UN: Politische Krise in Myanmar verstärkt Armut und Hunger

Frankfurt a.M./Yangon - Die politische Krise in Myanmar verschlimmert nach UN-Angaben die humanitäre Lage in dem südostasiatischen Land. Das Welternährungsprogramm (WFP) kündigte am Mittwochabend in New York an, seine Hilfen von 1,3 Millionen auf 3,3 Millionen Menschen auszuweiten, vor allem auf Bewohner von Slums und Flüchtlinge. Die Corona-Pandemie und die politische Krise seit dem Militärputsch vom 1. Februar hätten die ohnehin bestehende Armut vergrößert, erklärte die UN-Organisation. Hunger und Verzweiflung hätten stark zugenommen. 
 

Opposition übt im Bundestag scharfe Kritik an Lieferkettengesetz

Berlin - Das geplante Lieferkettengesetz stößt auf breite Kritik. Bei der ersten Lesung des Entwurfs am Donnerstag im Bundestag in Berlin verlangten Abgeordnete von Grünen und Linken schärfere Regeln. Linken-Politikerin Eva-Maria Schreiber beklagte, dass ein anfangs guter Entwurf verwässert worden sei. Grünen-Parlamentarier Uwe Kekeritz sagte, es sei inakzeptabel, dass die Unternehmensverantwortung für die Umwelt nur halbherzig berücksichtigt werde. 

Kabinett bringt Verlängerung der Mali-Einsätze auf den Weg

Berlin - Im westafrikanischen Krisenland Mali sollen künftig deutlich mehr Bundeswehrsoldaten eingesetzt werden können. Das Bundeskabinett brachte am Mittwoch in Berlin eine Verlängerung der beiden Mandate auf den Weg. Dabei ist vorgesehen, die deutsche Beteiligung an der EU-Ausbildungsmission (EUTM) von bisher maximal 450 auf 600 Streitkräfte zu erhöhen. Deutschland übernimmt im Sommer zudem die Führung dieses Einsatzes.

Indigene Politikerin in Kolumbien ermordet

Oaxaca de Juárez/Popayán-Cauca - Die Gewalt gegen soziale Aktivisten und Menschenrechtsverteidiger in Kolumbien findet kein Ende. Am Dienstag (Ortszeit) ermordeten Unbekannte die Gouverneurin des indigenen Reservats La Laguna, Sandra Liliana Peña, im südwestlich gelegenen Bundesstaat Cauca. Die Politikerin wurde regionalen Medien zufolge zu Hause überfallen, gezwungen, ihr Haus zu verlassen und dann erschossen.

Welternährungsprogramm startet Schulspeisung in Venezuela

Genf - Das Welternährungsprogramm (WFP) hat mit der umstrittenen Regierung von Venezuela ein großangelegtes Schulspeiseprogramm vereinbart. Bis Ende des Jahres sollen 185.000 Kinder in dem südamerikanischen Krisenland regelmäßig mit Essen versorgt werden, wie WFP-Sprecher Tomson Phiri am Dienstag in Genf mitteilte. Bis zum Ende des Schuljahres 2022/2023 plane das WFP, 1,5 Millionen Schülern Essen auszuhändigen.

Präsident des Tschad nach Kampfeinsatz gestorben

Frankfurt a.M./N'Djamena - Der frisch wiedergewählte Präsident des Tschad, Idriss Déby, ist tot. Der 68-Jährige sei am Dienstag seinen Verletzungen erlegen, die er sich bei Kämpfen der Armee gegen Rebellen im Norden des Landes zugezogen habe, berichtete der Sender France 24 unter Berufung auf einen tschadischen Armeesprecher. Erst am Montag hatte die Wahlkommission des westafrikanischen Landes Débys Wiederwahl für eine sechste Amtszeit bekanntgegeben. Déby hat den Tschad mehr als 30 Jahre lang zunehmend autokratisch regiert.

Indiens Hauptstadt Neu-Delhi beginnt einwöchigen harten Lockdown

Dubai/Neu-Delhi - Angesichts rapide steigender Corona-Infektionszahlen geht Indiens Hauptstadt Neu-Delhi in einen harten Lockdown: Die Maßnahme soll am Montagabend in Kraft treten und bis zum kommenden Montag gelten, wie der "Indian Express" berichtete. "Die Covid-Situation in Delhi ist finster", erklärte der Regierungschef der 30-Millionen-Metropole, Arvind Kejriwal. Die Stadt meldete am Montag 23.500 Corona-Neuansteckungen binnen 24 Stunden.

UN stellen nach Anschlag Tätigkeit in Nord-Nigeria vorübergehend ein

Frankfurt a.M./Abuja - Die Vereinten Nationen haben nach Angriffen auf mehrere Hilfsorganisationen ihre Tätigkeit in Nordost-Nigeria vorübergehend eingestellt. In den betroffenen Regionen Dikwa und Damasak seien Hilfsleistungen ausgesetzt und die humanitären Helfer in Sicherheit gebracht worden, erklärte UN-Nothilfekoordinator Edward Kallon am Wochenende. Bewaffnete Gruppen hatten am 11. April in der Stadt Damasak im Bundesstaat Borno ein UN-Hilfszentrum angegriffen und drei Gebäude von Hilfsorganisationen angezündet und weitgehend zerstört.

UN fordern verstärkten Einsatz zur Seenotrettung von Flüchtlingen

Rom - Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, fordert verstärkte Bemühungen der internationalen Gemeinschaft zur Rettung von Flüchtlingen aus Seenot. Anlässlich von Gesprächen mit italienischen Regierungsvertretern und Papst Franziskus würdigte er am Freitag in Rom private Seenotretter. "Ich lehne den Versuch, den Einsatz von Nichtregierungsorganisationen zu kriminalisieren, entschieden ab", sagte er mit Blick auf die wiederholte Festsetzung von Seenotrettungsschiffen in Italien.

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