Heft 5 / 2016Zum Archiv 2016
Religion: Vom Glauben und Zweifeln
Mit Weihrauch und Gebeten begehen Chinesinnen im Yonghegong-Tempel in Peking das Neujahrsfest. Religiöse Handlungen waren früher überall Teil der Alltagskultur, der sich niemand entziehen konnte. In modernen Gesellschaften können Menschen wählen, woran sie glauben und zweifeln.
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Glaube in der modernen Welt

Heftschwerpunkt

Islam Allah in den Anden
In der peruanischen Stadt Abancay predigt ein selbst ernannter muslimischer Führer eine Mischung aus traditionellem Inka-Glauben und Islam. Seine jugendlichen Anhänger sind begeistert.
Religion Der Glaube ist nicht tot zu kriegen
Woran Menschen glauben, gilt in Europa als Frage ihrer individuellen Überzeugung. Das war nicht immer so – erst ein langer und blutiger Weg hat zur Trennung von Kirche und Staat geführt. Und es wäre falsch zu schließen, dass Religion in modernen Gesellschaften zwangsläufig bedeutungslos wird.
Christentum Sinnsuche in der Fremde
Viele Chinesen, die in den USA studieren, kommen dort zum ersten Mal mit gelebter Religion in Berührung. Und viele fühlen sich vom Christentum angezogen.
Religion und Entwicklung Sprung ins kalte Wasser
Gerd Müller hat die Religion entdeckt. Was halten die kirchlichen und säkulären Hilfsorganisationen davon?
Islam Wenn der Glaube zerbröckelt
Im Nahen Osten wächst die Zahl der Atheisten – obwohl sie von den dortigen Regimes gnadenlos verfolgt werden. Sie müssen mit langen Haftstrafen oder sogar dem Tod rechnen. Warum wenden sie sich von Gott ab?
Recht auf Wohnen „Gott würde mit den Armen auf der Baustelle feiern“
Das Zentrum Gaspar Garcia in der brasilianischen Megastadt São Paulo hilft armen Menschen, ihr Recht auf Wohnen durchzusetzen. Geschäftsführer René Goncalves erklärt, warum Papst Franziskus seiner Arbeit Aufwind verleiht.

Welt-Blicke

Venezuela Ein Land vor der Pleite
In Venezuela will die Opposition Präsident Nicolás Maduro mit einem Referendum aus dem Amt drängen. Der hat sich bislang besser gehalten als erwartet. Doch die Wirtschaftskrise macht seiner Regierung schwer zu schaffen.
Afrikanisches Sondertribunal Hinter der Mauer des Schweigens
Dem früheren Präsidenten des Tschad, Hissène Habré, droht im Senegal lebenslange Haft. Er ist der erste afrikanische Ex-Diktator, über dessen Gräueltaten Afrika selbst zu Gericht sitzt. Und er könnte der letzte gewesen sein.
Journalisten in Ruanda Im Gespinst der Gerüchte
Journalisten leben in Ruanda gefährlich. Für Kritik am Regime riskieren sie Prügel oder ihr Leben. Von einem, der sich nicht einschüchtern lassen wollte.
Baumwollanbau in Burkina Faso Zurück zur Natur
Burkina Faso will künftig keine Gen-Baumwolle mehr anbauen. Denn deren Qualität ist zu schlecht. Der Saatgutriese Monsanto bleibt gelassen – noch.

Standpunkte

Geld als Nothilfe Das Hilfspaket hat ausgedient
Nothilfe wird meist in Form von Nahrungsmitteln, Trinkwasser oder medizinischer Hilfe geleistet. Wer den Opfern Geld gibt, bewirkt aber oft mehr. Für die Hilfsorganisationen hat das weitreichende Folgen.
Umweltschutz Tödliche Teilchen
Plastikmüll bedeckt weite Teile der Ozeane und lässt Seevögel und Fische verenden. Tragetaschen aus Kunststoff abzuschaffen, ist ein wichtiger Schritt dagegen. Aber er darf nicht der einzige bleiben.
Menschenrechte in Äthiopien Wegschauen gilt nicht
Im Ausland fast unbemerkt, werden in Äthiopiens Region Oromia Proteste niedergeschlagen. Das zeigt wieder einmal: Menschenrechte gelten dort wenig – und Europa und die USA fassen das Land mit Samthandschuhen an.

Bewegungsmelder

Bewegungsmelder "Exxon macht mich wütend"
Fünf Fragen an Tine Langkamp, Koordinatorin der Divestment-Kampagne "Fossil Free" in Deutschland.
Kurz erklärt Beeinflussen Freihandelsabkommen Migration?
Clara Brandi vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik hat die Antworten.
Durch den Mai Einfach mal loslassen
Was Sie in diesem Monat bewegen sollte: Gesine Kauffmann blickt voraus.
Herausgeberkolumne Leid teilen, Hoffnung schöpfen
Auf den Philippinen leben eine Million Menschen mehr schlecht als recht vom Fischfang. Angesichts heftiger werdender Taifune und schwindender Fisch- und Korallenbestände gilt es für sie, Meer und Küste nachhaltig zu bewirtschaften. Dabei unterstützt sie auch Fastenopfer.

Journal

Schuldenreport Die halbe Welt ist überschuldet
Die Schuldenlast des Südens wächst bedrohlich. Und noch immer fehlt es an fairen Verfahren für Pleitestaaten. Die Autoren des Schuldenreports 2016 warnen deshalb vor einer neuen globalen Krise.
Christen in Ägypten Freiheit unter Al-Sisi
In Menschenrechtsfragen sorgt Ägyptens Machthaber Al-Sisi für negative Schlagzeilen. Die christliche Minderheit aber atmet nach Jahrzehnten der Diskriminierung auf. Der Staat will nun sogar die Kosten für den Wiederaufbau zerstörter Kirchen übernehmen.
Anti-Ngo-Gesetze Genauer hinschauen
Die Opposition will, dass sich die Bundesregierung für den Schutz der Zivilgesellschaft in anderen Ländern einsetzt. Koalitionsvertreter sehen den Handlungsspielraum aber oft begrenzt.
Cotonou-Vertrag In Verhandlung mit den Ex-Kolonien
Die EU-Kommission wollte wissen, wie ein neuer Vertrag mit den sogenannten AKP-Ländern aus Afrika, der Karibik und der Pazifik-Region aussehen sollte. Die Antworten aus der öffentlichen Konsultation fallen höchst unterschiedlich aus.
Natursteine aus Indien Keine Grabsteine aus Kinderhand
Fachleute warnen seit Jahren vor Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen, in denen Grabsteine für den deutschen Markt gehauen werden. Viele Kommunen wollen dagegen vorgehen – scheitern aber an gesetzlichen Regelungen. Das könnte sich bald ändern.
Petition gegen ein Freihandelsabkommen Palmöl am Pranger
Die Schweiz verhandelt mit Malaysia über ein Freihandelsabkommen. Anlässlich einer neuen Gesprächsrunde verlangen nichtstaatliche Organisationen den Ausschluss des umstrittenen Palmöls aus dem geplanten Abkommen.
Aid Transparency Index Schlechtes Zeugnis für Deutschland
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist transparenter geworden. Doch sie liegt noch immer weit hinter dem Klassenbesten zurück.
ÖSterreich Streit um Spenden für Flüchtlinge
Bei Österreichs Hilfswerken gingen vor Ostern die Wogen der Empörung hoch: Sie sollten ihre Spenden für Flüchtlingsarbeit offenlegen. Das Geld würde dann von dem Betrag abgezogen, den sie vom Staat für die Betreuung von Flüchtlingen zurückfordern können.
Staatliche Entwicklungshilfe Verzerrte Quote
Weil die Industrieländer die Ausgaben für Flüchtlinge als Entwicklungshilfe anrechnen, erreichen die ODA-Zahlungen Rekordhöhen. Deutschland wird zum größten Empfänger der eigenen Entwicklungshilfe.
Kritik an Entwicklungshilfe Wider die politische Kurzsichtigkeit
Mit einem „Weckruf gegen Hunger und Armut“ appellieren mehr als 30 zivilgesellschaftliche Organisationen an das Schweizer Parlament, die Entwicklungshilfe nicht zu kürzen. Bedroht sind vor allem langfristig angelegte Programme.
EU-Parlament Widerstand gegen Agrar-Allianz der G8
Im EU-Parlament gibt es große Bedenken gegen eine Beteiligung an der „Neuen Allianz für Ernährungssicherung“. Setzt die EU ihre Teilnahme aus?
EU-Migrationspolitik Wirkung unbekannt
Die EU versucht seit Jahren, zusammen mit südlichen und östlichen Partnerländern die Zuwanderung nach Europa zu steuern und zu verringern. Ob sie das Geld dafür bis 2013 sinnvoll ausgegeben hat, hat der Rechnungshof geprüft. Das Ergebnis ist Brüssel sichtlich unangenehm.
Kenia „Wahlen sind keine Frage von Leben und Tod“
Kenia wählt zwar erst Ende 2017. Doch schon jetzt haben sich die Religionsführer des Landes mit deutlichen Worten an die Politiker gewandt. Sie sollten aufhören, in den sozialen Medien ethnische Vorurteile zu schüren und im Wahlkampf Milizen einzusetzen.