Standpunkte
Kriege, Machtpolitik und die Erosion des Völkerrechts prägen die internationale Politik zunehmend. Das bedroht humanitäre Errungenschaften und macht Entwicklungszusammenarbeit gerade jetzt unverzichtbar.
Deutschland hat es vorgemacht, andere EU-Länder ziehen nach: Sie wollen mit den Taliban zusammenarbeiten, um leichter Afghanen abschieben zu können. Damit legitimieren sie das Regime in Kabul und lassen die Afghanen im Stich, die an ihrer Seite für Demokratie gekämpft haben.
Die Entwicklungshilfe sinkt dramatisch, und manche finden das nicht so schlimm oder gewinnen ihm sogar Gutes ab. Da geht in der Diskussion einiges durcheinander, meint Tillmann Elliesen.
China, die USA und Europa: Alle wollen die Rohstoffe haben, von denen Afrika jede Menge hat. Doch die Regierungen machen zu wenig daraus. Die Rohstoffexporteure des Kontinents müssen sich besser untereinander abstimmen, um das zu ändern, fordert der Entwicklungsexperte Gyude Moore.
Milliardäre, Milliardärinnen und multinationale Konzerne können auf legale Weise Steuerzahlungen in Milliardenhöhe vermeiden. Um das zu ändern, verhandeln die Vereinten Nationen eine Steuerrahmenkonvention – das ist entscheidend für Steuergerechtigkeit weltweit.
Der Irankrieg zeigt einmal mehr, wie abhängig die globale Ernährung von fossiler Energie, Chemie und Logistik ist. Höchste Zeit, arme Länder von Dünger- und Nahrungsimporten zu entkoppeln und auf agrarökologische, krisenresistente Landwirtschaft zu setzen.
Kambodscha ist ein Zentrum für internationalen Onlinebetrug. Das Land geht jetzt dagegen vor, aber nur unter starkem Druck von außen. Zusätzlich braucht es strenge Regeln für das globale Finanzwesen, meint Bernd Ludermann.
Sich zur Pressefreiheit zu bekennen heißt nicht nur, verfolgte Journalisten zu schützen, sondern auch, unabhängige Medien zu fördern und die Machtkonzentration auf dem Medienmarkt strenger zu kontrollieren, kommentiert Barbara Erbe.
Zehn Jahre nach dem wegweisenden Klimaabkommen von Paris gibt es durchaus Fortschritte beim Klimaschutz. Eine Gruppe von 80 Ländern will den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen vorantreiben. Gut so, kommentiert Bernd Nilles, Geschäftsleiter von Fastenaktion.
Dass Großinvestoren aus Eigeninteresse den Umstieg auf grünes Wirtschaften vorantreiben, ist eine Illusion. Wer Klimaschutz will, muss gegen die absurde Vermögenskonzentration vorgehen.
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