Heft 3 / 2018Zum Archiv 2018
Kunst und Politik: Vom Atelier auf die Straße
Überall prangern Künstler mit ­Werken oder Aufführungen Missstände an oder nehmen Stellung – hier protestiert 2017 die Gruppe 1000 gegen den G20-Gipfel in Hamburg. In vielen Ländern werden Künstler für politische ­Äußerungen schikaniert.
Wenn Sie das gesamte Heft als PDF lesen wollen, melden Sie sich an oder schließen Sie ein Abo ab
Kunst und Politik

Heftschwerpunkt

Rapper AKA Den Toten ein Gesicht geben
Der 30-jährige Musiker will die Opfer des kolumbianischen Bürgerkrieges vor dem Vergessen bewahren und die Wunden der Überlebenden heilen – mit seinen Songs und praktischer Arbeit in kleinen Nutzgärten.
Südsudan Grenzenlos feiern in Juba
Dem Bürgerkrieg zum Trotz: Junge Südsudanesen gehen genauso gerne tanzen wie ihre Altersgenossen überall auf der Welt. Nur eben tagsüber.
Von
Kultur und Entwicklung Mehr als schmuckes Beiwerk
In Kunst, Musik und Theater setzen sich Menschen kreativ mit eigenen Lebensumständen auseinander. Wie stark das Gesellschaften voranbringen kann, wird in der Entwicklungspolitik noch immer nicht angemessen berücksichtigt.
Irak Mit schönen Künsten gegen den Terror
Im Irak spannt die Regierung Künstler für den Kampf der Nation gegen den Islamischen Staat ein. Heldengedichte und Theaterstücke sollen die Moral in der Armee heben – und deren Ansehen in der Öffentlichkeit.
Kuba Zwischen Kunst, Kommerz und Kommunismus
Kubas Kulturfabrik lotet Freiräume aus und findet damit ein buntes Publikum. Trotzdem hat sie in der Regierung auch Fürsprecher.
Schriftsteller in Kamerun „Die Meinungsfreiheit ist nicht mehr das Problem“
Wo Schriftsteller in Kamerun vorsichtig sein müssen und warum die Opposition stets verliert. Ein Gespräch mit Enoh Meyomesse.

Welt-Blicke

Aschram in Indien Das Vermächtnis des verehrten Vaters
Mahatma Gandhi hat sich sein Leben lang für religiöse Toleranz und ein harmonisches Zusammenleben starkgemacht. Der Sabarmati-Aschram in Ahmedabad pflegt sein Erbe. Das ist in Indien heute wichtiger denn je.
Staudammprojekt Der Nil entzweit die Nachbarn
Ägypten beansprucht bisher den größten Teil des Nilwassers. Einen neuen Riesenstaudamm in Äthiopien sieht Kairo als Bedrohung – und verprellt zugleich den Sudan, den dritten großen ­Nilanrainer.
Genossenschaft in Venezuela Vertrauen heißt das Zauberwort
Kein Chef, ein Einheitslohn und ständig wechselnde Arbeitsplätze: Seit 50 Jahren wirtschaften die Genossenschafter von Cecosesola erfolgreich im krisengeschüttelten Venezuela. Und die Schlangen vor ihren Lebensmittelmärkten werden immer länger.
El Salvador Zurück in eine leere Stadt
US-Präsident Donald Trump will 200.000 Salvadorianer in ihre Heimat zurückschicken. Doch von dort machen sich jeden Tag junge Leute Richtung Norden auf den Weg – etwa aus dem Städtchen San Isidro.
Grand Ethiopian Renaissance-Staudamm „Der Nil wird nie mehr so sein wie zuvor“
Der riesige Nilstaudamm in Äthiopien wird den natürlichen Wasserstrom des Flusses verändern. Das werden vor allem die Anrainerstaaten flussabwärts spüren, warnt Ange Asanzi von International Rivers.
Proteste gegen Preissteigerungen „Tunesien ist stabiler als Europa“
In Tunesien sind in den vergangenen Wochen erneut Proteste ausgebrochen. Der Gewerkschafter Tahar Berberi erklärt, was dahinter steckt – und warum das Land heute stabiler und freier ist als vor der Revolution 2011.
Menschenrechtler in Bolivien „Wir haben die Aufgabe, staatliche Politik zu kontrollieren“
Früher standen in Bolivien Menschenrechtsorganisationen an der Seite von Evo Morales, dem ersten indigenen Präsidenten des Landes. Doch seit fünf Jahren gilt ein Gesetz, das die Arbeit nichtstaatlicher Organisationen beschränkt. Welche Folgen hat das für deren Arbeit?

Standpunkte

Infografik Früher war es nicht überall besser
Bei der Frage "Ist das Leben für Leute wie Sie heute besser oder schlechter als vor 50 Jahren?" gehen die Antworten weit auseinander. Besonders positiv äußern sich Inder und Vietnamesen, in Südamerika ist die Stimmung geteilt.
Koalitionsvertrag Im Zweifel für die Sicherheit
Für die Entwicklungspolitik verheißt der Koalitionsvertrag nichts Gutes. Sie wird anderen Politikfeldern untergeordnet.
Expertenfrage Ist Brasiliens Ex-Präsident Lula korrupt?
Das Urteil gegen Lula war nicht politisch motiviert, meint Claudia Zilla von der SWP. Mängel im Umgang mit Korruptionsfällen sieht sie in Brasilien trotzdem.
Sexueller Missbrauch Oxfam ist erst der Anfang
Die Vorwürfe gegen Oxfam-Mitarbeiter sind nur die Spitze des Eisbergs. Wer jetzt einzelne Organisationen verteufelt, macht es aber nicht besser.
Afrikapolitik Schluss mit der Stabilitätsdoktrin!
Ob Kenia, Äthiopien, Kamerun oder Togo: Überall, wo Regierungen in jüngerer Vergangenheit ihre Bürger und Bürgerinnen drangsaliert und Freiheiten eingeschränkt haben, hat das westliche Ausland beide Augen zugekniffen.

Bewegungsmelder

Bewegungsmelder "Wir können etwas verändern!"
Wir fragen Menschen aus der Szene, was sie motiviert und wo sie an Grenzen stoßen. Dieses Mal: Mechtild Maurer, Geschäftsführerin von ECPAT Deutschland.

Journal

Nord-Süd-Zeitschrift Als die 68er die Dritte Welt entdeckten
Das „informationszentrum 3. welt“ (iz3w) feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen halten mit Engagement und einer gehörigen Portion Selbstausbeutung vor allem die gleichnamige Zeitschrift am Leben.
Flüchtlinge Der Weg bleibt beschwerlich
Italien hat es vorgemacht, Frankreich und Belgien sind gefolgt: Auf Initiative der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio werden Flüchtlinge auf sicherem Weg aus Krisenregionen geholt. Für Deutschland gibt es bisher noch kein solches Projekt. Warum nicht?
Atlas der Zivilgesellschaft Druck von oben
Sorge über schrumpfende Freiräume: Die internationale Allianz für Bürgerrechte CIVICUS und Brot für die Welt dokumentieren, wie zivilgesellschaftliches Engagement weltweit beschnitten wird.
Von
Marina Zapf, Tillmann Elliesen
EKD-Rat in Namibia Heikles Terrain für die evangelische Kirche
Vor knapp einem Jahr hat die Schulderklärung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Genozid an den Herero und Nama für Unruhe und Kritik gesorgt. Anfang März wird nun eine EKD-Delegation nach Namibia reisen. Zu welchem Zweck, will sie allerdings nicht sagen.
Kimberley-Prozess Kampf gegen Konfliktdiamanten
Die Bilanz des sogenannten Kimberley-Prozesses ist durchwachsen. Nun hat die Europäische Union den Vorsitz übernommen, doch ihre Agenda ist vage. Aus der Diamantenindustrie und der Zivilgesellschaft kommen hingegen konkrete Reformvorschläge.
Von
Philipp Saure
Katholiken in China Teuer erkaufte Kircheneinheit
Nach 66 Jahren Funkstille wollen der Vatikan und China wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen. Den Preis dafür muss die chinesische Untergrundkirche zahlen, die über viele Jahre trotz staatlicher Repressionen loyal zum Papst gestanden hat.
Nachhaltigkeit „Bayern war Vorreiter bei der fairen Beschaffung“
Das Eine Welt Netzwerk Bayern lädt seit 2006 Vertreter der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu Gesprächen über nachhaltiges Wirtschaften ein. Ein gutes Instrument, meint Alexander Fonari vom Eine Welt Netzwerk. Auch wenn sich manche Verbände dem Dialog verweigerten.
Große Koalition „Wir setzen auf eine faire Handelspolitik“
Bis zum 2. März stimmen die SPD-Mitglieder über den Koalitionsvertrag ab. Gabi Weber, die entwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, findet: Die Große Koalition wäre gut für die Entwicklungspolitik.