Heft 3 / 2017Zum Archiv 2017
Indigene Völker: Eingeboren und ausgegrenzt
Selbstbewusst: Ein Mann vom Volk der Kula in Papua-Neuguinea vor einem Kanu, wie es für Fischfang und Handel genutzt wird. Die eigene Kultur bewahren und am modernen Leben teilhaben - das ist für viele Indigene durchaus vereinbar.
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Heftschwerpunkt

Rechte indigener Völker Der „Ureinwohner“ kehrt zurück
Indigene Völker haben sich international besondere Rechte erstritten. Dazu haben sie alte Vorstellungen über Ureinwohner neu belebt – auch solche, die europäische Kolonialherren einst benutzt hatten, um sie zu unterwerfen und ihr Land zu rauben.
Kolumbien Die verlorenen Söhne
Der Friedensvertrag in Kolumbien ist in Kraft: Indigene Guerilleros sollen in den nächsten Monaten in ihre Dörfer im Süden des Landes zurückkehren. Mit offenen Armen werden sie dort nicht empfangen.
Rafael Correa Doch keiner von uns
Indigene haben Rafael Correa 2006 an die Macht gebracht. Inzwischen haben sich viele enttäuscht von Ecuadors Präsident abgewandt.
Adivasi Jahrhunderte der Diskriminierung
In Indien kämpfen die Ureinwohner der Adivasi für ihre Rechte – und um das Überleben ihrer Kultur.
Schutzvorkehrungen für Indigene Rücksicht auf die Ziegenhäute
Indigene Völker genießen in den Umwelt- und Sozial­standards der Weltbank besonderen Schutz. Fach­leute streiten, ob das nötig ist.
Dialog mit Indigenen „Die Kulina lassen sich nicht so leicht unterwerfen“
Frank Tiss hat 15 Jahre bei Ureinwohnern im Nordwesten Brasiliens gelebt. Der niedersächsische Pastor erzählt, wie sie mit Missionaren umgehen und warum er keinen einzigen Kulina getauft hat.

Welt-Blicke

Senegal Die Macht der frommen Männer
Islamische Bruderschaften und ihre Führer üben im Senegal großen Einfluss aus. Doch die Nähe zur Politik hat auch ihre Schattenseiten.
Saatgut Konzerne aus dem Markt gedrängt
In El Salvador fördert die Regierung den Anbau von eigenem Saatgut. Für staatliche Programme wird fast keines mehr importiert.
Chinas Entwicklungshilfe Mit Pilzen Gewinn machen
China will Bauern in Afrika zeigen, wie sie mehr aus ihren Böden holen können. Die Volksrepublik hat dabei auch eigene Interessen im Blick.
Von
Togo Noch schläft der Unternehmergeist
Togo hat sein Genossenschaftsrecht reformiert, um Bauern einen besseren Zugang zum Markt zu ermöglichen. Die reagieren verhalten auf die neuen Regeln.
Gambia Wahlsieg „Made in USA“?
Nach 22 Jahren hat Gambia endlich einen neuen Präsidenten. Viele Wähler bedanken sich dafür bei ein paar Leuten aus Washington.
Von
Krista Mahr

Standpunkte

Reife Leistung Achtung, die Mittdreißiger kommen
Der "Weltdienst 30+" will deutsche Fachkräfte ins Ausland fliegen. In Afrika können sie dann den jungen Leuten erklären, warum sie lieber zuhause bleiben sollten.
Kurz erklärt Doch kein Frieden auf den Philippinen
Der philippinische Präsident Duterte hat Mitte 2016 Friedensverhandlungen mit der maoistischen Rebellenbewegung begonnen und jetzt abgebrochen. Die Politikwissenschaftlerin Jasmin Lorch erklärt, was dahinter steckt.
Menschenrechte Ein Maulkorb für UN-Beamte
Beamte der Vereinten Nationen sollten bei Demonstrationen lieber zu Hause bleiben. Das meint jedenfalls das UN-Ethikbüro und verweist auf den Verhaltenskodex. Der müsste dringend überarbeitet werden.
Syrienkrieg Es nimmt kein Ende
Gespräche über eine Lösung für den Syrienkrieg haben derzeit kaum Aussichten auf Erfolg. Dafür verfolgen Russland, die USA, Iran und die Türkei zu unterschiedliche Interessen. Das spielt vor allem dem Islamischen Staat in die Karten.
Zivilgesellschaft Raus aus der Kuschelecke!
Entwicklungsaktivisten müssen sich der rechtspopulistischen Kampfansage stellen. Sonst könnte es schon bald nichts mehr geben, wogegen sie noch protestieren können.
Abtreibung Trumps tödliche Unterschrift
Donald Trump kürzt die Entwicklungshilfe für Familienplanung. Das ist nichts anderes als Machtmissbrauch auf Kosten von Frauen weltweit.

Bewegungsmelder

Bewegungsmelder "Ich will überzeugen"
Wir fragen Menschen aus der Szene, was sie bewegt und was sie wütend macht. Dieses Mal: Jutta Meissner, Fachbereichsleiterin der Johanniter für Südostasien und Lateinamerika.
Herausgeberkolumne Afrika rückt ins politische Blickfeld
Ob Marshallplan oder „Compact for Africa“: Um die Potenziale afrikanischer Staaten zu nutzen, zählen nicht nur neue Ansätze der Entwicklungspolitik, sondern auch das gute Beispiel.

Journal

Kindersextourismus "Kein Auge zudrücken"
Die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus ist weit verbreitet. Miriam Landhofer erklärt Hotelangestellten, wie sie Kinder besser schützen können – und auch sich selbst.
Gender Budgeting Afrika hat die Nase vorn
Geschlechtergerechte Haushaltsführung gilt als ein wichtiges Instrument zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Während in Afrika zahlreiche Kommunen und Regionen damit arbeiten, halten sich deutsche Städte und Gemeinden zurück.
Entwicklungspolitik Global Britain Ltd
Die britische Regierung ist für die Zeit nach dem Brexit auf der Suche nach Handelspartnern. Das schlägt sich in der neuen Strategie für Entwicklungshilfe nieder.
Katholische Bischöfe in Nordnigeria Hirten sollen Bauern werden
Nomaden sollen sesshaft werden und ihre Herden auf gepachtetem Land weiden lassen. Dies hat der Erzbischof von Kaduna zur Lösung des Konflikts zwischen Bauern und Hirten in Nordnigeria vorgeschlagen. Ganz so einfach wird das nicht gehen.
Gambias Ex-Innenminister Killermaschine oder Opfer des Diktators?
Ousman Sonko, der ehemalige Innenminister Gambias, hat in der Schweiz Asyl beantragt. Dort haben ihn die Behörden verhaftet und ermitteln wegen des Verdachts auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Landwirtschaft Mehr Maschinen für Afrikas Bauern
Wie können afrikanische Landwirte fit für die Zukunft gemacht werden? Das war das Thema einer Afrika-Konferenz im Januar in Berlin. Neue Finanzierungsmodelle könnten Traktoren und anderes Gerät auch für Kleinbauern erschwinglich machen.
Hilfswerke und DEZA Partner oder verlängerter Arm?
Die Schweizer Entwicklungsagentur DEZA prüft die Wirkung ihrer Zusammenarbeit mit den staatlich unterstützten Hilfswerken. Die sind alarmiert.
Österreich Rettet das Südwind-Magazin!
Mit einem drei Meter großen Globus haben die Redakteure und Redakteurinnen des Magazins „Südwind“ vor dem Außenministerium in Wien gegen die geplante Streichung von Subventionen für ihr Blatt protestiert.
World Development Report 2017 Selbstkritisches aus der Weltbank
Die Weltbank fordert in ihren Weltentwicklungsbericht die Geber ungewohnt klar auf, Entwicklungshilfe stärker politisch zu denken. Und sie wendet sich, ohne das offen zu sagen, von eigenen früheren Empfehlungen ab.
Welthandel Trümpfe für den Handel
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Zölle für Einfuhren aus Mexiko und Lateinamerika zu erhöhen. In der Europäischen Union sehen einige bereits große Gewinnchancen für den Außenhandel mit der Region.
Naher Osten Trumps Falle für die Christen
Kirchenführer warnen vor dem Vorhaben von Präsident Donald Trump, christliche Flüchtlinge bei der Einreise in die USA zu bevorzugen. Das würde ihre Lage in den mehrheitlich muslimischen Ländern verschlechtern.
Entwicklungshilfe Wie Migration die Hilfe verändert
Seit die Zahl der Flüchtlinge in Europa steigt, wird die Entwicklungshilfe zunehmend auf ihre migrationspolitische Wirkung reduziert. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, meinen Forscher.