land. Die italienischen Behörden hätten der Besatzung den Hafen von Trapani zugewiesen, erklärte die Organisation Sea-Watch am Montag. An Bord waren 455 Menschen, die bei sechs Einsätzen innerhalb von drei Tagen vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet worden waren. „Unsere Gäste sind sehr erleichtert und unglaublich glücklich, dass sie bald an einem sicheren Ort an Land gehen dürfen!“, hieß es.

Kubanische Behörden gehen gegen Künstler im Hungerstreik vor

Oaxaca de Juárez / Havanna - Eine Woche nach Beginn seines Hungerstreiks ist der kubanische Künstler Luis Manuel Otero Alcántara zwangsweise in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Wie das Nachrichtenportal „cibercuba“ berichtete, drangen Sicherheitskräfte am Sonntag (Ortszeit) in die Wohnung des 33-jährigen Regimekritikers ein und führten ihn ab. Zunächst war unklar, wohin der Künstler gebracht wurde. Erst Stunden später meldete die zuständige Gesundheitsbehörde auf Facebook, Otero Alcántara befinde sich in der Universitätsklinik von Havanna.

Erste Benin-Bronzen sollen 2022 nach Nigeria zurückkehren

Berlin - Die ersten als Raubgut eingestuften Benin-Bronzen aus Afrika sollen im kommenden Jahr von deutschen Museen an Nigeria zurückgegeben werden. Dazu sei jetzt eine Verständigung erzielt worden, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Donnerstagabend in Berlin. Dies sei eine "wichtige Wegmarke für Verständigung und Versöhnung".

"Wir stellen uns der historischen und moralischen Verantwortung, Deutschlands koloniale Vergangenheit ans Licht zu holen und aufzuarbeiten", betonte Grütters: "Der Umgang mit den Benin-Bronzen ist dafür ein Prüfstein."

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