Am 28. Februar haben Israel und die USA den Iran angegriffen und die obersten religiösen und militärischen Führer getötet. Der Iran beschießt seitdem Nachbarländer und dortige US-Militärbasen; Israel greift nach Attacken der Hisbollah auch im Libanon an. Die Not ist groß, Hunderte Menschen wurden getötet, Millionen sind auf der Flucht. Wir haben Hintergründe, Meinungen und Berichte zu den Auswirkungen des Krieges gegen den Iran und in der weiteren Region zusammengestellt, etwa zum Krieg in Gaza und gegen die Hisbollah im Libanon.
Krieg im Nahen Osten
picture alliance / Anadolu/Fatemeh Bahrami
Aktuell zum Thema
Ölpreis
Der Irankrieg hat die Ölpreise in vielen Ländern der Welt steigen lassen. Während Millionen von Menschen dadurch in existenzielle Not geraten, profitiert die Schweiz von zusätzlichen Steuerzahlungen der hier ansässigen Ölfirmen.
Immer wieder attackiert der Iran die Staaten am Persischen Golf. Bader Al Saif von der Universität von Kuwait verurteilt das scharf – genauso wie die Angriffe Israels und der USA auf den Iran. Nötig seien eigene Verhandlungen der Golfstaaten mit Iran.
weitere Artikel zum Thema
Humor und Politik
Humor haben wir alle, sagt der Ethnologe Mirco Göpfert. Oft ist er subversiv, und es gibt auch schon immer Witze über Menschen, die anders sind. Doch inzwischen nutzen rechtsextreme und autoritäre Politiker Humor, um Gruppen zu diskriminieren und den Rahmen des Sagbaren auszuweiten. Das sollte uns beunruhigen, sagt Mirco Göpfert, Professor für Sozial- und Kulturanthropologie an der Goethe-Universität Frankfurt.
Kernwaffen
Ohne Ergebnis hat die jüngste Staatenkonferenz zum Atomsperrvertrag geendet. Das ist ein düsteres Zeichen, aber besser als der dort angepeilte faule Kompromiss, meint Bernd Ludermann.
Syrien nach dem Bürgerkrieg
In Syrien entsteht trotz zerstörter Infrastruktur eine neue Generation von Start-ups. Ob Fahrdienste wie YallaGo oder Bildungs-Apps wie Quizat: Syrische Gründer nutzen den Mangel als Motor für technologische Innovation und sozialen Wandel.
Gut zu wissen
Islam
Der Iran ist der größte schiitische Staat
Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten beeinflussen auch Konflikte zwischen den Staaten in Nahost. Der Islam teilt sich in zwei Hauptzweige: Sunniten und Schiiten. Die Mehrheit der Muslime weltweit, schätzungsweise 85 bis 90 Prozent von etwa 1,6 Milliarden, sind Sunniten. Sie sind in den meisten islamisch geprägten Ländern die Mehrheit. Im Iran hingegen gehören 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung dem schiitischen Islam an. Seit der Revolution von 1979 ist die schiitische Auslegung dort Staatsreligion und prägt Politik, Justiz und Gesellschaft tiefgreifend.
Die Golfstaaten, ausgenommen Bahrain, sind überwiegend sunnitisch; in Saudi-Arabien liegen wichtige heilige Stätten des Islam. Im Irak, der eine lange Grenze zum Iran hat, stellen aber Schiiten knapp zwei Drittel der Bevölkerung; zwischen der Geistlichkeit dort und der im Iran bestehen enge Verbindungen. Nicht zufällig haben sich gerade im Irak jetzt viele mit der iranischen Republik solidarisiert. Und im Libanon, einer religiös vielfältigen Gesellschaft, ist die mit dem Iran verbundene Hisbollah nur im schiitischen Teil verwurzelt.
Hintergrund
Die iranische Künstlerin und Aktivistin Parastou Forouhar lebt seit 1991 in Deutschland. Im Interview verurteilt sie sowohl das iranische Regime als auch die Bombenangriffe auf das Land und warnt vor Versuchen, das Regime von außen zu stürzen.
Das empfiehlt die Redaktion
Seit dem Sturz der Assad-Regierung im Dezember 2024 sind rund drei Millionen vertriebene oder ins Ausland geflüchtete Syrerinnen und Syrer nach Hause zurückgekehrt. Viele andere zögern noch oder können es sich nicht leisten. Denn nach dreizehn Jahren Krieg ist die Zerstörung in ihrer Heimat gewaltig.
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran kostet Menschenleben und schadet der globalen Wirtschaft. Unter den Preisanstiegen für Öl, Dünger und Nahrung leiden vor allem die Afrikaner, doch Europa könnte helfen.
Der Islamische Staat ist in Syrien und dem Irak besiegt, aber in der Sahel-Region sind seine Alliierten stark. Die Crisisgroup liefert tiefe Einblicke in die Beziehungen afrikanischer und arabischer Islamisten.
Tipp
Fawaz Gerges beschreibt in seinem Buch „The Great Betrayal“ die Geschicke des Nahen Ostens vom Ende des Osmanischen Reiches 1919 bis heute. Dabei geht er vor allem der Frage nach, warum sich in der Region weder Demokratie noch Wohlstand etablieren konnten.
Ronya Othmann beschäftigt sich in ihrem lesenswerten Buch mit der Frage, was aus Syrien werden wird und was die neue Regierung eigentlich vorhat. Sie lässt dabei Kurden, Jesiden, Alawiten, Drusen, Ismailiten, Christen, Juden und Sunniten zu Wort kommen.
Komik ist subversiv, das wusste schon George Orwell - aber das stimmt nicht immer. In Südafrika stichelt der Karikaturist Zapiro gegen die Mächtigen, in Bangladesch hingegen nutzen islamische Hardliner Humor als Waffe. In São Paulo in Brasilien helfen Clowns Drogenabhängigen, in Nepal gedenken die Menschen am Gai Jatra-Fest lachend ihrer Toten. Und unsere Korrespondenten aus aller Welt erzählen ihre Lieblingswitze.
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