Heft 2 / 2014Zum Archiv 2014
Neue Helden der Arbeit
Kein Arbeitstag ohne Mittagspause - das gilt auch für die Minenarbeiter aus Mali auf unserem Titelbild. Doch viele ungelernte Arbeiter in Billiglohnländern können sich richtige Pausen kaum leisten und verdienen ohne ständige Überstunden zu wenig zum Leben. Bessere Arbeitsverhältnisse und höhere Löhne sind meist erst das Ergebnis von Protest und gewerkschaftlicher Organisation.
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Arbeit

Heftschwerpunkt

Dienstschluss für die Haushaltshilfe
In einem aktuellen Bericht prangert Amnesty International die Ausbeutung von Hausangestellten in Katar an. Doch das Problem ist global. Weltweit arbeiten 53 Millionen Menschen als Haushaltshilfen, Kindermädchen, Gärtner oder Chauffeur. Lediglich ein Zehntel ist mit „normalen“ Arbeitnehmern gleichgestellt.
Es gärt in Chinas Fabriken
Arbeitskämpfe sind in Chinas Industriesektor an der Tagesordnung. Immer wieder wehren sich etwa Wanderarbeiter gegen mieses Kantinenessen, niedrige Löhne oder gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen. Auf die Gewerkschaften, die in China im Dienste der Partei stehen, können sie bisher aber nicht zählen.
Höhere Löhne mit fairem Handel?
Fairtrade International hat seinen Standard für die Zertifizierung von Plantagen verschärft. Die Arbeitskräfte sollen mehr Mitsprache bekommen. Und Löhne, die zum Leben reichen. Auf indischen Teeplantagen wird deutlich, wie schwer das zu erreichen ist.
Nigeria: Behinderte sind zum Betteln verdammt
In Nigeria haben behinderte Menschen kaum eine Chance, einen Job zu finden. Arbeitgeber halten sie generell für unfähig – oder ihre Behinderung für ansteckend. Ein energischer Blinder hat es trotzdem geschafft, ein erfolgreiches Transportunternehmen aufzubauen.
Kinderarbeit in Bolivien Sparen für die Sportschuhe
In Bolivien dürfen nun schon 10-Jährige legal arbeiten. Der junge Peruaner Luis Enrique arbeitet für ein Paar neue Markenturnschuhe. Von Ausbeutung will der 13-Jährige nichts hören.
Textilbranche in El Salvador: Freiwillig unter der Lupe
Heute riskiert die Textilindustrie in Bangladesch ihren Ruf, in den 1990er Jahren zog sie in Zentralamerika scharfe Kritik auf sich. In El Salvador kontrolliert seitdem eine unabhängige Monitoring-Gruppe die Arbeitsbedingungen. Hat das etwas verbessert?
Gewerkschaften in Tunesien Wegbereiter des Wandels
Tunesien hat eine neue Verfassung: Sie wird als fortschrittlich und wegweisend gewürdigt. Der Gewerkschaftsbund UGTT hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sie zustande gekommen ist.
Zum Wohl von Mensch und Natur
Ohne Arbeit können Menschen nicht leben. Mit ihrer Hilfe werden Naturprodukte so umgewandelt, dass sie menschliche Bedürfnisse befriedigen. Wie lässt sie sich sozial und umweltfreundlich organisieren – wie können wir zukunftsfähig arbeiten?

Welt-Blicke

Indien: Essen per Gesetz
Die Wirtschaft wächst, doch die Zahl der Hungernden sinkt nicht. Der Staat steuert gegen: Arme Inder haben jetzt einen gesetzlich verbrieften Anspruch auf billigen Reis. Könne sie damit ihre Teller und Mägen füllen?
Deutsche Waffen in Mexiko Schüsse in der Grauzone
Deutschland hat das globale Abkommen zum Waffenhandel ratifiziert. Doch die Kontrolle bleibt schwierig, wie das Beispiel Heckler&Koch zeigt. Die deutsche Waffenschmiede hat Gewehre nach Mexiko geliefert, die auf dunklen Wegen in die falschen Hände gelangt sind.
Syrische Flüchtlinge in Jordanien Schwierige Gastfreundschaft
Entwicklungsminister Gerd Müller hat bei einem Besuch in Amman gefordert, dass Europa mehr syrische Flüchtlinge aufnimmt - um Nachbarländer wie Jordanien zu entlasten. Dort wachsen die Spannungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen.
Zentralafrika: Die Höllenfahrt stoppen
Entwicklungsminister Gerd Müller verspricht der Zentralafrikanischen Republik zehn Millionen Euro Nothilfe. Französische Soldaten und afrikanische Friedenstruppen versuchen derweil, ein Minimum an Ordnung herzustellen, doch die Sicherheitslage bleibt prekär.

Standpunkte

Alles ganz normal
Ist schwul oder lesbisch zu sein normal? In Baden-Württemberg wird über diese mögliche „ideologische Umerziehung“ an den Schulen gestritten.
Ran an den Speck
Der Umfang von Hüften, Oberschenkeln und Bauch wächst – vor allem bei Menschen in ärmeren Ländern. Das kann krank machen und die Gesellschaft viel Geld kosten. Trotzdem bleiben die meisten Regierungen untätig und die Entwicklungsorganisationen auch.
Ruf zur Umkehr im Konsumtempel
Kann man in einem Hochglanzmessegelände umgeben von Shopping Malls ernsthaft über die zerstörerischen Auswirkungen unserer Lebensweise und die Notwendigkeit zur Reform reden? Der Ökumenische Rat der Kirchen hat es vor kurzem im südkoreanischen Busan versucht – mit gemischten Ergebnissen.
Südsudan: Ende einer Illusion
Einigermaßen funktionsfähige Staatsorgane zu schaffen, muss auch im Südsudan kein hoffnungsloses Unterfangen sein. Aber es wird sehr langwierig und konfliktbeladen.
Viel guter Wille, doch wenig Kompetenz
Wer nichts hört, muss im Alltag Barrieren überwinden, von denen Hörende keine Ahnung haben. Deshalb muss man Gehörlose – und Menschen mit anderen Behinderungen – befähigen, ihre Angelegenheiten möglichst selbst zu regeln. In der Entwicklungszusammenarbeit ist man davon noch weit entfernt.

Journal

Afrikanische Länder fühlen sich von der EU ignoriert
Die mit der EU vertraglich verbundenen Länder Afrikas, der Karibik und des Pazifik (AKP) ärgern sich zunehmend über Europa. Brüssel nehme bei handelspolitischen Entscheidungen kaum noch Rücksicht auf die AKP-Anliegen. Die Länder wollen deshalb noch dieses Jahr über den zukünftigen Kurs gegenüber der EU beraten.
Energisch umdenken beim Thema Energie
Nur jeder vierte Afrikaner hat Zugang zu einer zuverlässigen Stromversorgung. Doch die Erkenntnis, dass Hochspannungsleitungen oder dicke Dieselgeneratoren nicht die beste Lösung bieten, um entlegene Dörfer, Inseln oder Flüchtlingslager mit Energie zu versorgen, findet nur langsam praktischen Widerhall.
EU bleibt bei Krisen in Afrika ohne Plan
Bei ihrem Gipfel kurz vor Weihnachten winkten die Staats- und Regierungschefs der EU eine Kommissionsvorlage für eine global wettbewerbsfähige europäische Rüstungsindustrie durch. Unklar bleibt, wie Brüssel mit der darin gepriesenen Hochtechnologie Krisen wie in Zentralafrika bekämpfen will.
Europa uneins über Waffenexporte
Deutsche Firmen verdienen prächtig am Verkauf von Panzern, Gewehren und Munition. Der neue Staatssekretär im Entwicklungsministerium, Christian Schmidt (CSU), hat dagegen nichts grundsätzlich einzuwenden. Die Kirchen schon.
Füllkrug-Weitzel kritisiert SPD-Spitze und gratuliert der CSU
Die Präsidentin von „Brot für die Welt“, Cornelia Füllkrug-Weitzel, stärkt dem SPD-Politiker Sascha Raabe den Rücken. Raabe wirft der SPD-Führung vor, sie habe sich in der großen Koalition gegen eine deutlich höhere Entwicklungshilfe ausgesprochen.
Guter Start für Gerd Müller
Das Büro in der elften Etage der Berliner Stresemannstraße 94 ist bezogen, die Mitarbeiter hier wie in Bonn begrüßt, die ersten Antrittsbesuche gemacht. Der neue Entwicklungsminister setzt andere Signale als sein Vorgänger Dirk Niebel (FDP), der das sozialdemokratisch bestellte Haus erst einmal entrümpeln wollte.
Kirchen: Hilfe für die Zeit nach dem Krieg in Syrien
Zwei Kirchen in Syrien und im Libanon werden Anfang 2014 eine Schule für 30 Flüchtlingskinder im sogenannten Tal der Christen aufmachen. Unterstützt werden sie dabei von der internationalen Gemeinschaft der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS).
Mehr Rechte für sexuelle Minderheiten
Gewalt gegen Homosexuelle erschwert in vielen Ländern des globalen Südens die Interessenvertretung dieser Gruppe. Die Rechte sexueller Minderheiten rücken nun in den Fokus der internationalen Entwicklungszusammenarbeit – aber Vorbehalte bleiben.
Menschenrechtsbüro in El Salvador wieder eröffnet
Nach anhaltender Kritik hat die katholische Kirche in El Salvador das vor wenigen Monaten geschlossene Menschenrechtsbüro Tutela Legal wieder eröffnet.
Österreichs Entwicklungshilfe steht vor einer Weichenstellung
Die neue Regierung muss sparen. Zwar verspricht der Koalitionsvertrag, dass das nicht die Entwicklungshilfe betrifft. Doch der angekündigte Stufenplan zur Erhöhung der Hilfe ist noch lange nicht in trockenen Tüchern.
Schweiz: Geschäfte mit Raubgold
Die Bundesanwaltschaft hat ein Verfahren gegen die Tessiner Firma Argor-Heraeus eröffnet. Die Goldraffinerie steht im Verdacht, sich an der Wäscherei von geplündertem Gold beteiligt und der Beihilfe zu Kriegsverbrechen schuldig gemacht zu haben.
Schweiz: Halbherzige Hilfe für syrische Flüchtlinge
Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien hat die Schweiz 55 Millionen Franken für humanitäre Hilfe in die Region geschickt. Im vergangenen Herbst hat sie zudem beschlossen, 500 besonders verletzliche Flüchtlinge aufzunehmen. Visaerleichterungen für Familienangehörige wurden aber wieder zurückgenommen.
Schwierige Zeiten für Christen in der arabischen Welt
In Syrien sorgen sich Bischöfe und Patriarchen nur um die Zukunft der jeweils eigenen Kirche. Das schade der ökumenischen Solidarität und der Nothilfe für Kriegsopfer, sagt Habib Badr, Leitender Pfarrer der Nationalen Evangelischen Kirche in Beirut.
SPD-Sprecher Raabe geht mit Paukenschlag
Der bisherige entwicklungspolitische Sprecher der SPD, Sascha Raabe, wirft hin. Er fühlt sich im Ringen um eine Aufstockung der Entwicklungshilfe von der eigenen Parteiführung im Stich gelassen.
Staatsgeheimnis Außenwirtschaftsförderung
Bevor sie Exportgeschäfte deutscher Unternehmen mit staatlichen Bürgschaften absichert, prüft die Bundesregierung mögliche Auswirkungen auf Umwelt und Menschenrechte. Die Ergebnisse behält sie allerdings für sich. Drei Organisationen wollen vor Gericht die Veröffentlichung nach dem Informationsfreiheitsgesetz erzwingen.
Wenig aufschlussreiche Rechenspiele
Kommunen können zur Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele beitragen. Diese Behauptung gehört zum Allgemeingut der entwicklungspolitischen Debatte. Doch was leisten Städte tatsächlich? Die Ergebnisse einer Studie über die Aktivitäten der Stadt Bonn sind eher ernüchternd – beziehungsweise nichtssagend.
Wer ist wer im neuen Bundestag?
Mehr als drei Monate nach der Bundestagswahl haben sich nun die Ausschüsse im Bundestag konstituiert. CDU, CSU und SPD einigten sich auf die Verteilung der Vorsitze.
Wien will helfen, den UN-Wirtschafts- und Sozialrat zu stärken
Zu Jahresbeginn hat Österreich den Vorsitz des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen übernommen – zu einem Zeitpunkt, an dem der Rat neu aufgestellt wird. Menschenrechtsorganisationen haben bereits ihre Wünsche geäußert, für welche Ziele Wien den Vorsitz nutzen soll.
„Dunkle Geschäfte, dreckige Gewinne“
Nigeria untersucht die Rolle von Schweizer Rohstoffhändlern in einem der größten Erdöl-Betrugsskandale der vergangenen Jahre.