Heft 10 / 2017Zum Archiv 2017
Kongo: Das geschundene Herz Afrikas
Die Demokratische Republik Kongo findet keinen Frieden. Manchmal gelingt es, lokale Krisen einzudämmen – unser Titelbild zeigt demobilisierte Rebellen in der Provinz Nord-Kivu im Jahr 2013. Doch die Konflikte im Ost-Kongo schwelen weiter und im Gebiet Kasai ist ein neuer ausgebrochen. Das Land ist politisch labil, nicht zuletzt weil der amtierende Präsident sich an die Macht klammert.
Wenn Sie das gesamte Heft als PDF lesen wollen, melden Sie sich an oder schließen Sie ein Abo ab
Kongo

Heftschwerpunkt

Bürgerbewegung im Kongo "Wir mobilisieren die jungen Leute"
Die Bürgerbewegung „Kampf für den Wandel“ (La Lucha) will erreichen, dass der Kongo besser regiert wird - und bald Wahlen stattfinden. Serge Kambale erklärt, wie die Aktivisten dabei vorgehen.
Entwicklungshilfe im Kongo Am Bedarf vorbei
Die Geber wollen, dass der Kongo besser regiert wird. Ihre Hilfe trägt leider nur wenig dazu bei.
Konflikt in Kasai-Region Der nächste Krisenherd
Die Region Kasai-Central inmitten des Kongo lebt seit Frühjahr 2016 praktisch im Bürgerkrieg. Der Regierung kommt das nicht ungelegen, denn es erschwert einen politischen Machtwechsel.
Kongo Kabila trickst, die B ürger murren
Joseph Kabilas Amtszeit als Staatschef des Kongo ist eigentlich 2016 abgelaufen. Doch um an der Macht zu bleiben, zieht er weiter alle Register – und riskiert, dass das Land explodiert.
Journalisten im Kongo Schwieriger Dienst an der Wahrheit
Kein Geld, kein Internet, von Politikern bedroht: Einheimische Journalisten im Kongo müssen einiges aushalten können.
Kirchen im Kongo Wenn die Macht lockt
Die Kirchen spielen im Kongo schon immer eine politische Rolle. Der katholische Klerus ist inzwischen auf Distanz zur Staatsmacht gegangen – im Gegensatz zu den Protestanten.
Ostkongo „Der Goldhandel ist das große Problem“
Mit Zertifikaten will die deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaft und Rohstoffe (BGR) den Handel mit Mineralien im Ostkongo transparenter machen und die Arbeitsbedingungen der Schürfer verbessern. Projektleiter Matthias Baier erklärt, warum das bislang kaum im Kampf gegen bewaffnete Gruppen hilft und wie sich europäische und amerikanische Transparenz-Gesetze auswirken.

Welt-Blicke

El Salvador Das Gold muss im Boden bleiben
El Salvador verbietet als erstes Land weltweit den Abbau von Metallen. Dafür haben Umweltschützer und Kirchen lange gekämpft.
Chile Land für alle im roten Tal
Anfang der 1970er Jahre führte die sozialistische Regierung in Chile eine große Agrarreform durch. Heute ist davon nicht mehr viel übrig. Aber die Debatte, welche Art Landwirtschaft für das Land richtig ist, geht weiter.
Tschad Unser Gendarm im Sahel
Präsident Idriss Déby regiert den Tschad mit harter Hand. Doch seine Armee ist zum wichtigen Partner Europas und der USA in der Terrorismusbekämpfung geworden. Von denen möchte Déby nun für seine „Sicherheitsdienste“ mehr Geld.
Namibia „Oshilongo heißt Zuhause“
Ab 1979 wurden einige Hundert Kinder aus Namibia in die DDR ausgeflogen, um sie vor dem Krieg in Sicherheit zu bringen. Am Ende des Ost-West-Konflikts wurden sie wieder zurückgeschickt. Lucia Engombe und Polly Shino waren zwei von ihnen.

Standpunkte

Streitgespräch Ist Deutschland am Limit?
Tun wir genug und das richtige, um Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und wirtschaftlicher Not zu helfen? Die Meinungen von Julia Duchrow von Brot für die Welt und dem Publizisten Gerhard Arnold gehen in dieser Frage weit auseinander.
Endverbleibskontrolle Wer kontrolliert die Waffenkäufer?
Die Bundesregierung hat Medienberichten zufolge damit begonnen, den Endverbleib exportierter Waffen zu kontrollieren. Max Mutschler von der Fachgruppe Rüstungsexporte der GKKE erklärt, worauf es dabei ankommt – und was im Zweifel die bessere Alternative wäre.
Terrorismus im Sahel Wie man „Extremisten“ züchtet
Der „Krieg gegen den Terror“ schürt im Sahel häufig dessen wichtigste Ursache: lokale Revolten. Ein Dilemma für die Sicherheitskräfte.

Bewegungsmelder

Bewegungsmelder "Nur einen Gedanken: Helfen!"
Wir fragen Menschen aus der Szene, was sie bewegt und was sie wütend macht. Dieses Mal: Die Krankenpflegerin Heidi Anguria, die regelmäßig für Ärzte ohne Grenzen im Einsatz ist.
Ethisches Investment Unternehmen und Politik hinken hinterher
Die Divestment-Bewegung ist von ihrem Erfolg eingeholt worden: Die Nachfrage nach ethischer Geldanlage steigt, doch zu wenige Unternehmen in der Realwirtschaft erfüllen die Anforderungen ethischer Anleger. Rechtsverbindliche Leitlinien für Unternehmen würden helfen.

Journal

Entwicklungskredite "Straßennetze kann man nicht privat finanzieren“
Deutschland tut es, ebenso Frankreich und Japan, viele andere Geber aber nicht: Entwicklungshilfe in bestimmten Fällen auf Pump vergeben. Norbert Kloppenburg, der scheidende Chef der KfW Entwicklungsbank, erklärt, warum das sinnvoll ist.
Parlamentswahl in Österreich Armutsbekämpfung und Flüchtlingsabwehr
Österreich wählt am 15. Oktober ein neues Parlament. Die Pläne der großen Parteien zur Entwicklungspolitik klaffen teilweise weit auseinander.
Frauenbeschneidung Aufklärung vor der Ehe
Weibliche Genitalverstümmelung betrifft in Ägypten nicht nur Musliminnen. Auch drei von vier Koptinnen sind beschnitten. Die Koptisch-Orthodoxe Kirche startet nun eine Sensibilisierungskampagne.
EU-Sicherheitspolitik Brüssel will auch Militärs fördern
Die EU-Kommission ist mit dem Versuch, das EU-Instrument für Stabilität und Frieden (IcSP) für Militärhilfe zu öffnen, einen großen Schritt vorangekommen: Das Europaparlament hat grünes Licht für Verhandlungen mit dem EU-Ministerrat gegeben. Kritiker befürchten eine Militarisierung der europäischen Außen- und Entwicklungspolitik.
Von
Phillipp Saure
Bericht „Großbaustelle Nachhaltigkeit“ Gemeinsam aus der Nische?
Zum zweiten Mal haben Umwelt- und Sozialverbände, Menschenrechtler und Gewerkschafter einen Bericht zur Lage der Nation in Sachen Nachhaltigkeit herausgebracht. Ihre Bilanz, es sei noch viel zu tun, ist wenig überraschend. Bemerkenswert ist jedoch, in welcher Breite die Zivilgesellschaft inzwischen zusammenarbeitet.
UN-Konvention zu Wirtschaft und Menschenrechten Globale Regeln für globale Unternehmen
Ende Oktober trifft sich in Genf erneut die UN-Arbeitsgruppe, die verbindliche Regeln für die menschenrechtliche Verantwortung transnationaler Unternehmen erarbeiten soll. Der Widerstand der Industrieländer weicht langsam auf.
Bilanz 2016 Gute Zahlen für Brot für die Welt
Brot für die Welt kritisiert auf seiner Bilanzpressekonferenz die kurzsichtige Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Die Spender des Hilfswerks seien klüger: Sie hätten erkannt, dass nur langfristig angelegte Politik Not und Elend in der Welt lindern kann.
Agentur für Wirtschaft Im Sinkflug
Um die deutsche Wirtschaft stärker für entwicklungspolitische Ziele zu gewinnen, wollte Minister Gerd Müller (CSU) die von ihm im vergangenen Jahr geschaffene Agentur für Wirtschaft und Entwicklung (AWE) ausbauen. Jetzt blockiert das Wirtschaftsministerium – und auch die Industrie hat keinen Bedarf.
Schweizer Hilfsprogramme Knatsch mit Brüssel
In den vergangenen zehn Jahren hat die Schweiz Projekte in den neueren Mitgliedstaaten der Europäischen Union finanziert. Doch jetzt ist erst einmal Schluss damit: Neues Geld knüpft der Bundesrat an die Bedingung, dass Verhandlungen mit der EU über einige Beziehungsfragen vorankommen.
Urban Farming Städtische Selbstversorger
Salat an Hauswänden, Honigbienen auf Dächern, Gemüse im Gemeinschaftsgarten: Landwirtschaft in den Städten wird immer populärer. Im Süden haben viele Projekte eine politische Botschaft.
Umwelt- und Klimaschutz „Wir hatten immer nur Auto-Kanzler“
Maja Göpel ist seit kurzem die neue Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen (WBGU). Sie erklärt, welche Aufgaben die kommende Regierung als erstes anpacken sollte und was für eine visionäre Verkehrspolitik nötig wäre.