Krieg im Nahen Osten

picture alliance / Anadolu/Fatemeh Bahrami

Am 28. Februar haben Israel und die USA den Iran angegriffen und die obersten religiösen und militärischen Führer getötet. Der Iran beschießt seitdem Nachbarländer und dortige US-Militärbasen; Israel greift nach Attacken der Hisbollah auch im Libanon an. Die Not ist groß, Hunderte Menschen wurden getötet, Millionen sind auf der Flucht. Wir haben Hintergründe, Meinungen und Berichte zu den Auswirkungen des Krieges gegen den Iran und in der weiteren Region zusammengestellt, etwa zum Krieg in Gaza und gegen die Hisbollah im Libanon. 

Aktuell zum Thema

Krieg im Nahen Osten
Der Angriff der USA und Israels auf den Iran und dessen Gegenschläge haben dramatische Folgen im Nahen Osten und darüber hinaus. Die Staatschefs von Indien, Südafrika, Brasilien und Nigeria versuchen den diplomatischen Spagat, und Bürger spüren die Auswirkungen vor allem in der Geldbörse.
Nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran relativiert der Bundeskanzler das Völkerrecht. Aber schlimmer noch: Er verschweigt die weltpolitischen Folgen und behauptet, dieser Krieg werde Gutes bringen. Eine erschreckend schlichte Sicht, meint Bernd Ludermann.

weitere Artikel zum Thema

Lernende in einer Bibliothek im Hauptgebäude der Universität Wien.
Österreich
Viele Studentinnen und Studenten aus dem Iran leben in Österreich am Existenzminimum. Seit der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im vergangenen Dezember und dem neuen Krieg hat sich die Lage noch verschärft. Jetzt bietet die Regierung in Wien Unterstützung an.
Eine Frau, eine Flagge umgehängt, hält in einer Demo ein Plakat mit dem Foto eines Mannes, einer Iran-Karte und der Beschriftung "König Reza Pahlavi".
Iran
Das Regime in Teheran hält sich nur noch mit brutaler Gewalt an der Macht. Die jüngsten Massenproteste haben es ins Wanken gebracht, aber der Opposition im Land fehlt eine glaubwürdige Führungsfigur und sie ist schwach organisiert.
Eine Frau mit Kopftuch sitzt neben ihrem Sohn am Krankenbett.
Gaza – Israel
Wer in Gaza oder der Westbank an Krebs erkrankt und eine Strahlentherapie braucht, kann sie nur in einem kirchlichen Krankenhaus in Ost-Jerusalem bekommen. Für Patienten aus Gaza ist der Weg dorthin aber seit mehr als zwei Jahren versperrt – sogar für Kinder.

Gut zu wissen

Islam
Der Iran ist der größte schiitische Staat
Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten beeinflussen auch Konflikte zwischen den Staaten in Nahost. Der Islam teilt sich in zwei Hauptzweige: Sunniten und Schiiten. Die Mehrheit der Muslime weltweit, schätzungsweise 85 bis 90 Prozent von etwa 1,6 Milliarden, sind Sunniten. Sie sind in den meisten islamisch geprägten Ländern die Mehrheit. Im Iran hingegen gehören 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung dem schiitischen Islam an. Seit der Revolution von 1979 ist die schiitische Auslegung dort Staatsreligion und prägt Politik, Justiz und Gesellschaft tiefgreifend.

Die Golfstaaten, ausgenommen Bahrain, sind überwiegend sunnitisch; in Saudi-Arabien liegen wichtige heilige Stätten des Islam. Im Irak, der eine lange Grenze zum Iran hat, stellen aber Schiiten knapp zwei Drittel der Bevölkerung; zwischen der Geistlichkeit dort und der im Iran bestehen enge Verbindungen. Nicht zufällig haben sich gerade im Irak jetzt viele mit der iranischen Republik solidarisiert. Und im Libanon, einer religiös vielfältigen Gesellschaft, ist die mit dem Iran verbundene Hisbollah nur im schiitischen Teil verwurzelt.

Hintergrund

Die iranische Künstlerin und Aktivistin Parastou Forouhar lebt seit 1991 in Deutschland. Im Interview verurteilt sie sowohl das iranische Regime als auch die Bombenangriffe auf das Land und warnt vor Versuchen, das Regime von außen zu stürzen.

Das empfiehlt die Redaktion

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat bei ihrer Nahostreise versucht, gegen Israels Annexions- und Vertreibungspolitik Zeichen zu setzen. Im Bundeskanzleramt wurde das nicht alles für gut befunden.

Tipp

Frauen und Mädchen werden im Iran oder in Afghanistan systematisch unterdrückt und entmenschlicht. Viele von ihnen kämpfen teils unter Einsatz ihres Lebens dagegen. Sie darin zu unterstützen ist das Ziel der internationalen Kampagne #endgenderapartheid.today. Unser Mitmachen.
Jasmin Taylor ist 1983 aus dem Iran nach Deutschland geflohen. In ihrem Buch erzählen sechs Iranerinnen und sie selbst, wie sie vom Regime der Islamischen Republik unterdrückt wurden, und appellieren an die demokratische Welt, die Mullahs nicht mehr zu unterstützen.
Titelbild Ab in die Schule
Bildung ist ein Menschenrecht, doch nicht überall auf der Welt können alle Kinder und Jugendlichen zur Schule gehen. Dabei trägt Bildung stark zur Entwicklung eines Landes bei. Wie wird das gemessen? Wie finden in Nordnigeria und im Jemen trotz Kämpfen und Krieg Unterricht statt? Und welche Rolle spielen islamische Internate in Indonesien?
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