Heft 4 / 2016Zum Archiv 2016
Entwicklungsbanken: Geld mit Nebenwirkungen
Für Entwicklung braucht man Kapital. Es wird benötigt, um Straßen, Staudämme und Kraftwerke zu bauen, aber auch um ein Rentensystem zu schaffen, junge Firmen zu fördern und Mikrokredite auszugeben. All das finanzieren Entwicklungsbanken. Und nicht selten sind ihre Projekte umstritten oder von geopolitischen Interessen geprägt.
Wenn Sie das gesamte Heft als PDF lesen wollen, melden Sie sich an oder schließen Sie ein Abo ab
Entwicklungsbanken

Heftschwerpunkt

Weltbank Der orientierungslose Riese
Für die Weltbank sind unruhige Zeiten ange­brochen. Und ihr schwacher Präsident macht ihre Lage nur schlimmer.
Starthilfe für Kleinunternehmen Gutes Geld für gute Arbeit
Jungen Unternehmen in Afrika kann oft eine kleine Anschubfinanzierung zum Erfolg verhelfen. Wenn einheimische Geldhäuser die verweigern, hilft manchmal eine deutsche Bank.
Offizielle Entwicklungshilfe Hilfe auf Pump
Deutschland vergibt seine Entwicklungshilfe zunehmend in Form günstiger Kredite. Und rechnet sich damit seine ODA-Quote schön. Das wird sich bald ändern.
Entwicklungsbanken Kapital für den Aufbau
Entwicklungsbanken mobilisieren Geld für öffentliche Projekte wie den Ausbau der Infrastruktur. Damit beeinflussen sie, in welchem Land welche Entwicklungschancen eröffnet werden. Kein Wunder, dass Schwellenländer bei der Lenkung der Finanzflüsse stärker mitreden wollen.
Bank des Südens Schwere Geburt
Vor fast zehn Jahren ist die südamerikanische Entwicklungsbank gegründet worden. Seitdem steckt das Projekt fest. Nun hat Ecuador sein Interesse daran entdeckt.
Weltbank-Standards Streit um den richtigen Schutz
Die Weltbank berät diese Woche über ihre neuen Umwelt- und Sozialstandards. Die entscheidende Frage dabei lautet: Muss die Bank ihre Kunden auf die Menschenrechte verpflichten?
AIIB Vorwärts auf der Seidenstraße
Die Asiatische Infrastruktur-Investmentbank (AIIB) ist mehr als eine neue multilaterale Finanzinstitution. China will damit seine Macht in der Region festigen.

Welt-Blicke

Tunesien Aufbruch unter dem Regenbogen
Das Verbot homosexueller Handlungen muss fallen, verlangt die Organisation Shams in Tunesien. Damit hat sie eine heftige Debatte ausgelöst.
Ecuador Die mündigen Bürger von Nabón
Eine Gemeinde in Ecuador wird nach den Prinzipien des „guten Lebens“ regiert – mit messbarem Erfolg.
Stromversorgung in Brasilien Windige Geschäfte
Brasilien setzt auf sauberen Strom aus Windkraft – vor allem im Nordosten des Landes. Soziale und ökologische Folgen werden zu wenig bedacht. Eine Spurensuche.
Klima-Kollekte „Die Partner begrüßen Klimaschutz-Projekte“
Wer Fernreisen macht oder eine Großveranstaltung ausrichtet, kann zum Ausgleich für die Treibhausgas-Emissionen Klimaschutzprojekte im Süden unterstützen. Die Klima-Kollekte legt dafür besonders strenge Standards an, sagt ihr Geschäftsführer Christian Griebenow.

Standpunkte

Glyphosat Kein Pokern mit der Gesundheit
Glyphosat versteckt sich in Haferflocken und im Bier, und es lässt sich fast immer im menschlichen Körper nachweisen. Was genau das für den Einzelnen bedeutet, weiß niemand. Grund genug, das Herbizid nicht für weitere 15 Jahre zuzulassen.
Strafgerichtshof Mehr Schutz für die Machthaber
In Afrika schwindet die Unterstützung für den Internationalen Strafgerichtshof. Die Angriffe vieler Staatschefs auf das Gericht sind scheinheilig, werden aber allmählich gefährlich.
NGO-Gesetz Stützt Kritiker auf beiden Seiten!
Israelische wie palästinensische Behörden machen unabhängigen Organisationen in der eigenen Gesellschaft das Leben schwer. Europa sollte dem entgegentreten - die Zivilgesellschaft in Israel und Palästina braucht Rückendeckung.
Vereinte Nationen Zeit für eine starke Frau
Im Herbst ernennt die Generalversammlung der Vereinten Nationen einen neuen Chef. Diesmal möchte sie nicht wieder nur abnicken, was der UN-Sicherheitsrat hinter verschlossenen Türen ausgehandelt hat.

Journal

Humanitäre Korridore Auf sicherem Weg nach Europa
Eine ökumenische Initiative besorgt Flüchtlingen humanitäre Visa und bringt sie auf sicherem Weg nach Italien. Ende Februar sind die ersten 93 syrischen Flüchtlinge mit dem Flugzeug in Rom angekommen.
Müller im Maghreb Ausflug in die sicheren Herkunftsländer
Manche sahen es als abgekartetes Spiel. Innenminister Thomas de Maiziere bereist die Maghreb-Staaten, um die Rücknahme von Flüchtlingen auszuhandeln. Kollege Gerd Müller folgt auf dem Fuße und bringt Geschenke mit, damit sich aus Marokko, Algerien und Tunesien weniger Menschen auf den Weg nach Europa machen.
Schweiz Briefträgerin zwischen Riad und Teheran
Die Schweiz vertritt die konsularischen Interessen des Iran und Saudi-Arabiens. Zwischen den beiden Ländern herrscht seit Anfang des Jahres diplomatische Funkstille.
Schweizer Politiker in Eritrea Die Diktatur wird schöngeredet
Nach einer privat organisierten Reise nach Eritrea haben Schweizer Politikerinnen und Politiker die Schweizer Regierung aufgefordert, sie solle sich dem Land annähern. Bei den zuständigen Behörden stoßen sie auf Verständnis – zumindest teilweise.
Entwicklungsdienst Fusion misslungen
Vor fünf Jahren wurden die Entwicklungshelfer des Deutschen Entwicklungsdienstes der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) einverleibt. Dort sind sie offenbar nie richtig angekommen.
EU-Umfrage Helfen wollen alle - oder?
Europas Bürgerinnen und Bürger unterstützen die Entwicklungshilfe – und das heute stärker als in den beiden Jahren zuvor. Zu diesem Schluss kommt eine umfangreiche Erhebung der Europäischen Union (EU) Ende 2015 in allen Mitgliedstaaten. Doch die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen.
Städtepartnerschaft Ukraine Hilfe von unten
Seit dem Ausbruch der russisch-ukrainischen Krise bauen deutsche Kommunen ihre Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden in der Ukraine aus. Das soll dort die Zivilgesellschaft und die nach Westen orientierten politischen Kräfte stärken.
ODA-Reform Keine Entwicklungshilfe für Soldaten
Der Entwicklungsausschuss der OECD hat die Regeln präzisiert, nach denen die Geberländer Unterstützung im Bereich Sicherheit und Frieden als Entwicklungshilfe anrechnen können. Darüber hatten die Ausschussmitglieder jahrelang kontrovers diskutiert.
Burundi Kirchen wollen eine Wahrheitskommission
In Burundi droht ein Bürgerkrieg. An den Versuchen, den Präsidenten und die Opposition an einen Tisch zu bringen, haben sich Anfang März auch internationale Kirchenvertreter beteiligt. Jan Janssen, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, war als Vorsitzender des Evangelischen Missionswerks in Deutschland dabei.
Frauenprojekt Mütter gegen Dschihadismus
In Mütterschulen lernen Frauen aus Tschetschenien, Afghanistan, Irak, Nigeria, der Türkei und anderen Ländern, wie sie der Radikalisierung ihrer Söhne und Töchter entgegenwirken können.
Rohstoffabkommen mit Peru Umstrittene Partnerschaft
Im Februar trafen sich in Lima Vertreter der Regierungen Deutschlands und Perus, um über die Umsetzung der Rohstoffpartnerschaft zwischen beiden Ländern zu sprechen. Deutsche Hilfswerke kritisieren die Partnerschaft. Dabei bietet das Abkommen neue Chancen, die Anliegen der Zivilgesellschaft einzubringen.
Berufliche Bildung Vom Straßenkind zum Unternehmer
Junge Menschen aus armen Ländern kommen nach Europa, weil sie auf Arbeit und ein besseres Leben hoffen. Vera Siber von Brot für die Welt und Thorsten Nilges von Misereor erklären, wie die kirchliche Berufsbildung in den Herkunftsländern Perspektiven schaffen kann – und welche Berufe dort gefragt sind.