Heft 2 / 2022Zum Archiv 2022
Riskante Geschäfte mit der Chemie
Dünger, Kunststoffe, Kosmetik - Herstellung und Verbrauch von Chemieprodukten wachsen, vor allem in Asien. Damit verbundene Umweltschäden und Vergiftungen treffen besonders Menschen in ärmeren Ländern, etwa in der Textilindustrie und der Landwirtschaft. Wie man sie besser schützen sollte - zum Beispiel mit einem Exportverbot für gefährliche Pestizide -, ist heiß umstritten.
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Chemie

Heftschwerpunkt

Indien Aus dem Grauen von Bhopal nichts gelernt?
Die chemische Industrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Indien. Das hat allerdings seinen Preis: Immer wieder passieren schwere Unfälle mit Toten und Verletzten. Konzerne und Behörden tun zu wenig, um das zu verhindern.
Textilproduktion Entgiftungskur für die Modeindustrie
Um Kleidung zu färben, zu bleichen oder zu imprägnieren, werden Hunderte gesundheits- und umweltschädliche Chemikalien verwendet. Einige Modekonzerne versuchen das zu ändern, doch Fast Fashion bleibt ein Problem. 
Chemie Gefährlicher Siegeszug um die Welt
Die chemische Industrie boomt – weniger in den alten Industrieländern, dafür umso mehr im globalen Süden, vor allem in Asien. Mit den Fabriken verlagern sich auch die Gefahren dorthin. Die internationale Regu­lierung hinkt hinterher.
Chemische Pflanzenschutzmittel Streit um gefährliche Pestizide
Soll man den Export von Pestiziden verbieten, die in Europa nicht zugelassen sind? Wird Bayer beim Vertrieb dieser Stoffe seiner Verantwortung gerecht? Und wie nötig sind chemische Pflanzenschutzmittel für die Welternährung? Ein Streitgespräch.
Peru Viel Chemie auf dem Kartoffelacker
Peru ist im Ausland für seine Bioprodukte bekannt. Lebensmittel für heimische Märkte sind aber oft schwer mit Pestiziden belastet. Kartoffelbauern im Hochland greifen zur chemischen Keule, weil sie sich gegen Schädlinge anders nicht zu helfen wissen. 
Nachhaltiger wirtschaften „Mit Start-ups können wir im Süden große Wirkung erzielen“
Wie Chemie im Süden nachhaltiger und klimafreundlicher werden kann. Gespräch mit Claudio Cinquemani

Welt-Blicke

Pandemie Afrika will sich selbst mit Impfstoff versorgen
Während die Omikron-Variante die Corona-Infektionszahlen weltweit steigen lässt, setzt ein ganzer Kontinent die Hoffnung auf das Startup Afrigen in Kapstadt. Hier wollen die Wissenschaftler den mRNA-Impfstoff von Moderna nachbauen – und eine lokale Pharmaindustrie errichten.
Kolumbien Auf der Suche nach versteckten Opfern
Fünf Jahre nach dem Friedensvertrag zwischen der Regierung und den Farc-Kämpfern werden in Kolumbien noch Zehntausende Menschen vermisst. Ein staatlicher Suchtrupp forscht nach heimlich vergrabenen Toten, doch das wird von Tag zu Tag schwieriger.
Diamantenhandel Der Druck auf Simbabwe wird steigen
Das Land im südlichen Afrika hat eine Führungsrolle in der Zertifizierung des Diamantenhandels übernommen. Einige kritisieren das, andere sehen eine Chance für Reformen in der simbabwischen Edelsteinindustrie.
Flüchtlinge in Uganda Gut aufgenommen, aber ohne Perspektive
Gut zehn Jahre nach der Unabhängigkeit des Süd­sudan ist ein Fünftel der Bevölkerung ins Ausland geflohen. Uganda hat die meisten aufge­nommen – zum Beispiel in der Siedlung Palorinya. 
Kulturelles Wiedererwachen Neuer Sudan, neues Kino?
Fast drei Jahrzehnte lang unterdrückte das Regime von Omar Al-Bashir auch Kunst und Kino im Sudan. Nach der Revolution im Jahr 2019 gibt es heute mehr Raum für Kreativität – auch für die traditionsreiche Filmindustrie des Landes.

Standpunkte

Lieferketten "Der bürokratische Aufwand ist zu hoch"
Das Textilunternehmen Trigema, ein Familienbetrieb, ist aus dem Textilbündnis ausgetreten, ebenso wie viele andere. Wolfgang Grupp Junior erklärt im Interview die Gründe dafür.
Mali Bloß die Bundeswehr abzuziehen, greift zu kurz
Die Krise in Mali zeigt: Im Sahel ist ein ganz neuer europäischer Ansatz nötig, meint Bernd Ludermann.
Reife Leistung Herrscher über die Schaufensterpuppen
Der Engel Allahs mag keine Schaufensterpuppen. Behaupten die Taliban. Das sollten sie sich noch mal überlegen. Die Glosse von welt-sichten
Sicherheitspolitik Statt abzurüsten, wird aufgerüstet
Mitte Januar hat Barbara Erbe davor gewarnt, dass die Hemmschwelle, Atomwaffen einzusetzen, sinkt. Damals wusste sie noch nicht, wie aktuell ihr Leitartikel jetzt wenige Wochen später sein würde.
Gemeinwohl-Ökonomie „Neue Medikamente und Technik nach ihrem Nutzen bezahlen“
Ein Team von Fachleuten will für Innovationen andere Anreize als Patente. Ein Gespräch mit Thomas Pogge.

Bewegungsmelder

Fünf Fragen "Frieden muss lokal verhandelt werden"
Frieden hat nur dann eine Chance, wenn alle Mitglieder einer Gesellschaft in einen Friedensprozess einbezogen werden, erklärt Anja Justen von FriEnt.
Herausgeberkolumne Impfgerechtigkeit statt Impf-Charity
Das egoistische Verhalten des globalen Nordens in der Pandemie schadet nicht nur dem Süden, es richtet weltweit Schaden an, kommentiert Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt.
Von
Von Dagmar Pruin

Journal

UN-Reform "Der Zweck der UN-Reform ist noch nicht überall angekommen“
Vor drei Jahren haben die Vereinten Nationen (UN) eine Reform ihrer Entwicklungszusammenarbeit begonnen. Sie soll stärker aus einem Guss sein. Ein Team des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik hat in vier Ländern geprüft, ob das gelingt.
Global lokal Die Ampel und die Eine-Welt-Arbeit
Die rot-grün-gelbe Regierung bekennt sich im Koalitionsvertrag zur Eine-Welt-Arbeit in Deutschland. Die neue Entwicklungsministerin könnte das mit einer Budgetentscheidung gleich unter Beweis stellen.
Entwicklungszusammenarbeit Die Entwicklungspolitik kommt in Gang
Im politischen Berlin zeichnet sich ab, wer in den kommenden vier Jahren die deutsche Entwicklungspolitik verantworten wird und welche Themen anstehen. 
Erinnerungskultur Die EU und der Völkermord in Ruanda
Der Genozid in Ruanda liegt mehr als ein Vierteljahrhundert zurück, doch wirkt er noch heute nach. Beobachter sehen darin einen Grund, warum Brüssel die Menschenrechtslage in dem Land nicht deutlicher anspricht.
Schweiz Die Rettungskette bleibt erhalten
Die Rettungskette Schweiz hilft weltweit bei schweren Erdbeben. Laut einer Evaluierung jedoch ist sie nutzlos und sollte aufgelöst werden. Auch der Bund sieht Verbesserungsbedarf, will die Kette jedoch nicht auflösen.
Afghanistan Gesucht: Lehren aus dem Afghanistan-Debakel
Nach dem Scheitern des Afghanistan-Einsatzes herrscht im politischen Berlin Einigkeit, das deutsche Engagement aufzuarbeiten. Über die Art und Weise gehen die Meinungen allerdings auseinander. 
Kirche und Ökumene Ghanas Bischöfe fordern eine Staatsreform
Die katholischen Bischöfe in Ghana plädieren für grundlegende Änderungen im Regierungssystem des Landes und kritisieren die Berichterstattung der Medien. Das beißt sich mit dem Bild Ghanas als demokratischer Musterknabe in Afrika.
Waffenlieferungen Kirchen fordern verbindliche Kriterien für Rüstungsexporte
Die Kirchen regen ein neues Gesetz zur Kontrolle von Rüstungsexporten an und fordern von der Bundesregierung eine Begründungspflicht für Exportgenehmigungen.
Kirche und Ökumene Kongo: Bischöfe misstrauen dem neuen Wahlleiter
Die katholische Kirche in der Demokratischen Republik Kongo hat ihre Mitgliedschaft in der erst vor zwei Jahren gegründeten interreligiösen Plattform ausgesetzt. Hintergrund sind Meinungsverschiedenheiten über die Neubesetzung der Nationalen Wahlkommission.
Schweiz Konzernverantwortung in weiter Ferne
Zu lasche Bestimmungen, zu viele Schlupflöcher: Die Befürworter der gescheiterten Konzernverantwortungsinitiative kritisieren die neue Verordnung der Regierung, die am 1. Januar in Kraft getreten ist.
Recht und Gerechtigkeit Ölmanager angeklagt - Beihilfe zu Kriegsverbrechen im Südsudan
Zwei Manager eines schwedischen Ölkonzerns sind in Stockholm wegen Beihilfe zu Kriegsverbrechen im heutigen Südsudan angeklagt. Die Kirchen des Südsudan sehen darin einen wichtigen Schritt zu Frieden und Versöhnung.
Personalia Wer, wo, was?
Andreas Missbach ist der neue Leiter von Alliance Sud, Catherine Russell, die früher das Personalbüro im Weißen Haus leitete, wird Chefin von Unicef, und Venro hat sowohl eine neue Doppelspitze als auch einen neuen Themenschwerpunkt. Unsere Personalmeldungen im Februar.
Welthandel „China wird nicht vor Angst erstarren“
Die EU-Kommission will mit einer neuen Strategie die Infrastruktur weltweit fördern. Mit „Global Gateway“ will sie Chinas Seidenstraßen-Initiative Paroli bieten. Das stößt auf Zustimmung, aber auch auf Skepsis.