Heft 5 / 2018Zum Archiv 2018
Müllberge als Goldgruben
Das Recycling nützt mehrfach: Es reduziert die Abfallberge, schont die Umwelt, spart Rohstoffe und ermöglicht gute Geschäfte. Das hat auch Isatou Ceesay erkannt – sie hat in Gambia eine Frauenkooperative gegründet, die Plastikmüll ein zweites Leben und den Frauen ein Einkommen verschafft.
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Recycling

Heftschwerpunkt

China Abfall verzweifelt gesucht
Zu Chinas Wirtschaftswunder hat der Import von Abfällen beigetragen. Daraus stammen billige Rohstoffe, etwa für die Textilwirtschaft. Die Regierung hat die Einfuhr stark eingeschränkt und zwingt die Recyclingfirmen auf neue Wege.
Kunst aus Altglas Aus Scherben erblüht ein bunter Baum
Margarita Llort arbeitet mit dem, was andere wegwerfen: leere Flaschen und Gläser. Ihre farbenfrohen Werke sollen in Kürze auch in Deutschland erhältlich sein.
Exkremente als Rohstoff Der Schatz aus der Toilette
Die Idee ist bestechend: Menschliche Exkremente werden zu Rohstoffen wie Dünger oder Brennstoff verwandelt. Das dient der Hygiene und verspricht ein gutes Geschäft.
Importierte Gebrauchtwagen Im Schlachthof für Rostlauben
Auf dem vermutlich größten Schrottplatz Afrikas in der nigerianischen Metropole Lagos zerlegen Tausende Arbeiter kaputte Autos aus den Industrieländern. Damit lässt sich ordentlich Geld verdienen – allerdings auf Kosten der Gesundheit und der Umwelt.
Cradle to Cradle Kreislauf mit Lücken
Das Cradle-to-cradle-Konzept hat zum Ziel, Produkte komplett wiederzuverwerten – ohne Abfall und am besten immer wieder. Wie funktioniert das bei T-Shirts?
Müllsammler in Pune Trennen ist Trumpf
Indische Großstädte tun sich schwer mit ihrem Müll. Häufig landet er unsortiert auf großen Deponien und schädigt die Umwelt und die Gesundheit der Anwohner. Die Millionenstadt Pune sucht nach anderen Wegen.
Abfallentsorgung Wohin mit dem Müll?
In den USA stapeln sich die Plastikabfälle, weil China sie nicht mehr will. Vietnam und Malaysia springen in die Bresche, doch niemand weiß, was dort damit geschieht. Der Westen muss selbst mehr recyceln – und weniger Müll produzieren.

Welt-Blicke

Aids Bringt Jammeh vor Gericht!
Der ehemalige Diktator Gambias, Yahya Jammeh, hat Menschen mit Aids gezwungen, an einem skurrilen, von ihm selbst entwickelten Heilprogramm teilzunehmen. Die Aids-Aktivistin Fatou Jatta und ihre Mitstreiter wollen für ihr monatelanges Leid entschädigt werden.
Witwen Der Krieg bringt Elend – und Mut
Bomben und Attentate lassen viele Frauen als Witwen zurück. Wie sie mit ihrem Schicksal umgehen und wie ihr Umfeld darauf reagiert, erzählen zwei Geschichten aus Afghanistan und aus dem Jemen.
Frauen in Indien Freiheit ohne Angst
Vor mehr als fünf Jahren sorgte die brutale Vergewaltigung einer Studentin in Indien für einen öffentlichen Aufschrei. Wie geht die indische Gesellschaft heute mit Sexualverbrechen um?
China Neue Wege in der Altenpflege
Wer in China an Demenz leidet, ist auf die Hilfe von Töchtern und Söhnen angewiesen. Und die sind manchmal erfinderisch.
Wiederaufbau Schöner Wohnen nach dem Beben
Constitución in Chile wurde vor mehr als acht Jahren von Erdstößen und einem Tsunami schwer zerstört. Die Stadt wurde wieder aufgebaut – und die Bürger durften mitreden.

Standpunkte

WHO Eine muss den Hut aufhaben
Immer mehr Aufgaben und zu wenig Geld: Warum die Weltgesundheitsorganisation trotzdem 70 Jahre nach ihrer Gründung wichtiger ist denn je.
Südafrika Landreform ohne Plan
Die Landreform hat in Südafrika bislang nur wenig gebracht. Jetzt prüft das Parlament die Enteignung weißer Farmer. Eigentlich wären aber ganz andere Schritte nötig.
Kurz erklärt Schlägt Chinas Entwicklungshilfe eine neue Richtung ein?
China hat beschlossen, eine neue staatliche Agentur für Entwicklungszusammenarbeit einzurichten. Die Sinologin Marina Rudyak erklärt, was dahinter steckt.
Reife Leistung Schön gesoffen
Hilft sonst nichts mehr, hilft Alkohol: Das dachte man sich wohl bei zwei Hilfsorganisationen, die sich jüngst mit großen Bierbrauern verbrüdert haben.
Infografik Wie viel kostet ein Mittagessen?
Ein New Yorker bezahlt für einen Bohneneintopf 0,6 Prozent seines täglichen Einkommens – ein Südsudanese kann sich die Mahlzeit gar nicht leisten.

Bewegungsmelder

Bewegungsmelder "Man schenkt uns Gehör"
Wir fragen Menschen aus der Szene, was sie motiviert und wo sie an Grenzen stoßen. Dieses Mal: Eva-Maria Hartmann vom Verein „erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung“.
Herausgeberkolumne Gangster sollen Gärtner werden
Wo sich soziale Ungleichheit und die Klimakrise verschärfen, nehmen auch politische Spannungen zu. Wer sie lösen will, muss bei sich selbst beginnen.

Journal

Völkermord in Namibia "Die Aufarbeitung ist schmerzhaft"
Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) haben im März Namibia besucht. Bei den Gesprächen ging es um die Schulderklärung der EKD zum Genozid an den Herero und Nama. Sie sei auf ein geteiltes Echo gestoßen, sagt die EKD-Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber.
Menschenrechte "Verheerendes" Signal aus Brüssel
Die Menschenrechtslage auf den Philippinen hat sich unter Präsident Rodrigo Duterte laut Beobachtern stark verschlechtert. Trotzdem hat die EU-Kommission der Regierung in Manila kürzlich angeboten, Verweise auf die Achtung der Menschenrechte in bilateralen Entwicklungshilfe-Abkommen zu streichen.
ODA Mehr Geld für die ärmsten Länder
Die Entwicklungshilfe der wichtigsten Geberländer ist 2017 leicht gesunken. Die neuen Zahlen der OECD spiegeln Licht- und Schattenseiten in der gegenwärtigen Entwicklungsfinanzierung.
Entwicklungspolitik Ministerin mit eigenem Kopf
Die Entwicklungshilfe aus Österreich schrumpft und wird auch mittelfristig nicht steigen. Inhaltlich setzt die neue Außenministerin Katrin Kneissl einige interessante Schwerpunkte.
Rückkehrerprogramm Neblige "Perspektive Heimat"
Zum Auftakt seiner zweiten Amtszeit schreibt auch Entwicklungsminister Gerd Müller das Thema Heimat groß: Um Geflüchteten und Migranten die Rückkehr zu erleichtern, will der CSU-Politik bis zu 500 Millionen Euro ausgeben.
Städtepartnerschaft mit Kapstadt Ratlos in der Wasserkrise
In der südafrikanischen Metropole Kapstadt ist seit Monaten das Wasser knapp. Die deutschen Partnerstädte Aachen und München sind bei der Wasserkrise keine Hilfe – dafür fehlt ihnen das Know-how.
Flüchtlinge aus Eritrea Schweiz verschärft Asylpraxis
Die Schweizer Behörden prüfen derzeit den Aufenthaltsstatus von 3200 Eritreerinnen und Eritreern, deren Asylgesuche abgelehnt wurden. Dass sie abgeschoben werden, ist unwahrscheinlich. Dennoch dürfte sich für viele die Lage verschlechtern.
Personalia im Mai Wer, wo, was?
Die deutsche Kommission Justitia et Pax hat einen neuen Geschäftsführer, das Entwicklungsministerium hat zwei neue Staatssekretäre und einen Beauftragten für weltweite Religionsfreiheit: Unsere Personalmeldungen im Mai.
Entwicklungspolitik „Wir brauchen mehr multilaterale Zusammenarbeit“
Im Koalitionsvertrag der Regierung steht zur Entwicklungspolitik „wenig Verbindliches drin“, kritisiert Christoph Hoffmann von der FDP. Seine Fraktion werde im Bundestag mehr messbare Ziele einfordern.