Heft 6 / 2016Zum Archiv 2016
Neue Chancen für die Kurden
Im Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien und dem Irak gelten die Kurden als wichtige Verbündete des Westens. Das nährt die Hoffnung, dass sie doch noch einen eigenen Staat erreichen – zum Beispiel in der irakischen Autonomen Region Kurdistan, für die diese Milizionärin in Suleimanija kämpft.
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Kurden

Heftschwerpunkt

Nordirak Der Feind im eigenen Haus
Irakisch-Kurdistan leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise – und die Regionalregierung bekommt Gegenwind von einer neuen Oppositionspartei. Mit der Einheit der Kurden ist es wieder vorbei.
Peschmerga Die Teilzeitsoldaten von Erbil
Die irakischen Kurden gelten als verlässlicher Partner im Kampf gegen die Terrormiliz IS. Der Westen unterstützt sie mit militärischer Ausrüstung und Training. Zum Teil stehen sich die Peschmerga aber selbst im Weg.
Unabhängigkeit Kampf um Kurdistan
Seit Jahrzehnten streben die Kurden im Nahen Osten nach Unabhängigkeit. Welt- und Regionalmächte legen ihnen aus geo­politischem Interesse Steine in den Weg. Und ihre Bewegung ist zerstritten.
Türkei Krieg gegen die Kurden
Die türkische Regierung kämpft erneut mit aller Härte gegen die Kurden im Land. Was hat den Sinneswandel von Präsident Erdogan ausgelöst?
Rojava Wenn Männer Kinder­träume haben
Glaubt man manchen Journalisten, dann entsteht in den Kurden­gebieten Nordsyriens ein basisdemokratisches Paradies. Warum lassen sie sich von einer autoritären Kaderpartei derart hinters Licht führen?

Welt-Blicke

Illegaler Rohstoffabbau In den Fängen der Sand-Mafia
Sand ist ein begehrter Rohstoff und ­erstaunlich knapp. Das ruft kriminelle Banden auf den Plan – und viele Beamte verdienen am Sandgeschäft gerne mit.
Syrien-Flüchtlinge Kein Versteck den Kriegsverbrechern
Aus Syrien fliehen nicht nur Opfer des Bürgerkrieges, sondern auch Täter. Europa ist darauf vorbereitet.
Buschfleisch Kleine Geschäfte mit dem Wild
Die Indigenen im Amazonasbecken essen gerne und häufig das Fleisch von Wildtieren. Verkauft werden darf es bislang nur in Ausnahmefällen. Das könnte sich nun ändern.
Argentinien Verbunden im Schmerz
Vor 40 Jahren begann in Argentinien die Schreckensherrschaft der Militärs. Sie brachte Folter und Tod für Zehntausende Menschen. Wie leben Opfer und Hinterbliebene mit diesem Erbe?
Interventionen in Somalia Was nicht klappt, wird wiederholt
Somalia ist seit den 1990er Jahren ein Versuchsfeld für äußere Inter­ventionen. Genau deshalb ist es noch immer in einem so furcht­ba­ren Zustand.

Standpunkte

Bedingungsloses Grundeinkommen Mehr Experimente wagen!
Die Schweiz stimmt am Sonntag über das bedingungslose Grundeinkommen ab. Das befeuert die Debatte über das Geld ohne Gegenleistung. Genug geredet - nur die Praxis kann zeigen, wie es wirkt.
Handelsabkommen Pro und Kontra EPAs
Fünfzehn Jahre wurde verhandelt, jetzt sollen sie in Kraft treten: die Wirtschaftsabkommen (Economic Partnership Agreements, EPAs) zwischen der EU und drei regionalen Gemeinschaften in Afrika. Eine Chance für die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas?
Kurz erklärt Wie lange hält sich Präsident Zuma?
Simone Knapp von der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika in Heidelberg hat die Antwort.

Bewegungsmelder

Bewegungsmelder "Wir brauchen konstruktive Lösungen"
Wir fragen Menschen aus der Szene, was sie bewegt und was sie wütend macht. Dieses Mal: Dieter Overath von Fairtrade Deutschland.
Herausgeberkolumne Liebenswert, aber überflüssig?
Wir wollten uns überflüssig machen – unter dieser Devise sind viele von uns in die Entwicklungszusammenarbeit eingestiegen. In Sachen Fundraising haben uns nichtstaatliche Entwicklungsorganisationen des globalen Südens mittlerweile überholt. Höchste Zeit, über unsere veränderte Rolle nachzudenken.
Von
Christoph Dehn

Journal

Agarwirtschaft Die Zukunft der Fleischfabriken
Ein Austausch kontroverser Positionen: Landwirte, Wissenschaftler, Vertreter von Kirchen und zivilgesellschaftlichen Gruppen kamen über die Folgen von Massentierhaltung und intensiver Landwirtschaft ins Gespräch. Ermöglicht hat das eine Dialogplattform.
Islamistischer Terror Friedensengel für Nigeria
Dem Terror von Boko Haram setzt die Kirche der Geschwister (EYN) in Nordnigeria christlich-muslimische Friedensinitiativen entgegen. Dafür wird sie am 20. Mai mit dem Michael-Sattler-Preis des Deutschen Mennonitischen Friedenskomitees ausgezeichnet.
Marikana-Massaker Keine Hilfe für die Witwen
Vor knapp vier Jahren sind in Marikana in Südafrika mehr als 30 streikende Minenarbeiter von der Polizei getötet worden. Der deutsche Chemiekonzern BASF lehnt einen Hilfsfonds für die Hinterbliebenen der Opfer weiter ab.
ADB-Jahrestagung Keine Spur von Konkurrenz
Die Asiatische Entwicklungsbank und die Asiatische Infrastruktur-Investmentbank demonstrieren in Frankfurt den Schulterschluss. Gemeinsam wollen sie die Infrastruktur ausbauen – und ein bisschen grün werden.
Deutsche Firmen in Afrika Riskante Märkte
Entwicklungsminister Gerd Müller will Investitionen deutscher Unternehmen in Afrika stärker fördern und auf diesem Weg Arbeitsplätze auf dem Kontinent schaffen. Denkbar seien steuerliche Anreize, sagte Müller bei der Eröffnung einer neuen Agentur für Wirtschaft und Entwicklung in Berlin. Wirtschaftsvertreter haben Zweifel, ob dies das beste Mittel ist.
EU-Gesetze zu erneuerbaren Kraftstoffen Schlingerkurs beim Biosprit
Die EU-Staaten sind damit beschäftigt, zwei Richtlinien zu Bio-Kraftstoffen in nationale Gesetze zu gießen. Eine Studie hat die Kommission bisher zurückgehalten. Die Ergebnisse sind niederschmetternd.
Naher Osten Solidarität mit verfolgten Christen
In Österreich haben christliche Verbände eine Solidaritätsaktion für bedrängte Christen in Syrien, im Irak und im Libanon gestartet. Vorwürfe, dass Christen auch österreichischen Flüchtlingsunterkünften schikaniert werden, bestätigte das Innenministerium nicht.
Mapuche Späte Rache
Seit Anfang des Jahres häufen sich Brandanschläge auf christliche Einrichtungen im Süden Chiles. Radikale Mapuche-Gruppen fordern die Rückgabe des Landes ihrer Vorfahren. Die katholische Kirche zeigt sich besorgt – und äußert Verständnis.
Süd-Nord- Komponente von weltwärts Überwältigt vom eigenen Erfolg
Die Nachfrage nach einem weltwärts-Freiwilligendienst in Deutschland wächst. Die an dem Programm beteiligten Organisationen in Deutschland und den Partnerländern stoßen zunehmend an die Grenzen ihrer Kapazität.
Sans-Papiers in der Schweiz Unsichtbare Arbeitsameisen
In der Schweiz leben schätzungsweise 76.000 Menschen ohne Papiere. Vor allem Frauen aus Lateinamerika und Männer aus europäischen Ländern kommen illegal zum Arbeiten.
Waffenexporte „Profit über Menschenleben“
Die Schweizer Regierung hat auf Druck der Wirtschaft das Moratorium für Rüstungsexporte in die Golfregion gelockert. Linke Parteien und Friedensorganisationen kritisieren den Beschluss scharf. Auch im Bundesrat soll er umstritten sein.