Heft 11 / 2013Zum Archiv 2013
Kriminalität
Nicht nur die Täter, sondern auch die Opfer von Verbrechen kommen großenteils aus armen Stadtvierteln und Bevölkerungsgruppen. In vielen Ländern schützt die Polizei sie nicht, auch wenn Gefängnisse überfüllt sind wie die Anstalt in Paraguay auf dem Titelbild. So drücken pakistanische Beamte beim Handel mit Drogen gerne ein Auge zu, und Polizisten in Afrika gelten als korrupt.
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Kriminalität

Heftschwerpunkt

Drehkreuz für Drogen
Die pakistanische Millionenstadt Karatschi ist das neue Zentrum des internationalen Handels mit Methylamphetamin, dem „Crystal Meth“. Die Drogenbosse können dafür die bewährten Wege des Heroinschmuggels nutzen. Auch die Zahl der Süchtigen steigt.
Keine Angst vor dunklen Mächten
Mit der Globalisierung breitet sich das organisierte Verbrechen weltweit aus und untergräbt die Kontrolle der Staaten – diesen Eindruck erwecken Fachleute, Medien und Politiker gerne. Doch er ist irreführend. Erst strengere Verbote machen mehr Geschäfte illegal, und an manchen davon wirken Staaten selbst mit.
Nachbarn auf Streife
Korrupt, faul und ineffizient – afrikanische Polizisten haben einen schlechten Ruf. Viele Afrikaner verlassen sich lieber auf Bürgerwehren und tradi­tionelle Chiefs. Auch das ist aber mit Problemen verbunden.
Ordnungshüter im Kampfeinsatz
Vor der Präsidentenwahl am 5. April ist die Zahl der Anschläge in Afghanistan gestiegen. Und die Lage bleibt prekär, denn auf die Polizei ist kein Verlass – auch wegen mangelhafter Hilfe aus dem Westen.
Traumatisiert auf Londons Straßen
Als Tawfik acht Jahre alt war, kam er aus dem Bürgerkrieg in seiner Heimat in die britische Hauptstadt. Dort findet er sich nur schwer zurecht, schon als Teenager geriet er mit dem Gesetz in Konflikt. Oft werden junge Somalier aber auch pauschal verdächtigt.
Vom Töten zum Beten
Wer in Lateinamerika aus einer kriminellen Bande aussteigen will, muss um sein Leben fürchten. Außer er lässt sich von einer evangelikalen Pfingstkirche bekehren. Hier findet er auch den nötigen sozialen Rückhalt.

Welt-Blicke

Rüstungshandel Gut geschmiert
Laut der aktuellen Sipri-Studie ist der weltweite Waffenhandel zwischen 2009 und 2013 um 14 Prozent gewachsen. Andrew Feinstein erklärt, warum fast bei jedem Rüstungsdeal Korruption im Spiel ist.
Kaffee Rauer Wind im fairen Handel
Am Geschäft mit dem fairen Kaffee verdienen neuerdings große Handelshäuser kräftig mit. Peruanische Kleinbauern fürchten deshalb um ihren Verdienst. Sie wehren sich mit einem eigenen Siegel.
Vor dem Opfertod gerettet
Die Bassa-Komo im Zentrum Nigerias töten Zwillinge, um sich die Götter gewogen zu stimmen. Missionare bekämpfen diesen Kult. Doch manchmal kommen sie zu spät.
„Aus ihrem Schweiß und Blut ist die Wirtschaft gewachsen“
Die Menschenrechtsaktivistin Irene Fernandez kämpft seit Jahren für eine faire Behandlung der Wanderarbeiter in Malaysia. Dabei stößt die 67-Jährige, die selbst aus einer indischen Migrantenfamilie stammt, auf heftige Gegenwehr.

Standpunkte

Gott, Buddha – oder der Kommunismus
Chinas Führung ist entsetzt: Ihre Kader klauen nicht nur, sie fangen auch noch an zu beten.
Peking handelt, Brüssel zaudert
Man muss fürchten, dass eine große Koalition in Berlin den Ausbau der erneuerbaren Energien zugunsten der Kohle abbremst
Rückzug aus Afghanistan – Rückschlag für die Frauen
Im kommenden Jahr ziehen die internationalen Truppen aus Afghanistan ab. Das könnte den Frauen die mühsam errungenen Freiheiten wieder nehmen. Erste Anzeichen gibt es bereits.
Steuerflucht: Endstation Schwarzgeld-Oase
Die von den Swiss-Leaks-Dokumenten aufgedeckte Steuerflucht zeigt einmal mehr: Die Entwicklungspolitik muss mehr gegen die Kapitalabflüsse aus armen Ländern unternehmen.
Wichtiger Blick auf ferne Lebenswelten
Hilfswerke legen Wert darauf, in den überregionalen, meinungsführenden Medien präsent zu sein. Doch das reicht nicht: Auch lokale Zeitungen berichten über entwicklungspolitische Themen – und oft gar nicht mal schlecht. Das ist wichtig, um entwicklungspolitisches Engagement in die Breite zu tragen.

Journal

All inclusive – und gern auch nachhaltig
Eine Urlaubslektüre ist diese Studie nicht: Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen hat rund 8000 Urlauber und 52 Reiseveranstalter nach ihren Meinungen zu All-inclusive-Reisen befragt.
Deutsche WM-Fachleute beraten in Brasilien
Wie vor der Fußball-WM in Südafrika beraten Fachleute aus Deutschland brasilianische Städte, in denen Spiele des Turniers im kommenden Jahr ausgetragen werden. Dabei kommen auch kritische Stimmen zu Wort.
Ein bisschen mehr Gemeinsamkeit
Die Europäische Union (EU) und ihre Mitglieder wollen ihre Entwicklungsprojekte besser aufeinander abstimmen. Das klappe bislang kaum, kritisieren zwei Forschungsinstitute: Die Geber hängen zu sehr an ihren eigenen Projekten.
Eine Frage der Berechnung
Die Zahl der Hungernden in der Welt geht zurück – aber wie schnell? Darüber streiten die Fachleute.
Gemeinsame Sorge, verschiedene Lösungen
In ihrer Sorge um den Frieden in Syrien sind sich die Kirchen weltweit einig. Bei der Frage, wer was für Syrien tun soll, unterscheiden sich die Antworten aber.
Gute Grundlage oder fauler Kompromiss?
Wozu brauchen wir heute noch Entwicklungshelfer? Darüber haben sich das Entwicklungsministerium und die nichtstaatlichen Entsendedienste ein halbes Jahr lang gemeinsam Gedanken gemacht. Mit dem Ergebnis können beide Seiten gut leben. Kritiker sagen indes, die Zivilgesellschaft hätte mehr Stehvermögen zeigen sollen.
Helfer oder Fachkraft?
Was unterscheidet Entwicklungshelfer von anderen Fachkräften im Ausland? In einer neuen Broschüre zur Personalentsendung wird diese Frage elegant umschifft – und doch beantwortet.
Kein Sinn für Entwicklung
Der Dachverband der europäischen Entwicklungsorganisationen Concord Europe hat geprüft, wie entwicklungsfreundlich die EU-Politik ist. Fazit: Brüssel hat sich zwar zur Kohärenz verpflichtet, doch es fehlen Mechanismen zur Kontrolle, ob sich die einzelnen Ressorts daran halten.
Medikamententests mit großen Risiken
Billiger, schneller und einfacher: Immer öfter testen Schweizer Pharma-Multis ihre Medikamente in Entwicklungs- und Schwellenländern. Damit steigt die Gefahr, dass internationale ethische Standards nicht eingehalten werden. Die Erklärung von Bern (EvB) fordert die Schweizer Regierung auf, dagegen vorzugehen.
Miserables Zeugnis für Österreichs Handelspolitik
Die Regierung in Wien achtet zu wenig darauf, welche Folgen ihre Politik für die sozialen und wirtschaftlichen Menschenrechte in Entwicklungsländern hat. Das geht aus einem Bericht nichtstaatlicher Organisationen hervor.
Näher zu den Menschen
Die Schweiz hält im Gegensatz zu Deutschland die Budgethilfe für Entwicklungsländer hoch. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat dazu eine neue Strategie formuliert.
Neues Onlineportal für Migranten in Amerika
Die Lateinamerikanische Bischofskonferenz (CELAM) hat ein neues Internetportal für Migranten freigeschaltet. Auf www.migranteshoy.org stellen kirchliche Einrichtungen aus 24 Ländern Informationen und Hinweise auf Hilfsangebote ein.
Raus aus der Nische
Fachleute kritisieren: Die Bundesregierung nimmt auf internationaler Ebene zu wenig Einfluss auf eine nachhaltige Entwicklung. Damit sich das ändert, müsse das BMZ grundlegend umgestaltet werden.
Ungenutzter Sachverstand
Als der Bundestag 2006 vor der Frage stand, ob sich deutsche Soldaten an der EU-Mission in der Demokratischen Republik Kongo beteiligen sollen, fragten die Abgeordneten auch bei in Deutschland lebenden Kongolesen um Rat. Die rieten ab, der Bundeswehreinsatz fand trotzdem statt.
Von
„Rüstungsindustrie schürt Konflikte“
Eine Syrien-Friedenskonferenz in Wien fordert Heinz Hödl, Geschäftsführer der Koordinierungsstelle der österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission.
„Wir reden nicht darüber“
Mexiko leistet Entwicklungshilfe – obwohl es selbst noch viel Armut hat. Was kann es ärmeren Ländern anbieten? Was sagen die Bürger dazu? Fragen an den mexikanischen Experten Gerardo Bracho.