Heft 3 / 2022Zum Archiv 2022
Tod und Trauer
Corona hat in reichen Ländern viele gezwungen, sich erstmals ernsthaft mit der Aussicht auf den Tod zu beschäftigen. In vielen Ländern des globalen Südens ist das Sterben viel stärker Teil des Alltags als bei uns. Auch wie Menschen Abschied von Verstorbenen nehmen, ist von Land zu Land sehr unterschiedlich – mancherorts mit pompösen Feiern, andernorts still und im kleinen Kreis.
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Tod und Sterben

Heftschwerpunkt

Umgang mit dem Tod Jeden Tag den Tod vor Augen
Sterben gehört zum Leben – das wissen vor allem die Menschen, die beruflich oder ehrenamtlich damit zu tun haben. Vier Männer und Frauen aus Benin, Brasilien, El Salvador und dem Jemen erzählen, wie sie Verstorbenen zu einer würdigen Bestattung verhelfen und trauernde Angehörige unterstützen.
Südafrika Ruhe in Luxus
Weil viele öffentliche Friedhöfe in Südafrika als unsicher und ungepflegt gelten, boomen seit einiger Zeit Luxusfriedhöfe. Wer das nötige Geld hat oder einen Kredit aufnimmt, leistet sich eine Ruhestätte in einem Gedenkpark. Dieser Trend sorgt aber auch für Kritik. 
Gemeindenahe Gesundheitsversorgung Schmerz lindern, Familien unterstützen
Unheilbar Kranke zu betreuen, ist im globalen Süden besonders schwer, unter anderem, weil es an Medikamenten fehlt. ­Gemeindenahe Unterstützung könnte  helfen – auch im Norden.
Südnigeria Verschwendung zu Ehren der Toten
Im christlichen Süden Nigerias können Bestattungsfeiern tagelang dauern und Familien in Schulden stürzen. Die Kritik daran wird lauter, auch in den Kirchen, doch Verfechter der Tradition kümmert das wenig.
Kenia Wo der Freitod noch immer verboten ist
Kenia gehört zu den 20 Nationen weltweit, in denen ein Suizidversuch unter Strafe gestellt ist. Überlebenden drohen bis zu zwei Jahre im Gefängnis. Die Psychiater des Landes laufen seit Jahren Sturm gegen das Gesetz. Nun kommt endlich Bewegung in die Angelegenheit. 
Indonesien Wo der Tod keinen Abschied bedeutet
Das Volk der Toraja im Süden der indonesischen Insel Sulawesi ist für seine aufwendigen Totenrituale bekannt. Dazu gehört auch, regelmäßig Leichname von toten Verwandten auszugraben und zu pflegen.
Umgang mit Sterben Zuständig sind nun die Ärzte
In der modernen Welt sterben die meisten Menschen im Krankenhaus – zunehmend auch in Entwicklungsländern.  Die neue Haltung zum Tod ist auch eine Folge von Errungenschaften wie der höheren Lebenserwartung.

Welt-Blicke

Kaschmir "Schlimm ist, dass der Rest der Welt nichts von uns wissen will"
Masrat Zahra ist die erste Fotojournalistin in Kaschmir – und wegen ihrer Arbeit in Lebens­gefahr. Sie will bekannt machen, was in ihrer Heimat Kaschmir passiert.
Nigeria Abhängig vom schwarzen Gold
Nigeria setzt weiter auf den Ölexport als wichtigste Einnahmequelle. Dabei wird Klimaschutz weltweit die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen sinken lassen. Mögliche Alternativen vernachlässigt die Regierung.
Indien und Deutschland Die Eheversprechen wandeln sich
Hochzeitsrituale reproduzieren überall in der Welt Hierarchien und Geschlechterrollen, meist zulasten der Frauen. Doch die Zahl der Paare, die sich von derlei Bräuchen lösen, steigt. Eine indisch-deutsche Recherche.
El Salvador Flucht in den Bitcoin
El Salvadors Präsident will mit Hilfe der Kryptowährung Bitcoin Investoren anlocken. Doch diese Wette ist äußerst riskant und könnte zur Staatspleite führen. Das dämmert langsam auch der Bevölkerung.
Geldüberweisungen Hawala lässt das Geld auch in der Krise fließen
Im Schatten von Corona und Wirtschaftssanktionen erlebt die seit Jahrhunderten verbreitete informelle Überweisungsmethode in Westafrika einen Boom
Ghana Streit um das Salz der Lagune
In einer Lagune östlich von Accra wird seit langem von Hand Meersalz ­geschöpft. Großunternehmen können das effizienter, verdrängen aber das Kleingewerbe. Doch es ist strittig, wem der Naturschatz eigentlich gehört.

Standpunkte

Bildung Die größten Verlierer der Pandemie
Politiker haben die Rechte der Schüler in der Pandemie zu lang ignoriert. Viele Mädchen und Jungs, vor allem im globalen Süden, werden die Folgen der Schulschließungen noch lange spüren, meint Melanie Kräuter.
Reife Leistung Genkühe gegen den Klimawandel
Was deutsche Qualitäts-Rasierklingen mit afrikanischen Rindern zu tun haben? Sehr viel! Die Glosse von welt-sichten.
EU-Afrika-Gipfel Kein Neustart in eine afrikanisch-europäische Zukunft
Die Ergebnisse des EU-Afrika-Gipfels am vergangenen Wochenende sind dürftig: Beide Seiten sind ohne große Ambitionen in das Treffen gegangen, kommentiert Tillmann Elliesen.
Mit Daten und Drohnen Afrikas  Landwirtschaft retten? 
Machen digitale Technologien die Feldarbeit attraktiver und produktiver? Ein Pro und Kontra.
Umweltschutz Schluss mit dem Selbstbetrug!
Immer mehr Großunternehmen erklären, dass sie in einigen Jahrzehnten klimaneutral wirtschaften wollen. Doch diese Rechnung kann gar nicht aufgehen, meint Bernd Ludermann.
Gesundheit Was tun gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten?
Ein Interview mit August Stich, Chefarzt der Tropenmedizin an der Missioklinik Würzburg.

Bewegungsmelder

Herausgeberkolumne Warum preiswert nicht bil lig ist
Die „True Cost Initiative“, an der auch Misereor mitwirkt, soll die „wahren Kosten“ der Herstellung von Nahrungsmitteln messbar und vergleichbar machen. Dann würde sichtbar, dass die konventionelle Produktion vielfach teurer ist als soziales und ökologisches Wirtschaften.
Fünf Fragen „Wir wählen nach dem Grad der Gefährdung aus“ 
Bedrohten Menschenrechtsaktivisten muss eine Auszeit ermöglicht werden, erklärt Martina Bäurle von der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte.

Journal

Afrika 2022 Ausblick auf wichtige Entwicklungen in Afrika
Der Brookings-Bericht zu dem, was in diesem Jahr in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf dem afrikanischen Kontinent wichtig wird, enthält viel Altbekanntes - aber auch so manche Perle.
Erderwärmung Berlin will einen „Klima-Club“
Der Koalitionsvertrag gab die Richtung vor, nun bestätigt es die neue Bundesregierung in ihren Schwerpunkten für die deutsche G-7-Präsidentschaft: Die Klimapolitik soll im globalen Engagement Deutschlands im Zentrum stehen. 
Landnutzung Cem Özdemir sendet Signale Richtung Zivilgesellschaft
Auf seiner ersten internationalen Konferenz als Agrarminister greift der Grünen-Politiker wichtige Anliegen von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen auf – und setzt eigene Akzente.
Religion Die Ukraine-Krise strahlt auf Afrikas Orthodoxe aus
Die russisch-orthodoxe Kirche hat Ende Dezember erklärt, sie wolle künftig auch für die orthodoxen Christen in Afrika zuständig sein. Hintergrund ist der Streit um die Loslösung der Orthodoxen Kirche der Ukraine vor vier Jahren. Die Orthodoxie in Afrika ist gespalten. 
Schweiz Frauen und Frieden – ein Thema auch für den globalen Norden
Seit Jahresbeginn hat die Schweiz den Co-Vorsitz eines Netzwerks, das Staaten bei der Umsetzung der UN-Resolutionen zu Frauen, Frieden und Sicherheit unterstützt. Das betrifft auch die Schweizer Innenpolitik, sagen Beobachterinnen. 
Arztausbildung Hilfe gegen das Erblinden
Die Christoffel-Blindenmission (CBM) hat in der Demokratischen Republik Kongo vier Ärzte zu Trachom-Chirurgen ausbilden lassen. Der bakteriellen Augeninfektion wird weltweit bislang nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. 
Österreich Impfgeschenke als Entwicklungshilfe
Kurz kam Hoffnung auf, nach dem Abgang von Bundeskanzler Sebastian Kurz könnte sich auch in Österreichs Entwicklungspolitik etwas bewegen. Das ist nicht eingetreten.
Afrika - Europa Nicht auf die Chinesen starren
Brüssel will mehr Geld für eine grüne Stromversorgung in Afrika bereitstellen. Das bringt Chancen für Afrika – aber nur, wenn Europa sich nicht auf die Konkurrenz zu China fixiert, sagt eine neue Studie.
Staateninsolvenz Schuldenkrise: Zweifel am deutschen Ehrgeiz 
Im Koalitionsvertrag heißt es, die neue Regierung strebe ein internationales Verfahren für Staateninsolvenzen an. Das ist längst überfällig, finden Entwicklungsorganisationen, doch derzeit sieht es nicht danach aus, als wolle sich die Ampel wirklich dafür starkmachen. 
Investitionsbank Standards für Europa – und den „Rest der Welt“
Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat für sich selbst und für ihre Kunden einen neuen Rahmen für Nachhaltigkeit verabschiedet. Der Zivilgesellschaft ist er zu lasch.
Global Lokal Was München mit den Asháninka in Peru verbindet
Seit 25 Jahren unterstützt München das Volk der Asháninka im Regenwald von Peru. Entstanden ist eine intensive Partnerschaft, Rückschläge und Enttäuschungen eingeschlossen. 
Klimawandel Weniger Wälder, mehr Stürme
Wissenschaftler aus Großbritannien und Österreich belegen anhand von Satellitenbildern der afrikanischen Westküste, dass Waldverlust nicht nur global, sondern auch lokal zu mehr und heftigeren Wirbelstürmen führt.
Personalia Wer, wo, was?
Imme Scholz wechselt vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik an die Spitze der Heinrich-Böll-Stiftung, Landesbischof Friedrich Kramer ist neuer Friedensbeauftragter des Rates der EKD, und das BMZ hat neue Abteilungsleiter. Unsere Personalmeldungen im März.
Alliance Sud „Beim Klimaschutz schneidet die Schweiz ganz schlecht ab“
Andreas Missbach, der neue Geschäftsleiter der NGO-Koalition Alliance Sud, über die Entwicklungspolitik der Schweiz und erfolgreiche Kampagnen der Zivilgesellschaft.