Heft 7 / 2014Zum Archiv 2014
Lobbyarbeit: Für den Nächsten und sich selbst
Die indische Aktivistin und Wissenschaftlerin Vandana Shiva tritt lautstark gegen Ausbeutung und für Frauenrechte und Umweltschutz ein. Solche Forderungen aus dem Süden nehmen Entwicklungsorganisationen auf und tragen sie bei uns an die Politik heran. Mit Lobbyarbeit und Kampagnen verfolgen sie aber auch eigene Interessen und politische Anliegen.
Wenn Sie das gesamte Heft als PDF lesen wollen, melden Sie sich an oder schließen Sie ein Abo ab
Lobbyarbeit

Heftschwerpunkt

Die beschränkte Macht der Online-Masse
Avaaz und Campact haben den Mitmachaktivismus im Netz professionalisiert. Aber Online-Petitionen allein bringen nichts.
Drei Seelen in der Brust
Journalistin, Universitätsdozentin und Beraterin eines Hilfswerkes: Das führt immer wieder zu Interessenkonflikten – gerade wenn es um die entwicklungspolitische Lobby- und Anwaltschaftsarbeit geht.
Durch die Hintertür
Ohne Lobbyisten geht in Brüssel gar nichts. Ob Finanz- oder Industriebranche: Die Interessenvertreter sitzen in den entscheidenden Gremien der EU. Und die Kommissare lassen sich gerne von Wirtschaftsbossen einladen.
Eine Rampe für das Start-up
Die Wirtschaftslobby wird im Westen mit Skepsis beäugt. Anders in Entwicklungsländern: Hier ist mehr Einfluss von kleinen und mittleren Unternehmen gefragt. Denn sie schaffen Wachstum und Beschäftigung.
Hilfreicher Glanz
Viele Hilfswerke setzen auf Prominente, um ihre Anliegen in der Öffentlichkeit besser zu vermarkten. Das scheint für beide Seiten gewinnbringend zu sein – kleine Risiken eingeschlossen.
Lobbyarbeit: Mitmischen für die gute Sache
Zivilgesellschaftliche Organisationen setzen sich für Gerechtigkeit, Umweltschutz und Frieden ein. Doch das Eintreten für die Anliegen anderer hat Grenzen. Es geht auch um eigene Interessen.
Unterwegs für die Menschenrechte
Indische Aktivisten werben in Deutschland für die Abschaffung eines Gesetzes, das in ihrer Heimat seit Jahrzehnten die demokrtischen Grundrechte aushebelt.
Verbündete im Staat gesucht
Acht Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs in Nepal fordern die Opfer Gerechtigkeit. Auch Menschenrechtsgruppen treten dafür ein, Kriegsverbrechen zu untersuchen und die Täter zu bestrafen. Doch die Führer der großen politischen Parteien wollen das verhindern.

Welt-Blicke

Ein Fall für Kommissar Amanullah
Justizaufbau mit Fernsehkrimis: Westliche Entwicklungs­fachleute rümpfen die Nase, doch in den Wohnzimmern in Kabul kommt die Botschaft an.
Kochen ohne Qualm
Sparsame Herde und kleine Biogasanlagen – für die Energieversorgung in armen Ländern spielen angepasste Technologien eine große Rolle. Trotzdem setzen sie sich nur langsam durch.
Omars Odys­see
In seiner Heimat Westsahara ist Omar knapp der Verhaftung durch die marokkanischen Besetzer entkommen. Nun lebt er in einem Flüchtlingscamp in der algerischen Wüste und organisiert Film- und Kunstfestivals für die Sahrauis.
Uganda: Der Brotkorb füllt sich
Mehr als 20 Jahre litten die Acholi im Norden Ugandas unter einem blutigen Bürgerkrieg. Nun bauen sie sich langsam ein neues Leben auf.

Standpunkte

Keine Gnade für Vergewaltiger
Ein internationales Protokoll ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen sexuelle Gewalt in Kriegen. Um die Einhaltung muss sich die Zivilgesellschaft kümmern – und die Botschafterin Angelina Jolie.
Schaufelbagger der Moderne
Im Westen und Südwesten Äthiopiens hat die Regierung riesige Landflächen an Investoren verpachtet. Für die Menschen im Omo-Tal ändert sich das Leben dramatisch. Aber Stillstand ist keine Alternative.
Sorge dich – und lache
Ein Plädoyer für mehr Humor in der Entwicklungspolitik Dirk Niebels Mütze eignete sich gut für den einen oder anderen satirischen Witz. Doch jetzt ist die Entwicklungszusammenarbeit wieder spaßfrei. Dabei ist Humor eine subversive Kraft im Kampf gegen Armut und Ungerechtigkeit.
Weltfremder Klimaschutz
Ein Klimaschutzprogramm, das den Leuten den Wohlstand nimmt, den sie sich erarbeitet haben oder noch erarbeiten wollen, funktioniert nicht – weder in den alten noch in den neuen, aufstrebenden Industrieländern.

Journal

Bergbau im Kongo: Die Flüsse bleiben verseucht
Die Geschäfte des Schweizer Rohstoffgiganten Glencore im Kongo stehen seit langem in der Kritik. Der Konzern gelobte Verbesserung, doch in entscheidenden Bereichen wie der Umweltverschmutzung habe sich bislang nichts getan, kritisieren Hilfswerke.
Berlin erweitert die Wissenschaftspartnerschaft mit Afrika
Das Forschungsministerium legt eine neue Strategie vor Die Bundesregierung will die Zusammenarbeit deutscher und afrikanischer Forschungs- und Bildungseinrichtungen ausbauen. Zugleich sollen die Kooperation praxisnäher und die Wirtschaft stärker einbezogen werden.
Bildungsarbeit: Neue Impulse aus dem Süden
Die Idee vom Weltbürger muss in Deutschland aber noch reifen Der Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen (VEN) will frischen Wind in das Eine-Welt-Engagement bringen. Dafür soll die Idee vom „globalen Weltbürgertum“ sorgen.
Brüssel: Abtreibungen bleiben möglich
Die EU-Kommission hat ein Bürgerbegehren abgelehnt, dass die Förderung von Abtreibungen in Entwicklungsländern stoppen will.
Feministische Medien: Das Wort der Frau
Alternative Frauensender fordern die Männerwelt heraus, die Journalistinnen leben deshalb oft gefährlich. Doch Glaubwürdigkeit ist keine Frage des Geschlechts: Auch freie Frauenmedien müssen möglichst professionell arbeiten.
Guatemala: Haftstrafe für Ex-Polizeichef
Der ehemalige Polizeichef von Guatemala Erwin Sperisen ist Anfang Juni zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der schweizerisch-guatemaltekische Doppelbürger 2006 bei der Erstürmung des Gefängnisses Pavon an der Ermordung von sieben Häftlingen beteiligt war.
In Afrika gefällt, in Europa verbaut
Der Kriegsverbrecher Charles Taylor hatte seine Milizen aus dem illegalen Abholzen des Tropenwaldes in Liberia finanziert. Jetzt werfen afrikanische Umweltgruppen der EU vor, sie tue zu wenig, den illegalen Holzexport nach Europa zu unterbinden.
Keine Geschenke mehr
Der Versand von Arzneimitteln von Nord nach Süd gilt in der Entwicklungszusammenarbeit als Auslaufmodell. Doch die Beschaffung vor Ort stellt Kliniken in armen Ländern noch vor große Probleme.
Mehreinnahmen für Fastenopfer
Fastenopfer hat im vergangenen Jahr Mehreinnahmen von über zwei Millionen Franken verbucht.
Solarenergie Mobile Studios fürs südliche Afrika
Mit mobilen Solaranhängern will Österreich die Solarenergie im südlichen Afrika fördern. Zwei der mobilen Lernstudios wurden bereits nach Namibia geliefert, einer nach Simbabwe.
Schadet TTIP den Entwicklungsländern?
Die Verhandlungen zwischen den USA und Europa über ein Transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP) sind bislang vor allem bei Verbraucherschützern und Gewerkschaftern auf harsche Kritik gestoßen. Nun schlagen auch Entwicklungspolitiker Alarm.
Scharfe Kritik am Weltkirchenrat
Über die Krise des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) wird viel diskutiert. Jetzt hat sich Aram I. zu Wort gemeldet. Der armenisch-orthodoxe Katholikos hatte lange Zeit selbst eine entscheidende Funktion im ÖRK inne. Ausgerechnet im Vatikan kritisierte er den Weltkirchenrat unlängst als schwache Institution.
Studie: Unbekanntes Recht auf Nahrung
Arme Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern haben im Kampf gegen den Hunger wenig Vertrauen in ihre Regierungen: Sie stellen deren Ernährungs-programmen ein überwiegend schlechtes Zeugnis aus.
Studie: Zeitenwende der Entwicklungspolitik
Die Entwicklungshilfe wird weiter an Gewicht verlieren, heißt es in einer neuen Studie aus dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik. Andere Formen der Zusammenarbeit werden wichtiger.
Wenig Hoffnung für die Diplomatie in Syrien
Die führenden Friedensforscher Deutschlands stellen der Europäischen Union (EU) ein Armutszeugnis für ihren Umgang mit Konflikten aus – auf dem eigenen Kontinent sowie in Afrika und Syrien. Besonders scharf kritisieren sie im diesjährigen Friedensgutachten die europäische Flüchtlingspolitik.
Wie die EU die Welt verbessern will
Brüssel steigt mit einem Positionspapier in die Debatte über neue Entwicklungsziele für die Zeit nach 2015 ein. Hilfsorganisationen kritisieren die Vorlage als schwammig und konzeptlos.
„Jetzt umso mehr“
Auf der Halbinsel Krim hat die Schweiz ihre Projekte eingestellt, aber im Rest des Landes soll die Arbeit weitergehen. Gefragt sind Flexibilität und ein langer Atem.