Heft 11 / 2014Zum Archiv 2014
Der Glaube und das Geld
Religion und Geld berühren sich auf vielerlei Weise. Gläubige spenden für ihr Seelenheil und ihre Religionsgemeinschaft – wie hier vor einem Bild des Dalai Lama in einem Kloster in Ladakh. Geldanleger beten, damit ihre Geschäfte gut laufen. Und sowohl wirtschaftlicher Erfolg wie freiwillige Armut finden den Segen vieler Religionen.
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Religion und Reichtum

Heftschwerpunkt

Den Tempeln geht das Geld aus
In Thailand wächst der Wohlstand und die Religion verliert an Einfluss. Buddhistische Mönche suchen nach neuen Einnahmequellen – teilweise mit korrupten Methoden.
Göttliche Rendite
Wer in Nigeria reich werden will, geht ins Ölgeschäft oder in die Politik. Oder er gründet eine Kirche. Doch die Konkurrenz ist groß.
Option für die Reichen
Peru ist nicht nur ein Mutterland der Befreiungstheologie, sondern auch ihrer Gegner: Eine rechtskatholische Bruderschaft findet dort Mitglieder unter den Begüterten. Lange genoss sie die Gunst des Vatikans. Doch das hat sich geändert.
Segen fürs Geschäft
Werden Christen schneller reich als Muslime? Helfen religiöse Überzeugungen, den Wohlstand gerechter zu verteilen? Nicht unbedingt. Aber eins ist sicher: Religionen können eine gute Grundlage für die Wirtschaft schaffen – Vertrauen.
Solidarisch Wirtschaften „Wir müssen es wagen, Fehler zu machen“
Beim solidarischen Wirtschaften bleiben die Kirchen bislang weit unter ihren Möglichkeiten, findet Klaus Heidel von der Heidelberger Werkstatt Ökonomie. Er erklärt, warum sie sich dieser Aufgabe jetzt stellen müssen und warum am Verzicht kein Weg vorbei führt.

Welt-Blicke

Auf in die neue Welt
Flüchtlinge aus dem syrischen Bürgerkrieg träumen von einer Rückkehr nach Hause – oder vom Weg in den Westen. Doch der ist für die meisten versperrt. In Lateinamerika dagegen öffnen sich manche Türen.
Die Wall Street kommt nach Kamerun
Ein New Yorker Investor will im Südwesten von Kamerun eine riesige Palmölplantage anlegen. Doch er hat den Widerstand unterschätzt.
Rechenspiele mit dem Wald
Rund ein Fünftel der globalen Kohlendioxid-Emissionen stammt aus der Zerstörung von Wäldern. Die Klima-Diplomatie will deshalb finanzielle Anreize für Waldschutz setzen. Wie fragwürdig das Konzept ist, zeigt ein Pilotprogramm in Brasilien.
Zäher Kampf um Gerechtigkeit
Kolumbiens Regierung verhandelt mit der größten Rebellengruppe des Landes darüber, den Bürgerkrieg endlich zu beenden. Die Gespräche sind an einem heiklen Punkt: Es geht um Aufklärung und Entschädigung für die Opfer.
Zuflucht im Land der frühen Christen
Im Südosten der Türkei gerieten vor der Jahrhundertwende syro-aramäische Christen wie Jesiden zwischen die Fronten. Viele flohen nach Europa, einige kehren nun zurück und beleben ihre Kultur neu.

Standpunkte

Die Armen nicht allein lassen
Die globalen Krisen können nur gemeinsam bewältigt werden. Im kommenden Jahr kann die internationale Gemeinschaft Weichen stellen für ein Zusammenleben, das ökologische Grenzen beachtet und soziale Spannungen überwindet.
Die falsche Strategie
Den Islamischen Staat aufs Korn zu nehmen, wird den Krieg in Syrien und im Irak nicht eindämmen. Die Terrormiliz im Zweistromland ist nicht der Kern des Problems, sondern ein Symptom der gewaltsamen Umbrüche.
Ebola: Der weibliche Faktor
Drei von vier der Ebola-Toten in Liberia sind weiblich. Frauen haben ein höheres Risiko, sich anzustecken, und müssten deshalb gezielt unterstützt werden. Gleichzeitig können sie viel dazu beitragen, eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Mit Gottvertrauen durch die Fluten
Für die Seenotrettung im Mittelmeer ist kein Geld mehr da. Sollen sie doch schwimmen, die Flüchtlinge. Oder einfach anms Ufer treiben lassen, denkt sich der Innenminister.
Textilbündnis: Ein Armutszeugnis
Die großen Bekleidungsfirmen wollen beim Textilbündnis von Entwicklungsminister Gerd Müller nicht mitmachen. Den Spott, den er dafür erntet, hat Müller selbst verschuldet. Dabei gibt das Bündnis die richtige Richtung vor.

Journal

15 Jahre Ziviler Friedensdienst
Seit 1999 unterstützt die Bundesregierung die Arbeit ziviler Friedensdienste in Konfliktregionen. Anlässlich des Jubiläums wurde Bilanz gezogen: Die Fachleute wollen nah dran sein an den Menschen, stoßen aber politisch an Grenzen.
Berufliche Bildung: Lieber Friseur als Bandenmitglied
Die wirtschaftsnahe Stiftung Swisscontact fördert seit mehr als 50 Jahren die Berufsbildung in Entwicklungsländern. Fachleute sind sich einig: Das funktioniert nur, wenn vorher die Nachfrage geprüft wird.
Chaos in Zeiten von Ebola
Viele einzelne Maßnahmen, aber kein durchdachter Krisenplan: Die Opposition wirft der Bundesregierung Aktionismus vor. Nun soll es ein "Ebola-Beauftragter" richten.
Christenverfolgung: In der Hand der Muslime
Der Westen kann die Christen im Nahen Osten nur bedingt schützen. Entscheidend wird sein, wie sich die muslimische Mehrheit zu den religiösen Minderheiten stellt.
Fehlstart ins Textilbündnis
Entwicklungsminister Gerd Müller hat ein Textilbündnis gegen Ausbeutung und Gesundheitsschäden von Arbeitern ins Leben gerufen. Doch große Unternehmen und Handelsverbände machen erst gar nicht mit. Auch Greenpeace steigt aus. Ist das Bündnis schon gescheitert?
Flüchtlingspolitik: Italien stoppt Seenotrettung
Italien will die Kosten nicht mehr allein tragen, und die anderen EU-Mitglieder wollen sich nicht beteiligen. Wenn es hingegen um die „Erfassung“ von Flüchtlingen geht, sind die Innenminister wieder eifrig dabei.
Globales Lernen: Viele Worte, wenig Substanz
Mit einer internationalen Konferenz in Bonn ist die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) in Deutschland zu Ende gegangen. Die Bilanz ist dürftig.
Kein Chlorhuhn in Österreichs Kochtöpfen
Auch in Österreich hat sich eine breite Kampagne gegen das geplante Abkommen zwischen den USA und der Europäischen Union, TTIP, formiert. Befürworter sehen sich schon in die Defensive gedrängt.
OECD: Weniger Geld für die Ärmsten
Die weltweite Entwicklungshilfe steigt zwischen 2013 und 2017 voraussichtlich, der Anteil der ärmsten Länder sinkt aber. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Strom in die Dörfer
Die EU-Kommission will Banken und Geldfonds für den Aufbau der Stromversorgung im ländlichen Afrika gewinnen. Ein neues Finanzierungsinstrument soll Investitionen anlocken. Der Bedarf ist riesig, aber die für eine erste Projektrunde bereitgestellten Mittel sind kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.
Syngenta: Keine Zweifel an der Agrarchemie
Der Schweizer Chemiekonzern will nachhaltiger wirtschaften. Kritiker halten den Sechs-Punkte-Plan für ein verantwortungsvolles Wachstum für eine wirkungslose Werbeaktion.
Zensur: Nur noch Gospel und Predigten
Katholische Radiosender im Südsudan dürfen nicht mehr über politische Themen berichten. Ein neues Mediengesetz erlaubt staatlichen Stellen eine stärkere Kontrolle unabhängiger Medien.