Vor zehn Jahren ging das Foto des toten Alan Kurdi um die Welt

Frankfurt a.M. - Ein Kleinkind in blauer Hose und rotem T-Shirt bäuchlings im Sand, der Kopf im flachen Wasser auslaufender Wellen - vor zehn Jahren wurde der zweijährige syrische Flüchtlingsjunge Alan Kurdi tot an der türkischen Ägäis-Küste angeschwemmt. Die Aufnahmen der Fotografin Nilüfer Demir des kleinen Leichnams liefen laut dem Forschungsverbund Visual Social Media Lab innerhalb von zwölf Stunden über die Bildschirme von fast 20 Millionen Menschen.

Aachener Friedenspreisträger aus dem Iran darf nicht einreisen

Aachen, Berlin - Einer der diesjährigen Aachener Friedenspreisträger kann an der Preisverleihung am kommenden Montag nicht teilnehmen, weil ihm die Einreise verwehrt wird. Der Chefredakteur der studentischen Medienplattform „Amirkabir Newsletter“ aus dem Iran habe kein Einreisevisum für Deutschland erhalten, teilte der Friedenspreis-Trägerverein am Freitag in Aachen mit. Der Menschenrechtler lebe seit zwei Jahren in Armenien mit einem Stipendium der Universität Eriwan.

Unicef: Situation der Kinder in Haiti alarmierend

Berlin/New York - Die Menschenrechtslage von Kindern und Jugendlichen in Haiti hat sich nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef dramatisch verschlechtert. Die Zahl schwerer Menschenrechtsverletzungen gegen Minderjährige habe sich im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2023 verfünffacht, sagte die Geschäftsführerin von Unicef Catherine Russell am Donnerstag (Ortszeit) vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York.

Amnesty fordert Aufklärung zehntausender verschwundener Syrer

Berlin - Amnesty International hat die syrische Regierung aufgefordert, über den Verbleib von zehntausenden verschwundenen Syrerinnen und Syrern aufzuklären. Wie aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation hervorgeht, sind zwischen 2011 und 2024 schätzungsweise mehr als 100.000 Menschen in Syrien verschwunden. „Die Familien von Verschwundenen in Syrien ertragen seit mehr als einem Jahrzehnt ein unvorstellbares Maß an Leid und Unsicherheit“, sagte die Amnesty-Expertin für den Nahen Osten und Nordafrika, Katja Müller-Fahlbusch.

Bundesamt sieht "hohe Schutzwahrscheinlichkeit" bei Afghaninnen

Berlin - Frauen in Afghanistan werden nach Einschätzung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) unter der Herrschaft der islamistischen Taliban stark unterdrückt. Das führe aktuell zu einer „außerordentlich hohen Schutzwahrscheinlichkeit für Frauen und Mädchen aus Afghanistan“, wobei auch der Einzelfall in die Asylentscheidung miteinbezogen werde, sagte ein Sprecher des Flüchtlingsamts den Tageszeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag).

Kolumbien: Junger Auftragsmörder von Oppositionspolitiker verurteilt

Berlin/Bogotá - Ein Jugendgericht hat in Kolumbien den 15-jährigen Attentäter des rechten Präsidentschaftskandidaten Miguel Uribe zu sieben Jahren Haft verurteilt. Dies gab die Staatsanwaltschaft am Mittwoch (Ortszeit) bekannt. Der Attentäter hatte sich zuvor für schuldig erklärt. Die Verteidigung legte Berufung ein. Uribe war am 15. Juni bei einer Wahlveranstaltung in der Hauptstadt Bogotá angeschossen worden und erlag am 10. August seinen Verletzungen.

Alabali Radovan: Über weitere Konsequenzen gegenüber Israel beraten

Berlin - Nach den Worten von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) erwägt die Bundesregierung weitere Konsequenzen gegenüber Israel, sollte die dortige Regierung ihr militärisches Vorgehen im Gaza-Streifen nicht ändern. Das Einschränken deutscher Waffenlieferungen sei ein „wichtiges Signal“ gewesen, sagte Alabali Radovan am Donnerstag im „Morgenmagazin“ der ARD am Rande einer Nahost-Reise. „Über alles Weitere müssen wir intern in der Bundesregierung beraten“, sagte die Ministerin, ohne Details zu nennen.

Eine Zeitenwende für die Entwicklungszusammenarbeit?

Liebe Leserin, lieber Leser,

die internationale Entwicklungspolitik beschäftigt sich seit gut einem halben Jahr vor allem mit dem Rückzug der USA und den Folgen etwa für die Finanzierung internationaler Gesundheitspolitik und humanitärer Hilfe. Seit die Regierung von Präsident Donald Trump mehr als 80 Prozent der US-amerikanischen Hilfsprogramme gestoppt hat, zerbrechen sich Fachleute die Köpfe, wer diese Lücke schließen könnte. Antwort: Vorerst niemand, denn auch andere Geber, darunter Deutschland, kürzen ja ihre Mittel für Entwicklungszusammenarbeit.

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