Heft 3 / 2015Zum Archiv 2015
Nothilfe: Aus Trümmern Neues schaffen
Aufräumen nach einer Katastrophe – hier nach dem Erdbeben in Haiti 2010 – zählt zu den ureigenen Aufgaben der humanitären Hilfe. Sie versorgt Opfer mit Lebensmitteln, Wasser und Unterkünften. Inzwischen zählen auch Vorsorge und Wiederaufbau zu ihren Aufgaben. Doch zu selten haben Einheimische dabei die Führungsrolle.
Wenn Sie das gesamte Heft als PDF lesen wollen, melden Sie sich an oder schließen Sie ein Abo ab
Humanitäre Hilfe

Heftschwerpunkt

Afrikanische Hilfsorganisation "Sie haben uns ausgelacht"
Gift of the Givers ist die größte Hilfsorganisation Afrikas und weltweit in Krisengebieten im Einsatz. Ihr Gründer Imtiaz Sooliman erzählt, was ihn motiviert und warum er auch mit Terroristen verhandelt.
Nothilfe in Konfliktgebieten Alles Verhandlungssache?
Wenn humanitäre Organisationen Menschen in Kon­flikten beistehen wollen, müssen sie auch mit bewaffneten Gruppen verhandeln. Dafür eine klare Linie zu finden, ist schwierig.
Die innere Sicherheit
Die Gewalt gegen humani­täre Helfer und Hilfsorganisationen nimmt zu. Einen Teil der Verantwortung dafür tragen sie selbst.
Doppelte Opfer
Behinderte Menschen müssen laut der UN-­Konvention über ihre Rechte auch in Krisen besonders geschützt werden. Doch die Kluft zwischen Anspruch und ­Wirk­lichkeit ist groß.
Nothilfe Es ist nie genug für alle da
Das Problem der humani­tären Hilfe ist nicht, dass Krisen vergessen werden. Im Gegenteil.
Digitale Katastrophenhilfe Schöne neue Datenwelt
Wer im Katastrophenfall twittert, erreicht mehr Menschen als mit Sirenen. Und Apps auf dem Smartphone warnen vor Umweltgefahren: Die humanitäre Hilfe ist im digitalen Zeitalter angekommen.
Vom Sturm gebeutelt
An der humanitären Hilfe zerren viele Kräfte. Sie soll sich allein am Bedarf der Menschen in Not ausrichten. Doch alle Seiten vereinnahmen sie gern für eigene Ziele – vor allem im Krieg.
„Einheimische Helfer waren anfangs außen vor“
Carlos Padolina leistet gemeindebasierte Katas­trophenhilfe und -vorsorge auf den Philippinen. Dafür möchte er von internationalen Hilfsorganisationen mehr Respekt.

Welt-Blicke

"Wir haben einen guten Ruf"
Arme Länder sollten sich mehr selbst finanzieren, sagt der neue Direktor der Schweizer Entwicklungsagentur (DEZA) Manuel Sager. Im Interview erklärt er außerdem, welche Schwerpunkte die Schweizer Entwicklungshilfe in den kommenden Jahren setzen wird.
Sex­arbeiterinnen im Ruhestand Ein Haus für Lebenskünstlerinnen
Die Casa Xochiquetzal im Mexiko bietet Sex­arbeiterinnen im Ruhestand ein Zuhause. Einfach ist ihr Zusammenleben dort nicht.
Bolivien Ins Salz gesetzt
Lithium ist ein begehrter Rohstoff für moderne Akkus – im Smartphone wie im Elektroauto. Bolivien besitzt eines der größten Vorkommen weltweit und will damit Geld verdienen.
Reflektionen Topografie der Hoffnung
Der Kampf um Gerechtigkeit spielt sich an vielen Orten ab. Sie fügen sich zur Landkarte unserer Lebenswege und verbinden uns mit den Menschen, mit denen wir zusammen unterwegs sind.

Standpunkte

Ach du dicke Knolle
Deutschland fördert fettiges Fast-Food in Afrika. Schlimm, oder? Nicht wirklich. Kartoffelchips sind lecker und machen glücklich.
Sprit verpulvern ist zu billig
In Zeiten niedriger Ölpreise sollten die Industrieländer Steuern auf Treibstoffe anheben.
Starke Frauen in Äthiopien
Vor 13 Jahren entwickelte die Kindernothilfe einen Ansatz für Selbsthilfegruppen von Frauen. Noch im selben Jahr wurde er in Äthiopien ausprobiert – mit Erfolg: Heute gibt es Tausende solcher Gruppen in dem Land, in denen die Frauen Schritt für Schritt ihr eigenes und das Los ihrer Gemeinschaften verbessern.
Wahl in Israel Zum Frieden nicht bereit
Mitte März wird in Israel gewählt, aber auch eine neue Regierung wird sich nicht mit Zugeständnissen an die Palästinenser hervortun. Dafür gibt es gute Gründe.

Journal

Ägypten: Salafisten werben um Christen
Das ägyptische Wahlgesetz führt zu bemerkenswerten Koalitionen. Eine obligatorische Quote für Christen zwingt die Al-Nur-Partei der Salafisten sich nach christlichen Kandidaten umzuschauen. Offenbar mit Erfolg.
Berlin streitet über das M-Wort
Die Berliner Verkehrsbetriebe haben mit ihrer Aktion „Mach mal ’ne Ansage“ eine Debatte um die Mohrenstraße angefacht. Im Zentrum der Kritik steht auch der Komiker Dieter Hallervorden.
Berlin-Memorandum: G7 gegen den Hunger
Die Industrienationen müssen die Kleinbauern in Entwicklungs-ländern fördern – sonst bekommen sie den Hunger in der Welt nicht in den Griff. Mit dieser Forderung wandten sich Teilnehmer einer internationalen Konferenz an die G7-Staaten.
EU: Rückzieher bei den Recycling-Regeln
Die neue EU-Kommission will ein Paket von Regeln zur Kreislaufwirtschaft wieder streichen. Dabei hatte die Vorlage bereits breite Zustimmung im Ministerrat und im Parlament gefunden. Nur der Brüsseler Unternehmenslobby gefiel sie nicht.
Krisenprävention Kein fruchtloses Geschwätz
Eingreifen bevor es kracht und blutig wird: Das ist Ziel des 2004 verabschiedeten Aktionsplans Zivile Krisenprävention. Über die Bilanz der jetzigen Regierung bei der Umsetzung wurde vergangene Woche im Bundestag debattiert.
NGOs: Der gute Ruf ist angekratzt
Journalisten berichten zunehmend kritisch über die Entwicklungshilfe und die Arbeit von NGOs. Daran sind die Hilfsorganisationen teilweise selbst schuld. Das zumindest legen die Ergebnisse einer britischen Studie nahe.
Schatten im Ferienparadies
Sri Lanka zieht viele Touristen an. Doch die lokale Bevölkerung profitiert kaum davon, zeigen Recherchen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Reiseveranstalter sollten mehr Verantwortung übernehmen.
Schweiz: Schlupflöcher im System
Die Schweiz will ihr Steuersystem für Unternehmen den Standards der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) anpassen. Hilfswerke fürchten Nachteile für arme Länder.
Studie: Fahrplan für nachhaltige Ziele
Im September sollen die neuen globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) verabschiedet werden. Wie die Ziele verwirklicht werden können und wo das Geld dafür herkommen soll, hat das Overseas Development Institute (ODI) in einer Studie untersucht.
Weltpolitik als Spiel
In Wien simulieren Schüler drei Tage lang eine General-versammlung der Vereinten Nationen. Der diplomatische Codex wird dabei strikt befolgt. Am Schluss steht eine Resolution für das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung.