Ehemalige afghanische Ortskräfte hoffen auf Aufnahme in Deutschland

Berlin - Zwei Jahre nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan hoffen noch zahlreiche frühere Ortskräfte deutscher Institutionen auf eine Aufnahme in Deutschland. Der Vorsitzende des Afghanistan-Untersuchungsausschusses im Bundestag, Ralf Stegner (SPD), wies in der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Montag) auf einst in der deutschen Entwicklungsarbeit beschäftigte Afghaninnen und Afghanen hin, die „noch dort und in Gefahr“ seien. Am 15. August 2021 haben die Taliban die Hauptstadt Kabul eingenommen und herrschen seither im gesamten Land.

Neuer Präsidentschaftskandidat in Ecuador bestimmt

Berlin/Quito - In Ecuador soll nach dem Mord an dem Präsidentschaftsbewerber Fernando Villavicencio nun doch ein anderer Kandidat seinen Platz einnehmen. Der Journalist Christian Zurita solle zur Wahl antreten, teilte die Partei „Construye“ am Sonntag (Ortszeit) mit. Sie revidierte damit ihre Entscheidung, die Umweltaktivistin Andrea González Náder für das höchste Amt ins Rennen zu schicken. Hintergrund sind offenbar rechtliche Gründe. Es sei unsicher, ob Gonzáles Náder als Kandidatin zugelassen würde, nachdem sie schon für das Vize-Amt registriert war, hieß es.

Niger: Präsident Bazoum soll wegen Hochverrats angeklagt werden

Nairobi, Niamey - Die Putschisten im Niger wollen den abgesetzten Präsidenten Mohamed Bazoum wegen Hochverrats anklagen. In einer am späten Sonntagabend im nationalen Fernsehen verlesenen Erklärung warf ein Vertreter der Militärs Bazoum vor, durch seine Nachrichten an ausländische Staatschefs und internationale Organisationen die nigrische Sicherheit unterwandert zu haben. Auch seine „Komplizen“ sollen demnach angeklagt werden.

Ecuador: Festnahmen nach Mord an Präsidentschaftskandidaten

Berlin/Quito - In Ecuador sind nur wenige Stunden nach dem Mord an dem Präsidentschaftskandidaten Fernando Villavicencio sechs Verdächtige festgenommen worden. Sie seien dem organisierten Verbrechen zuzuordnen, gab Innenminister Juan Zapata am Donnerstagabend (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz bekannt. Bei ihnen seien Waffen, Granaten und Maschinenpistolen gefunden worden. Zwei der Verdächtigen sind Kolumbianer.

Hilfsorganisation beklagt schwindende Aufmerksamkeit für Afghanistan

Frankfurt a.M., Kabul - Zwei Jahre nach der Machtergreifung der Taliban droht das Leid der afghanischen Bevölkerung laut der Hilfsorganisation IRC in Vergessenheit zu geraten. „Afghanistan ist in vielerlei Hinsicht vom Radar verschwunden“, sagte die IRC-Sprecherin in Kabul, Samira Sayed Rahman, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Hilfsprogramme seien stark unterfinanziert, obwohl sich die Krise in dem Land seit der Rückkehr der Taliban stark verschlechtert habe.

Schulze hält Rückkehr des Niger zur Demokratie für möglich

Köln - Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hofft weiter auf eine Rückkehr des Niger zur Demokratie. Sie sei sehr froh, dass der westafrikanische Staatenbund Ecowas weiterhin friedliche Lösungen in den Mittelpunkt stelle, sagte Schulze am Freitag im Deutschlandfunk. „Bei diesem Putsch ist bisher noch niemand ums Leben gekommen“, betonte die SPD-Politikerin. Sie sehe immer noch die Möglichkeit für friedliche Lösungen, wenn der internationale Druck groß genug sei.

Afghanistan-Expertin: Laute Rufe nach roten Linien kontraproduktiv

Berlin - Laute Rufe nach roten Linien werden von den Menschen in Afghanistan nach Einschätzung der früheren Leiterin des Kabuler Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, Ellinor Zeino, als kontraproduktiv wahrgenommen. Sie sagte am Donnerstag bei einem Online-Gespräch, dass es vor Ort wenig nutze und manchmal sogar schade, wenn Frauenrechte oder die Rechte von Minderheiten als ausländische Agenda angesehen würden. Dies hätten ihr viele Gesprächspartner gesagt, auch aus der Zivilgesellschaft, betonte Zeino, die bis vor wenigen Tagen bei einem zweiwöchigen Besuch in dem Land am Hindukusch war.

Ecuador: Präsidentschaftskandidat Villavicencio erschossen

Berlin/Quito  - Eineinhalb Wochen vor den Präsidentschaftswahlen ist in Ecuador der Bewerber Fernando Villavicencio erschossen worden. Der 59-Jährige nahm an einer Wahlkampfveranstaltung in einer Schule in der Hauptstadt Quito teil, als die Schüsse fielen, wie die Tageszeitung „El Universo“ am Mittwochabend (Ortszeit) berichtete. Villavicencio war in Ecuador als investigativer Journalist bekannt, der vor allem die weitverbreitete Korruption kritisierte. Er soll mehrfach von Drogenkartellen bedroht worden sein.

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